• 08. Juni 2023 · 13:37 Uhr

Zhou gegen Tsunoda: "Lächerliche Strafe" oder klare Sache?

Guanyu Zhou fährt in Barcelona laut eigener Aussage sein vielleicht bestes Formel-1-Rennen - Eine Situation mit Yuki Tsunoda sorgt allerdings für Diskussionen

(Motorsport-Total.com) - "Das denke ich schon", antwortet Guanyu Zhou nach dem Großen Preis von Spanien 2023 auf die Frage, ob es sein bisher bestes Rennen in der Formel 1 gewesen sei. Es sei auf jeden Fall einer seiner besten Auftritte bislang gewesen, freut sich der Chinese.

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Diese Szene zwischen Guanyu Zhou und Yuki Tsunoda sorgte für Ärger Zoom Download

Zhou holte am Sonntag in Barcelona Platz neun und damit zwei wichtige Punkte für Alfa Romeo. Die Sauber-Truppe steht nun bei acht Zählern und konnte in der Weltmeisterschaft damit wieder mit Haas auf Rang sieben gleichziehen.

Das Ergebnis sei eine "massive Erleichterung für uns", gesteht Zhou und erinnert: "Es war ein schwieriger Saisonstart für das Team." Zuvor war Alfa Romeo in drei Rennen in Folge ohne Punkte geblieben, die letzten Zähler stammten noch von Anfang April in Melbourne.

Und selbst damals hatte es Zhou nur durch die chaotischen Umstände des Rennens in die Punkte geschafft. In Barcelona dagegen kamen alle 20 Autos ins Ziel, weshalb Zhou betont, dass die Zähler "verdient" und das Auto "mega" gewesen sei.

"Ich habe mich wohlgefühlt und die richtigen Chancen ergriffen, als sich mir die Möglichkeit bot", zeigt sich der 24-Jährige auch mit seiner eigenen Leistung zufrieden. Eine kleine Kontroverse gab es in seinem Rennen am Sonntag allerdings auch.

Tsunoda findet Strafe "lächerlich" und "unfair"

So kam es in der Schlussphase in Kurve 1 zu einer Szene mit Yuki Tsunoda, bei der Zhou den Japaner außen überholen wollte. Tsunoda hielt dagegen und Zhou ging in die Auslaufzone, woraufhin der AlphaTauri-Pilot eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe und einen Strafpunkt bekam.

Die Meinungen zu dem Zwischenfall gehen anschließend stark auseinander. Zhou schildert die Szene so: "Ich lag vor dem Einbiegen in Kurve 1 vorne. In der Mitte der Kurve habe ich viel Platz gelassen, und dann habe ich ihn gesehen [und er] hat nicht angehalten."


Barcelona: Die Analyse des Rennens

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"Er hat versucht, die Bremsen zu lösen und mich rauszudrücken. Ich musste ausweichen, sonst wären wir zusammengestoßen. Danach war es schwierig, weil ich so viel Dreck auf meinem Reifen hatte", berichtet der Chinese, der letztendlich hinter Tsunoda über die Ziellinie fuhr.

Einen weiteren Versuch, den Japaner auf der Strecke zu überholen, startete er nach dem Fast-Unfall gar nicht mehr, weil er wusste, dass er den neunten Platz wegen der Zeitstrafe für Tsunoda nach dem Rennen sowieso bekommen würde.

Doppelt bitter für Tsunoda: Er verlor nicht nur den neunten Platz sondern fiel bis auf Rang zwölf zurück - und damit aus den Punkten. "Es war eine lächerliche Strafe und es fühlt sich wirklich unfair an", winkt er ab und stellt klar, Zhou habe "definitiv" noch Platz gehabt.

Drängte Tsunoda Zhou wirklich ab?

Seiner Meinung nach fuhr der Chinese absichtlich neben die Strecke und habe es nur so aussehen lassen, dass er rausgedrückt wurde. "Aber das wurde er nicht", betont Tsunoda und stellt noch einmal klar: "Ich habe den Platz gelassen."

"Natürlich habe ich Druck gemacht, aber es war noch Platz da. Ich verstehe daher nicht, warum es eine Strafe war", so Tsunoda. Die Entscheidung der Rennkommissare sei "wirklich hart" gewesen und er sei "wirklich enttäuscht", erklärt er.


Fotostrecke: Barcelona: Die Fahrernoten der Redaktion

Der AlphaTauri-Pilot ärgert sich vor allem darüber, dass die Strafe während des Rennens ausgesprochen wurde und er damit keine Möglichkeit hatte, sich zu erklären. "Sie geben einem ohne Diskussion fünf Sekunden und das Rennen ist vorbei", winkt er ab.

Experte und Ex-Formel-1-Pilot Anthony Davidson sieht es jedoch eher wie Zhou und erklärt bei 'Sky': "Wenn Zhou nicht ausgewichen wäre, hätte es auf jeden Fall Kontakt gegeben und er wäre physisch von der Strecke geschoben worden."

Böse Absicht unterstellt er Tsunoda zwar auch nicht. Er habe einfach Untersteuern gehabt, und so sei es zu der Situation gekommen. Doch weil Zhou in der Kurve bereits etwas vor ihm gewesen sei, sei die Strafe per Reglement korrekt gewesen.

Warum blieb Bottas in Spanien so blass?

Wie Tsunoda blieb derweil auch Zhous Teamkollege Valtteri Bottas am Sonntag ohne Zähler. Während der Chinese eines seiner besten Rennen fuhr, kam Bottas nicht über den 19. und vorletzten Platz vor Logan Sargeant im Williams hinaus.

"Für mich ist es ziemlich klar, dass etwas [mir dem Auto] nicht in Ordnung ist. Ich glaube, mir fehlte mehr als eine Sekunde pro Runde, ich rutschte einfach herum", berichtet Bottas und erklärt, auf neuen Reifen sei es "okay" gewesen, diese hätten das Problem maskiert.


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"Nach drei Runden" sei er aber dann ins Rutschen gekommen und chancenlos gewesen. Er vermutet, dass bereits im Qualifying etwas mit dem Auto nicht in Ordnung gewesen sein könnte. Dort war er bereits in Q1 ausgeschieden, während Zhou 13. wurde.

Immerhin: "Die Upgrades, die wir [in Monaco] gebracht haben, scheinen zu funktionieren", so Bottas, der das an der Leistung des Teamkollegen festmacht. Er sei "sehr, sehr zufrieden" mit Zhous Ergebnis, das ein Beleg dafür sei, dass die Updates ihren Job machen.

Es bleibt abzuwarten, ob Alfa Romeo in Zukunft wieder einmal beide Autos in die Punkte bringen kann. Das gelang der Sauber-Truppe zum bislang letzten Mal passenderweise beim Kanada-Grand-Prix 2022 vor genau einem Jahr.

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