• 22. Juli 2023 · 17:07 Uhr

0,003 Sekunden: Sensationelle Pole für Lewis Hamilton in Ungarn!

Das hatte keiner auf dem Schirm: Lewis Hamilton gewinnt das Qualifying in Budapest vor Max Verstappen und Lando Norris - Sensation durch Guanyu Zhou

(Motorsport-Total.com) - Dramatisches Qualifying beim Grand Prix von Ungarn 2023: Es sah schon alles nach einer erneuten Poleposition für Max Verstappen (Red Bull) aus, da schlug in allerletzter Sekunde doch noch Lewis Hamilton (Mercedes) zu und fuhr auf den ersten Startplatz für das Rennen auf dem Hungaroring - den Emotionen am Boxenfunk nach eine der schönsten Poles seiner langen Karriere.

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Lewis Hamilton fuhr in Budapest sensationell auf Polepositon Zoom Download

Hamiltons letzte Runde in Q3 sah optisch nicht perfekt aus. Doch letztendlich verdrängte er Verstappen, der seine Zeit im zweiten Versuch nicht verbessern konnte, um 0,003 Sekunden vom ersten Platz.

Bei Red Bull herschten teamintern klare Verhältnisse: "Perez kann sich strecken, wie er will. Ihm fehlen immer drei, vier Zehntel auf Verstappen", sagt 'Sky'-Experte Ralf Schumacher. "Der wird nächstes Jahr da keinen Sitz mehr haben können. Das ist einfach zu viel. Irgendwas muss passiert sein mit Perez, denn die Spirale geht immer weiter nach unten. Vielleicht hat ihn Verstappen gebrochen."

Perez wurde am Hungaroring Neunter, mit einem Rückstand von 0,436 Sekunden auf Hamilton. Die Schlagzeilen gehören anderen. Etwa dem McLaren-Team mit Lando Norris und Oscar Piastri in Reihe 2, oder Guanyu Zhou, der als Fünfter den Aufwärtstrend von Alfa Romeo bestätigt.

Auf den weiteren Top-10-Plätzen folgten Charles Leclerc (Ferrari) auf P6, gefolgt von Valtteri Bottas (Alfa Romeo), Fernando Alonso (Aston Martin), Perez und Nico Hülkenberg (Haas).


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Wie war Hamiltons Reaktion auf die Pole?

"Ich habe gar keine Stimme mehr, weil ich im Auto so laut geschrien habe", lächelt der Mercedes-Fahrer. "Es fühlt sich fast an wie beim ersten Mal. Ich hätte nie damit gerechnet, heute um die Pole zu fahren. Mal sehen, ob ich heute Nacht überhaupt schlafen kann! Wir werden morgen als Team unser A-Game ausrollen. Aber es wird schwierig, uns gegen Max und Lando zu behaupten."

Die Entscheidung führte Hamilton in den letzten Fahrsekunden der Runde herbei. Vor der letzten Kurve lag er laut Telemetrie noch hinter Verstappen. Doch in der Zielkurve hatte er die bessere Traktion und etwas mehr Grip, sodass es letztendlich doch noch reichte.

Wo hat Red Bull die Zeit verloren?

Obwohl er nur so knapp geschlagen wurde, war Verstappen mit seinem Qualifying ganz und gar nicht zufrieden. Das Wochenende sei bisher "schrecklich" verlaufen, findet Verstappen: "Ich hatte Schwierigkeiten damit, eine gute Balance zu finden. Es ging hoch und runter in jedem Training, nun auch im Qualifying. Es war wirklich schwierig in Q1 und Q2 das Vertrauen zu haben, die Kurven attackieren zu können."

"Ich hielt meinen ersten Versuch in Q3 für ziemlich gut. Aber dann im zweiten Versuch: wieder kein Gefühl. Ich versuchte noch, etwas mehr Druck zu machen. Dann aber gehen das Heck und die Vorderachse weg. Also ja, wir sind ja immer noch Zweiter, aber mit unserem Auto sollten wir normalerweise vorn stehen", knurrt er.

