• 29. August 2025 · 14:02 Uhr

Erstes Training in Zandvoort: Kurioser Fehler von Max Verstappen

Lando Norris und Oscar Piastri geben im ersten Freien Training zum Grand Prix der Niederlande den Ton an, Aston Martin überrascht auf den Plätzen 3 und 4

(Motorsport-Total.com) - McLaren fährt auch nach Ende der Sommerpause der Formel 1 2025 unbeirrbar dem Gewinn beider Weltmeisterschaften (Fahrer und Konstrukteure) entgegen. Denn im ersten Freien Training zum Grand Prix der Niederlande in Zandvoort hat Lando Norris vor seinem Teamkollegen Oscar Piastri Bestzeit erzielt.

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Max Verstappen flog nach einer Startübung ab, als die Zeit schon abgelaufen war Zoom Download

Piastri legte bei bewölktem Himmel, aber auf trockener Fahrbahn eine Zeit von 1:10.570 Minuten vor, die Norris jedoch um 0,292 Sekunden unterbieten konnte. Lance Stroll (Aston Martin) auf Platz 3 hatte bereits 0,501 Sekunden Rückstand. Eine Menge Holz auf einer so kurzen Strecke mit lediglich 70 Sekunden Fahrzeit.

"Sie können sich vielleicht nur selbst schlagen", analysiert ORF-Experte Alexander Wurz. Die Konkurrenz könne nur hoffen, "dass sie zehn bis 15 Kilogramm weniger Sprit an Bord haben. Dann wäre der Abstand gar nicht so groß. Aber das ist Wunschdenken. Sie sind sicherlich stark."

Das sagt Aston Martin zu den starken Positionen

Aston Martin war in der ersten Trainingsstunde in Zandvoort die große Überraschung, denn neben Stroll fuhr auch Fernando Alonso als Vierter (+0,563) mitten in die Weltspitze. Vor Alexander Albon (Williams/+ 0,893) und Lokalmatador Max Verstappen (Red Bull/+0,940) auf den Positionen 5 und 6.

Aston Martin sah zum Auftakt womöglich etwas besser aus, als es das Kräfteverhältnis in Wahrheit hergibt: "Heute Nachmittag soll es ein bisschen Regen geben. Deshalb haben wir versucht, vielleicht ein bisschen das eine oder andere mehr reinzubringen", räumt Teamchef Mike Krack im Interview mit dem ORF ein. Aber: "Die Fahrer sind ganz gut aus den Startlöchern gekommen, waren direkt mit vorne dabei. Grundsätzlich war das eine gute Session. Wir können ganz zufrieden sein."

Kurioser Zwischenfall um Verstappen

Verstappen hatte schon am Donnerstag erklärt, dass er für den Rest der Saison 2025 "nicht wirklich" mehr konkrete Ziele hat - und dass es "eher die schnellen Kurven sind, die uns vom Layout her entgegenkommen. Die langsamen und mittelschnellen Kurven sind für uns schwieriger." Und davon gibt es in Zandvoort zu seinem Leidwesen eine ganze Menge.

Zum Beispiel Kurve 1, die legendäre Tarzanbocht, in der sich Verstappen kurioserweise ins Kiesbett eingrub, als die Zeit schon abgelaufen war. Nach einer Startübung von der Start-Ziel-Gerade aus untersteuerte Verstappen einfach ins Kiesbett. "Ein seltener Fahrfehler. Er hat den Grip komplett falsch eingeschätzt", wundert sich ORF-Experte Alexander Wurz.

Ralf Schumacher ergänzt bei Sky: "Das sieht man sehr, sehr selten. Aber ist da Rückenwind, der Grip war nicht besonders gut, er wackelt selbst im Kopf: Wie kann mir sowas passieren? Er bremst einfach ein bisschen spät. Die Kurve ist dafür typisch. Er wird durch den Rückenwind auch noch getrieben, die Räder blockieren, und dann ist das Thema durch."

George Russell (Mercedes) belegte den siebten Platz, Charles Leclerc wurde 14. und Lewis Hamilton 15. "Wir sind meilenweit weg. Meilenweit", funkte Leclerc einmal und ordnete so seine 1,673 Sekunden Rückstand auf Norris' Bestzeit ein. Und er seufzte: "Ich denke, mit viel Benzin haben wir noch mehr Probleme."

Nico Hülkenberg (Sauber/+1,597) wurde 13., Yuki Tsunoda (Red Bull/+1,848) 16. Und das, obwohl der Japaner nach der Sommerpause mit praktisch identischer Fahrzeugspezifikation wie Verstappen fährt. Der teaminterne Abstand bei Red Bull lag im ersten Training bei 0,908 Sekunden.

