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Für Red Bull war klar: Gibt es in Runde 7 ein Safety-Car, ist ein Stopp Pflicht!
Die Konkurrenz zeigt sich verwundert über McLarens Strategie in Katar, denn für die Teams war klar: Gibt es zu der Phase ein Safety-Car, ist ein Boxenstopp alternativlos
(Motorsport-Total.com) - Die Strategieentscheidung von McLaren beim Formel-1-Rennen in Katar ist auch nach dem Rennen noch für viele unverständlich. Zwar lieferte das Team im Anschluss an den Grand Prix eine Erklärung, warum man die Entscheidung so traf, wie man sie traf, doch für die Konkurrenz gab es bezüglich der Strategie keine zwei Meinungen.
"Vor dem Rennen war genau das der Zeitpunkt, an dem bei uns das Fenster für Safety-Car und Virtual-Safety-Car geöffnet hat. Und das war der Plan", sagt Hannah Schmitz, die bei Red Bull für die Strategie zuständig ist, gegenüber Viaplay.
"Für beide Autos galt: Wenn in Runde sieben ein Safety-Car kommt, ist der Vorteil, unter Safety-Car zu stoppen, so groß - vor allem wenn man zwei Stopps machen muss -, dass das für uns eine klare Sache war. Und ich denke, ein Großteil der Boxengasse hat das genauso gesehen", sagt sie.
Wolff: "Keine andere Wahl"
Denn die Besonderheit war in Katar durch die maximale Stintlänge von 25 Runden gegeben: Weil noch genau 50 Runden zu fahren waren, als das Safety-Car herauskam, konnte man seine letzten beiden Stints perfekt aufteilen.
"Es ist eine superlangweilige Strategie", sagt auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Wenn du zu diesem Zeitpunkt ein Safety-Car hast, hast du keine andere Wahl, als hereinzukommen. Wenn du das nicht tust, verlierst du einen kompletten Safety-Car-Stopp. Und du musst ja noch einen weiteren Stopp machen."
Alle Teams begriffen das - nur McLaren nicht. McLaren ließ als einziges Team sogar gleich beide Fahrer draußen und sorgte damit kurzzeitig für Verwirrung bei der Konkurrenz: "Auf der Inlap hörten wir dann, dass McLaren draußen bleiben würde", erzählt Schmitz. "Alle fragten: 'Bist du sicher? Bist du sicher, dass du reinkommen willst?' Und ich sagte: 'Ja, absolut.'"
Als alle anderen Fahrer ebenfalls zum Boxenstopp kamen, wusste Schmitz, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Zwar argumentierte man bei McLaren, dass die Konkurrenz keine Flexibilität mehr bei der Taktik haben würde, "aber der Vorteil, so viel Zeit gutzumachen, war einfach zu groß", sagt sie.
Schmitz übt Verständnis
Trotzdem hat Schmitz ein klein wenig Verständnis, wenn sie an die Situation von McLaren denkt. Denn wenn beide reingekommen wären, hätte Norris hinter Piastri warten müssen und eventuell Plätze verloren. "Ich glaube, sie sind in einer sehr schwierigen Lage, weil sie die Fahrer natürlich fair behandeln wollen", sagt sie.
"Und wir sind dann eben in der Position, daraus einen Vorteil zu ziehen. Das macht es für sie sicher nicht einfacher."
Schmitz kann sich aber auch vorstellen, dass McLaren Vertrauen in seine Pace hatte: "Vielleicht hofften sie, den Abstand für den Boxenstopp herauszufahren. Und vielleicht hatten sie auch Bedenken wegen der maximalen Stintlängen von 25 Runden. Ich bin nicht McLaren, also weiß ich es nicht - aber es ist möglich."
Am Ende erwies sich aber McLarens Taktik als klare Fehlentscheidung - und Schmitz führte ihr Team mit ihrer Entscheidung zum Sieg. Als Belohnung durfte sie in Katar sogar mit auf das Podium.
Wolff: McLaren kann den Titel nur verlieren
Für McLaren bedeutet das, dass die WM noch nicht zugunsten einer ihrer Fahrer ausgegangen ist. Max Verstappen ist an Oscar Piastri vorbeigegangen und liegt vor dem letzten Rennen nur noch zwölf Zähler hinter Lando Norris, der nach der Disqualifikation von Las Vegas den nächsten Rückschlag hinnehmen musste und den Sack nicht zumachen konnte.
Sorgt der Druck in Abu Dhabi jetzt vielleicht für den nächsten Patzer und den fünften WM-Titel von Verstappen?
"Es ist eher McLarens Meisterschaft zu verlieren als Max' Meisterschaft zu gewinnen. Es ist immer einfacher, von hinten zu kommen", weiß Toto Wolff aus eigener Erfahrung. "Wenn er die Meisterschaft gewinnen würde, wäre das ein unglaubliches Comeback. Die Wahrscheinlichkeiten sind aber immer noch gering, wenn man sich die Situation anschaut."
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"Aber ich denke, der Druck setzt ein, und dann will man alles besonders gut machen. Und wenn du alles besonders gut machen willst, dann - so kann ich nur aus unserer Erfahrung sagen - musst du in deinem üblichen Modus bleiben, den du kennst."