Helmut Marko ergänzt: "Wir haben ein Update gebracht. Das erste Training ist praktisch flachgefallen. Dann die neue Reifenregelung. Wir haben nicht die beste Balance gefunden. Mercedes war besser. Da kann man nur gratulieren. Max hatte aufgrund der Balanceschwierigkeiten einen kleinen Schlenker drin. Und dann haben eben drei Tausendstel gefehlt."

Die McLaren-Form scheint echt zu sein, oder?

Am Ende lagen drei Fahrer innerhalb von 0,1 Sekunden, und neun innerhalb von 0,5 Sekunden. Zeitabstände, bei denen sogar Norris davon träumen konnte, auf Pole zu fahren: "Ich bin enttäuscht. Wenn weniger als eine Zehntel auf Pole fehlt, solltest du eigentlich auf Pole stehen", sagt der McLaren-Pilot.

Nach Spielberg und Silverstone ist der Hungaroring die dritte Bestätigung hintereinander, dass McLaren mit den jüngsten Updates einen Riesenschritt gemacht hat. Denn für Norris wäre mehr drin gewesen. Er sagt: "Ich habe zu viele Fehler gemacht. Das hat gekostet. Aber als Team stehen wir auf P3 und P4, und das ist ein gutes Ergebnis."

Warum ist Aston Martin plötzlich so weit hinten?

Alonso hat da seine ganz eigene Verschwörungstheorie. Pirelli hat in Silverstone neue Reifenmischungen eingeführt. Seither tut sich Branchenprimus Red Bull schwer, die Formel 1 zu dominieren. Und auch Aston Martin ist in den vergangenen Wochen zurückgefallen. Zwei Teams, die am Saisonbeginn besonders gut im Reifenmanagement waren.

"Es ist schon ein merkwürdiger Zufall, dass einige Teams mehr Probleme haben, seit Pirelli in Silverstone die neuen Reifen eingeführt hat. Das hat nicht nur uns getroffen, sondern Red Bull hat das eindeutig einen Rückschlag versetzt", sagt Alonso.

Mit seiner Performance ist der zweimalige Weltmeister nicht unzufrieden: "Ich habe vier Zehntel Rückstand auf die Pole. Das ist unser normaler Abstand. Aber es sind diesmal sieben Autos dazwischen. Ich denke, da müssen ein paar Gegner ein außergewöhnliches Qualifying erwischt haben. Wir sind eine Zehntel hinter McLaren. Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht."

Warum gab's eine Strafe gegen Hülkenberg?

Hülkenberg darf zwar seinen zehnten Startplatz behalten. Sein Haas-Team ist aber um 5.000 Euro ärmer. Grund: Ein Reifensatz, der vor dem Qualifying zurückgegeben werden hätte müssen, wurde zwar an Pirelli zurückgegeben; die elektronische Meldung dafür aber vergessen.

Sportlich ist Hülkenberg mittelmäßig zufrieden: "So richtig super war es nicht. Leider ging im Q3 nicht mehr. Aber die Runden waren sauber. Ich glaube, ich habe alles rausgequetscht. Zumindest habe ich das Gefühl, nichts liegen gelassen zu haben. Aber es hat einfach nicht gereicht von der Pace. Von daher bin ich zufrieden."

Waren Tracklimits wieder ein Thema?

Innerhalb von drei Minuten in Q1 wurden gleich fünf Rundenzeiten gestrichen, und zwar von Kevin Magnussen (Haas), Oscar Piastri (McLaren), Alexander Albon, Logan Sargeant (beide Williams) und Guanyu Zhou (Alfa Romeo). Fünf Vergehen in vier verschiedenen Kurven!

Fünf Minuten vor Schluss wäre Lando Norris (McLaren) auf P2 gefahren. Er hatte aber einen leichten Quersteher in Kurve 5 und rutschte daher knapp über die weiße Linie, sodass er auf den 13. Platz zurückfiel, weniger als zwei Zehntelsekunden vor dem Q2-Cut.

