• 04. August 2022 · 16:20 Uhr

Mercedes analysiert: Sieg für Hamilton wäre auch von vorne schwer geworden

Mercedes glaubt, dass Lewis Hamilton auch von weiter vorne den Grand Prix von Ungarn nicht gewonnen hätte - Mit Spa-Updates endlich siegfähig?

(Motorsport-Total.com) - Die Strategie war beim Großen Preis vom Ungarn eines der größten Themen. Neben der verpatzten Taktik-Entscheidung bei Charles Leclerc, stachen aber auch die großen Aufholjagden von Max Verstappen und Lewis Hamilton ins Auge.

Lewis Hamilton, Max Verstappen

Laut Mercedes wäre Lewis Hamilton in Ungarn auch ohne Probleme noch nicht siegfähig gewesen - Max Verstappen war zu schnell Zoom Download

Mit den Plätzen zwei und drei hat das Mercedes-Team am Ende wohl das Maximum herausgeholt, weil Hamilton mit dem DRS-Problem im Qualifying für das Rennen beeinträchtigt wurde und gleichzeitig Verstappen an der Spitze wohl zu schnell war.

Auf die Frage, ob Mercedes denn auch über eine Einstoppstrategie nachgedacht hatte, sagt der leitende Mercedes-Renningenieur Andrew Shovlin: "Nicht wirklich. Der einzige Weg, dies zu tun, wäre gewesen, Medium-Hard zu fahren. Dafür hätte man aber in beiden Stints die Reifen sehr viel managen müssen."

Shovlin: "Der Hard war der langsamste Rennreifen"

"Wir haben den harten Reifen am Freitag getestet und er hatte gar keinen Grip. Mit den kühleren Bedingungen am Sonntag haben wir erwartet, dass es sogar noch schlimmer werden würde", erklärt Shovlin. Dies hat sich im Rennen auch bestätigt, da neben Ferrari-Pilot Leclerc auch die beiden Alpines und McLarens mit diesem Reifen ordentlich zu kämpfen hatten.


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"Es gab einen guten Vergleich zwischen einem Stopp und zwei Stopps von Teams, die nur einen Medium-Reifen hatten. Die Alpines entschieden sich für Medium-Hard und Lando [Norris] für eine Zweistoppstrategie Soft-Medium-Hard."

"Er konnte sie schlagen, aber der Hauptgrund dafür ist, dass man bei einer Zweistoppstrategie weniger Zeit auf dem harten Reifen verbringt und der harte Reifen der langsamste Reifen an diesem Tag war", so Shovlin.

DRS-Problem bei Hamilton nur auf Runde mit frischen Reifen

Nach dem Rennen wurde viel darüber spekuliert, ob Lewis Hamilton in Ungarn eine Chance auf den Sieg gehabt hätte, wenn er ohne das DRS-Problem im Qualifying nicht auf dem siebten Startplatz hätte losfahren müssen. Sein Teamkollege George Russell stand ja immerhin auf der Poleposition.

Carlos Sainz von Ferrari wählte von Startplatz zwei mit Medium-Medium-Soft die gleiche Strategie wie Hamilton, kam aber zwei Positionen hinter ihm ins Ziel, was zeigt, wie schnell Hamilton war, der den Spanier im letzten Stint sogar auf der Strecke überholen konnte.

"Das große Bedauern ist, dass wir das DRS-Problem genau auf seinem einzigen neuen Reifen in Q3 hatten", sagt Shovlin. "Hätten beide in der ersten Reihe gestanden, wären wir in einer guten Position gewesen, um das Rennen zu kontrollieren."

Shovlin: Für Sieg hätte Hamilton größeren Verstappen-Fehler oder Regen gebraucht

"Wenn man sich aber anschaut, wie es strategisch abläuft, wäre es für Lewis sehr schwierig geworden und das hängt mit dem Startreifen zusammen. Da Max auf dem Soft gestartet ist, hatte er zwei Mediums zur Verfügung, um das Rennen zu beenden. Das bedeutete, dass er früher stoppen konnte und immer in der Lage gewesen wäre, einen effektiven Undercut gegen Lewis zu machen, den wir nicht hätten verteidigen können", erklärt er.


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"Das ist also das Wichtigste in Bezug auf die Strategie. Wir glauben nicht, dass wir irgendwelche Chancen verpasst haben, aber es gab noch andere Zwischenfälle. Max hatte diesen Dreher, der ihn sehr wenig gekostet hat. Wäre das ein größeres Problem gewesen, hätte Lewis am Ende um den Sieg mitfahren können."

"Hätte es etwas mehr geregnet, hätte Lewis gehofft, dass dies etwas früher der Fall gewesen wäre, denn seine Reifen waren in einem guten Zustand. Aber insgesamt müssen wir das Auto noch ein bisschen schneller machen, und wir müssen sicherstellen, dass wir das DRS im Qualifying in den Griff bekommen", fasst Shovlin zusammen.

Mercedes: Podium endlich aus eigener Kraft

Nichtsdestotrotz bestätigte Mercedes mit dem zweiten Doppelpodium in Folge die aufstrebende Form, was auch Shovlin freut: "Dieses letzte Rennen war besonders zufriedenstellend, weil wir uns nicht auf das Pech eines Ausfalls mit einem Zuverlässigkeitsproblem verlassen mussten."

"Die Pace des Autos war ebenfalls sehr gut, und es ist immer schön, ein gutes Rennen zu haben, bevor man in die Sommerpause geht. Am befriedigendsten ist es jedoch, zu sehen, wo das Auto in Bezug auf die Pace im Qualifying und im Rennen steht."

"Wir hatten zu Beginn des Jahres viel Boden gutzumachen. Wir haben wirklich hart gearbeitet und versucht, in jedem Rennen etwas zu erreichen, und es ist wirklich befriedigend zu sehen, dass wir jetzt mit den Ferraris und den Red Bulls ganz vorne mitfahren können", sagt der leitende Mercedes-Renningenieur.

Mercedes mit Spa-Update siegfähig?

In der zweiten Saisonhälfte könnte es dabei sogar noch besser laufen. Neben der in Belgien inkrafttretenden technischen Direktive der FIA, die laut Teamchef Toto Wolff "hochinteressant" in Bezug auf eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses sein wird, wird Mercedes den W13 auch mit weiteren Updates ausstatten.

"Es wird noch mehr von uns kommen", sagt Andrew Shovlin. "Wir versuchen, in Spa eine Leistung zu zeigen, mit der wir hoffentlich die Lücke schließen können, denn es ist nicht mehr viel. Wir werden das Auto jetzt noch eine Weile weiterentwickeln."

"Die letzten Rennen haben uns das ganze Jahr über am meisten Spaß gemacht, und wir hoffen, dass wir einen weiteren Schritt machen können, denn wir wollen in naher Zukunft auf jeden Fall Rennen gewinnen. Wir arbeiten hart daran, das zu erreichen."

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