• 29. August 2025 · 19:32 Uhr

Longrun-Analyse: Aston Martin mit Angriff auf die Spitze!

Aston Martin überrascht in Zandvoort mit starker Pace und mischt plötzlich ganz vorne mit: Gelingt Fernando Alonso vielleicht sogar der ganz große Wurf?

(Motorsport-Total.com) - Beim Formel-1-Trainingsfreitag in Zandvoort hat McLaren seine Favoritenrolle bestätigt. Lando Norris fuhr in beiden Freien Trainings die Bestzeit, doch das Weltmeisterteam könnte einen neuen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen haben: Aston Martin. Im ersten Training belegten Fernando Alonso und Lance Stroll die Plätze drei und vier, im zweiten Training war der Spanier sogar nur 0,087 Sekunden hinter Norris und damit Zweitschnellster. Doch wie sah es in den Longruns mit viel Sprit aus?

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Fernando Alonso ist ein heißer Podiumskandidat in Zandvoort Zoom Download

Die Situation ist hierbei etwas gemischt. Die normalerweise aussagekräftigeren Longruns des zweiten Freien Trainings fielen aufgrund diverser Unterbrechungen relativ kurz aus. Hier setzte sich erneut Lando Norris im McLaren durch - und das ziemlich deutlich. Reifenbereinigt war George Russell im Mercedes erster Verfolger, allerdings schon mit einem Rückstand von 0,38 Sekunden pro Runde.

Alonso im Aston Martin war drittschnellster Longrun-Fahrer mit einem Delta von 0,44 Sekunden pro Runde. Dahinter ging es extrem eng zu: Charles Leclerc (+0,49), Oscar Piastri (+0,50), Oliver Bearman (+0,53), Max Verstappen (+0,53), Lewis Hamilton (+0,54) und Nico Hülkenberg (+0,57) lagen alle dicht beieinander.

Warum Fernando Alonso ein heißer Podiumskandidat ist

Betrachtet man die Longruns im ersten Freien Training, dann war tatsächlich Lance Stroll der schnellste Mann mit viel Sprit an Bord. Der Kanadier war pro Runde um 0,39 Sekunden schneller als Norris im McLaren - fuhr allerdings auch nur zwei repräsentative Runden, was den Vergleich etwas erschwert. Teamkollege Fernando Alonso absolvierte neun Runden in seinem Stint und war dabei im Schnitt 0,25 Sekunden pro Runde langsamer als McLaren.

Damit scheint Aston Martin auf eine schnelle Runde etwas konkurrenzfähiger zu sein als im Longrun - ein Bild, das sich auch im bisherigen Saisonverlauf zeigt. Der AMR25 gilt eher als Qualifying-Auto. Auf der überholfeindlichen Strecke in Zandvoort könnte dies jedoch ein entscheidender Vorteil sein, zumal die Rennpace zeitweise auch besser aussieht als bei den anderen Topteams. Ein Alonso-Podium scheint nach den Erkenntnissen des Freitags somit nicht aus der Luft gegriffen.

Mercedes und Red Bull unscheinbar, Ferrari mit Problemen

Aston Martin dürfte somit vorerst als zweite Kraft hinter McLaren ins restliche Wochenende gehen. Dennoch sollte man gerade in Sachen Rennpace Mercedes und Red Bull nicht unterschätzen, dort ist es extrem eng. Zudem war Max Verstappen der schnellste Mann auf den Geraden, was Überholmanöver erleichtern könnte - sofern die Teams ihre Set-ups beibehalten.

Auf eine schnelle Runde läuft es bei Red Bull allerdings noch nicht rund. In allen drei Sektoren verliert der RB21 konstant zu viel Zeit. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei Mercedes - nur auf einem etwas höheren Niveau. Im Longrun des ersten Trainings waren George Russell und Max Verstappen gleich schnell, im zweiten Training hatte Mercedes knapp die Nase vorn. Hier bahnt sich ein spannendes Duell an.


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Von den Topteams fällt derzeit nur Ferrari etwas zurück. Im Qualifying-Trimm geht kaum etwas zusammen - allein im zweiten Sektor verliert man eine halbe Sekunde auf die Spitze. Die Longrun-Pace ist zwar besser, aber im Vergleich immer noch die schwächste unter den fünf Topteams in Zandvoort. Ein schwaches Qualifying wäre zudem Gift fürs Rennen, da Überholen extrem schwierig ist.

Mittelfeld: Hülkenberg, Haas und Williams stark

Im Mittelfeld geht es wie gewohnt eng zu. In den Longruns des zweiten Trainings überzeugten vor allem Haas-Pilot Oliver Bearman (+0,53) und Nico Hülkenberg im Sauber (+0,57). Betrachtet man zusätzlich die Daten des ersten Trainings, dann war auch Carlos Sainz im Williams sehr konkurrenzfähig unterwegs.

Ob das jedoch für Punkte am Sonntag reicht, ist angesichts der starken Aston-Martin-Pace fraglich. Sollte es in Zandvoort tatsächlich fünf Topteams mit insgesamt zehn Fahrern geben, bleibt für den Rest nichts mehr übrig. Für Racing Bulls (+0,78) sieht es noch schwieriger aus, während Alpine (+1,30) in den Longruns absolut chancenlos war.

Erhöhte Boxengassengeschwindigkeit: Zweistopprennen voraus?

Ein wichtiger Faktor könnte am Sonntag die Strategie werden. Es gibt Argumente sowohl für eine Einstopp- als auch für eine Zweistoppstrategie. Das Offensichtliche zuerst: Pirelli hat das Reifensortiment um eine Stufe weicher gewählt als im Vorjahr. Statt C1 bis C3 stehen diesmal C2 bis C4 zur Verfügung.

Im Vorjahr war das Rennen eine klare Einstoppveranstaltung - allerdings nur in der Variante C2-C1. Eine Einstoppstrategie C3-C2 fuhr 2024 niemand. Hinzu kommt: Die Boxengassengeschwindigkeit wurde von 60 auf 80 km/h angehoben, wodurch das Boxenstoppdelta von 21 auf 19 Sekunden gesunken ist. Beide Faktoren begünstigen also eine Zweistoppstrategie.

Allerdings gibt es auch Argumente für die Einstoppvariante: kühle Temperaturen mit potenziell geringerem Reifenverschleiß als im Vorjahr sowie die schwierigen Überholmöglichkeiten in Zandvoort. Somit fällt selbst Reifelieferant Pirelli ein strategisches Urteil schwer.

"Das wichtigste Ergebnis des heutigen Tages ist, dass alle drei Mischungen im Rennen eine Rolle spielen können", erklärt Chefingenieur Simone Berra. "Was die Strategie betrifft, ist die Wahl zwischen einem und zwei Stopps möglicherweise noch offener als bisher angenommen - insbesondere, da der Soft-Reifen diesmal eine brauchbare Option darstellt."

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