In Q2 erwischte es dann Verstappen, der in Kurve 5 über die Tracklimits fuhr und dem deswegen die Zwischenbestzeit zu dem Zeitpunkt aberkannt wurde. Verstappen lag an 15. und letzter Stelle, als er auf seinen zweiten Run ging. Den meisterte er aber sauber, und so zog er letztendlich sicher in Q3 ein.

Gab es prominente Opfer in Q1?

Daniel Ricciardo (AlphaTauri) gewann das Stallduell gegen Yuki Tsunoda (17.) um 0,013 Sekunden und zog als 15. ins zweite Qualifying ein. Alexander Albon (Williams) wurde 16. Außerdem erwischte es in Q1 Magnussen (19.) und Sargeant (20.). Bestzeit fuhr übrigens Zhou, obwohl man ihm in Q1 gleich zwei Zeiten gestrichen hatte.

Das prominenteste Opfer war aber George Russell (Mercedes), der auf seiner alles entscheidenden Runde zwar in Sektor 2 und 3 persönliche Bestzeit fuhr, aber im ersten Sektor viel Zeit einbüßte. Am Boxenfunk beschwerte er sich darüber, im Verkehr festgesteckt zu sein. Teamchef Toto Wolff war das egal: Er hämmerte wütend mit der Faust auf den Tisch.

Ein Ferrari in Q2 raus: Was sagt der Teamchef?

Im zweiten Abschnitt musste Carlos Sainz (Ferrari) die Segel streichen. Am Ende fehlten 0,002 Sekunden auf Alonsos P10-Zeit. Verdrängt wurde er ausgerechnet von Leclerc, der den Cut als Sechster schaffte. Der Mediumreifen, der in Q2 an diesem Wochenende vorgeschrieben ist, sei nicht seins, funkte Sainz. "Das interessiert hier aber keinen, denn das ist nunmal so", winkt 'Sky'-Experte Ralf Schumacher ab.

Bei Ferrari zwickt's wieder einmal an mehreren Ecken. Selbst Leclerc wirkte am Boxenfunk unrund. "Wenn es große Änderungen sind, lasst es mich Wissen. Wenn nicht, muss ich es nicht wissen", wies er seinen Renningenieur zurecht. Ein andermal sagte er: "Lasst uns ruhig bleiben, aber komm schon!" Ruhe und Gelassenheit sieht anders aus.

Teamchef Frederic Vasseur sagt: "Wir waren dieses Wochenende eigentlich recht schnell, aber im Qualifying haben wir nicht das geliefert, was wir können. Im ersten Sektor sind wir ein paar pinke Zeiten gefahren, hinten raus hat uns aber Zeit gefehlt", deutet er Defizite im Reifenmanagement an.

Neben Sainz schieden in Q2 Esteban Ocon (Alpine), Daniel Ricciardo (AlphaTauri), Lance Stroll (Aston Martin) und Pierre Gasly (Alpine) aus. Ricciardo sagte nach seinem ordentlichen Einstand am Funk: "Ich werde weiter dazulernen. Danke euch!"

Wo gibt's das Rennen live zu sehen?

In Deutschland überträgt Sky das Rennwochenende auf dem Hungaroring exklusiv. Start für den Grand Prix von Ungarn ist am Sonntag um 15:00 Uhr. Die Vorberichte mit Experte Ralf Schumacher zeigt Sky bereits ab 13:30 Uhr. (ANZEIGE: Sei mit Sky hautnah dabei - vom ersten Freien Training bis zur Siegerehrung!)

Diesmal gibt es zwei Besonderheiten. Erstens: Sky zeigt das Rennen auf dem Hungaroring kostenlos auf YouTube. Zweitens: Erstmals bietet Sky seinen Kunden einen eigenen Feed mit einem Signal an, das von Kindern gestaltet wird. Geführt von Frank Buschmann und mit Sophia Flörsch als Expertin.


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