• 19. März 2023 · 13:01 Uhr

Toto Wolff: Warum Lewis Hamilton mit dem W14 nicht ans Limit gehen kann

Lewis Hamilton ist zwar in einigen Kurven schneller als George Russell, trotzdem fehlt ihm unterm Strich das Vertrauen in den 2023er-Mercedes W14

(Motorsport-Total.com) - Im Wesentlichen sind es zwei Schlüsselpassagen, in denen Lewis Hamilton im Qualifying zum Grand Prix von Saudi-Arabien Zeit auf George Russell verloren hat. Das Overlay der Telemetriedaten der jeweils schnellsten Runden der beiden Mercedes-Fahrer zeigt, dass Hamilton vor allem in Kurve 1/2 sowie in Kurve 27 Zeit liegen lässt.

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Lewis Hamilton studiert die Daten und sieht: In manchen Kurven ist er sogar schneller Zoom Download

In der Zeitentabelle lagen am Ende 0,366 Sekunden zwischen Russell und Hamilton, die die Positionen 4 und 8 belegten und in der Startaufstellung wegen der Rückversetzung von Ferrari-Pilot Charles Leclerc um jeweils einen Platz aufrücken.

Doch während Russell nach dem Qualifying zufrieden war, legte Hamilton erneut eine sehr niedergeschlagene Körpersprache an den Tag. Zum zweiten Mal hintereinander hat er das Qualifyingduell verloren, und das noch dazu viel deutlicher als beim Saisonauftakt in Bahrain.

"Sie sind unterschiedliche Fahrer und brauchen ein Auto mit einem bestimmten Fahrverhalten, um schnell fahren zu können", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Er nimmt Hamilton in Schutz: "Lewis hat in dieser Saison noch zu keinem Zeitpunkt jenes Feedback vom Auto gespürt, das es ihm erlaubt, richtig ans Limit zu gehen."

"Wenn du ein Auto hast, zu dem dir das Vertrauen fehlt, dann kannst du in den Kurven nicht pushen. Das ist das, was wir im Qualifying gesehen haben. George kann da einfach besser drumherum fahren und hat im ersten Sektor mehr Vertrauen ins Auto. Es liegt an uns, beiden ein Auto zu geben, mit dem sie nach vorn fahren können", sagt Wolff.

Mercedes: Ein Blick in die Telemetriedaten

Die Daten zeigen: Russell und Hamilton sind bis zum Scheitelpunkt von Kurve 2 noch praktisch gleichauf. Dann schaltet Hamilton in den zweiten, Russell in den dritten Gang runter. Am Kurvenausgang beginnt der Zeitabstand sukzessive zu wachsen, weil Russell schneller Geschwindigkeit aufnehmen kann.

Die Kurvenkombination 15/16/17 gelingt dann sogar Hamilton besser, sodass der Zeitabstand an dem Punkt nochmal auf rund eine Zehntelsekunde schrumpft. Aber auf den Geraden nimmt Russell schneller Tempo auf. Am weitesten klafft das Delta der beiden auf der Start- und Zielgerade auseinander. Allein dort, auf den letzten Metern, gewinnt Russell 0,2 Sekunden.

Es scheint sich das zu bestätigen, was viele Hamilton-Beobachter seit Jahren vermuten: Der siebenmalige Weltmeister ist herausragend stark, wenn es darum geht, ein gutes Auto am Limit zu bewegen. Wenn jedoch die Balance nicht zu seinem Fahrstil passt, kann er Probleme weniger gut umfahren als so manch anderer.

Wolff: Einzelne Ergebnisse interessieren mich nicht

Unabhängig davon haben die Startpositionen 3 und 5 in Dschidda an Wolffs Einschätzung zur Saison 2023 nichts geändert: "Das macht es nicht besser. Wir orientieren uns immer an der Benchmark-Performance, und das sind hier Verstappen und Perez. Und die sind einfach zu weit weg."

"Wäre Max durchgefahren, wäre der Abstand ja sogar noch größer gewesen. Das haben wir auch bei den Longruns gesehen. Insofern hat sich mein Geisteszustand nicht um einen Millimeter verschoben, nur weil wir jetzt mal Dritter in der Startaufstellung sind."

Trotzdem blickt Wolff optimistisch in die Zukunft: "Den großen Unterschied macht die Formkurve, auf der wir uns befinden. Ich denke gar nicht mehr über jede einzelne Session oder jedes einzelne Rennwochenende nach. Sondern wir arbeiten volle Kraft voraus, um den Gesamtzustand in der Zukunft zu ändern", sagt er.

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