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Die erste rote Flagge (Dauer: sieben Minuten) gab's übrigens bereits nach elf Minuten. Dem vorangegangen waren Dreher von Hamilton in Kurve 3 und von Tsunoda in Kurve 11. Für den Abbruch sorgte aber Andrea Kimi Antonelli (Mercedes), als er bei Kurve 9 untersteuerte und geradeaus fuhr. "Zu schnell, zu spät gebremst", analysiert Wurz.

Antonelli erkundigte sich am Boxenfunk noch, ob er die Session fortsetzen kann, doch seinem Renningenieur war da schon klar, dass das Auto nur mit einem LKW zurück an die Box kommen würde. "Das sind diese Old-School-Rennstrecken mit dem Kiesbett. Da kommst du nicht mehr zurück", erklärt Wurz.

Der ehemalige Formel-1-Fahrer ergänzt: "Ich glaube, dass er einer der Ersten war, die den stärkeren Wind in dieser Kurve zu spüren bekommen haben. Unterm Strich war es ein Fahrfehler. Er kommt in die Kurve nicht hinein und rutscht raus. Ärgerlich für ihn und nicht der Auftakt nach der Sommerpause, den er sich wünscht oder den sich das Team wünscht, aber er muss das einfach abputzen, wegstecken und neu beginnen."

Laut Sky-Experte Ralf Schumacher für Antonelli ein "denkbar unschöner Start nach der Sommerpause. Er war ja nicht ganz so zufrieden, wobei es ja ein bisschen bergauf ging mit der neuen Hinterradabhängung. Gerade jetzt rauszufahren, anstatt die Runden zu sammeln ... Aber das ist halt die Abteilung Jugend forscht. Wir sagen es oft, wenn man einen jungen Fahrer nimmt, der wenig testen kann in der Saison, der macht halt einfach Fehler. Das gehört einfach zum Geschäft dazu."

Mercedes sieht Verbesserungspotenzial

Bei Mercedes herrscht nach den Positionen 7 und 20 dennoch keine Panik vor. "Ich glaube, wir haben gutes Potenzial, das Auto auf eine Runde zu verbessern", erklärt Teamrepräsentant Bradley Lord im Interview mit dem ORF. "Wir fahren möglicherweise ein bisschen zu tief. Das kostet auch Rundenzeit."

"Aber wir verlieren auch in den meisten Kurven. George hat natürlich nicht die erste Runde hingekriegt, sondern das war die zweite. Das hat ein bisschen Potenzial gekostet", sagt Lord. Man habe bei Mercedes "auf jeden Fall Luft nach oben, aber wir haben McLaren schon stark erwartet. Die waren letztes Jahr auch dominant und haben seitdem das Auto noch verbessert. Hoffentlich können wir Platz 3 erzielen."

Lord meint: "Wir glauben, wir haben eine viel stabilere Basis geschaffen mit dem Auto jetzt, seitdem wir mit der Hinterradaufhängung zurückgebaut haben. Beide Fahrer haben gesagt, das Gefühl ist wieder da, und das ist sehr gut fürs Vertrauen. Und dann müssen wir einfach die richtige Arbeit liefern, am Rennwochenende das Ganze optimieren. Hoffentlich können wir gut bei der Musik dabei sein. Hinter den McLarens wahrscheinlich, aber mitten im Kampf um das Podest."

Wo kann man den Grand Prix der Niederlande live sehen?

Ganz klar: Am spannendsten ist die Formel 1 immer noch live. Aber seit Ende 2020 gibt es in Deutschland kein Free-TV-Angebot mehr, das alle Qualifyings und Rennen live zeigt. Als Versuch eines Ersatzangebots gibt's auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (Kanal kostenlos abonnieren!) seither täglich Livestreams - immer von Donnerstag bis Sonntag, jeweils am Abend, mit einer Zusammenfassung und Analyse der Ereignisse an der Rennstrecke.


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Am Freitagabend steht dabei, live ab 21 Uhr, die Auswertung der Longrun-Daten der Freien Trainings im Vordergrund. Kevin Hermann taucht tief in die Rennsimulationen ein und schlüsselt diese verständlich auf, während Stefan Ehlen einen Überblick über die neuesten Technik-Updates liefert. (Kanalmitglieder können am Livestream auch interaktiv teilnehmen und im Livechat Fragen stellen. Jetzt Kanalmitglied werden!)

Zandvoort gehört übrigens zu den sieben Grands Prix, die von RTL im Free-TV gezeigt werden (Qualifying und Rennen). Darüber hinaus zeigt der Pay-TV-Anbieter Sky das komplette Rennwochenende live. Das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag beginnen um 15 Uhr. Sky steigt jeweils schon früher in die Vorberichterstattung ein.

In Österreich zeigt diesmal der ORF den Grand Prix der Niederlande live. Und in der Schweiz wie immer das SRF. (Hier geht's zur kompletten TV-Übersicht für die Formel 1 in Silverstone!)

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