• 24. Juli 2022 · 20:36 Uhr

Perez verwirrt über "inkorrekte Nachrichten": FIA erklärt VSC-Panne

Dia FIA gibt zu, dass ein Hardware-Problem zu Verwirrung am Ende der VSC-Phase geführt hat: Die brachte auch Sergio Perez um den dritten Platz gegen George Russell

(Motorsport-Total.com) - Sergio Perez macht eine "total falsche" Nachricht auf seinem Lenkrad dafür verantwortlich, dass er seinen Podestplatz in der Schlussphase des Formel-1-Rennens in Frankreich noch an George Russell verloren hat. Der Mercedes-Pilot war am Ende des virtuellen Safety-Cars noch am Red Bull vorbeigegangen, weil dieser nicht rechtzeitig wieder Fahrt aufgenommen hatte.

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Sergio Perez ließ sich von George Russell überrumpeln Zoom Download

Für Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko hat Perez in dieser Szene "einfach geschlafen - aber kräftig", wie er gegenüber 'Sky' sagt. "Ich weiß nicht, ob der gestern Tequila oder was gehabt hat", kritisiert er den Mexikaner.

Der wehrt sich, dass er inkorrekte Informationen über das Ende der VSC-Phase auf seinem Lenkrad erhalten und so die Position verloren habe. Im Reglement steht, dass das Rennen "zehn bis 15 Sekunden" nach dem Signal, dass die virtuelle Safety-Car-Phase endet, wieder freigegeben wird. In Frankreich verging dazwischen aber knapp eine Minute.

"Ich habe die Nachricht bekommen, dass es nach Kurve 9 endet", erklärt Perez. "Aber es hat nicht geendet, und dann habe ich die Nachricht bekommen, dass es nach Kurve 12 endet. Es sieht so aus, als hätte George andere Informationen gehabt, sodass er sich besser auf den Neustart vorbereiten konnte."

Problem mit dem Computersystem

Die FIA hat nach dem Rennen zugegeben, dass es ein Problem mit dem Computersystem gegeben hatte, das dazu geführt hat, dass das Rennen nicht wieder freigegeben wurde.

"Eine zweite VSC-Ende-Nachricht wurde aufgrund eines Hardware-Problems verschickt, was zu einer automatischen Umstellung auf Backup-Systeme führte, die in diesem Szenario genau so funktionierten, wie sie sollten", teilt der Verband mit.

"Sie konnten das VSC nicht ausstellen und mussten einen Reset durchführen", erklärt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Ich habe mit ihm (Perez; Anm. d. Red.) geredet, und er meinte, dass er keine Zeit im Auto bekommen habe, von daher war er direkt auf dem Delta. George hat es entweder antizipiert und lag dabei innerhalb des Deltas, oder vielleicht waren die Informationen in beiden Autos unterschiedlich."

Letzteres kann die FIA aber ausschließen: "Alle Teams erhalten gleichzeitig die gleichen Informationen", teilt der Verband mit. "Der Countdown für das VSC-Ende bis zur Anzeige des grünen Lichts auf den Anzeigetafeln an der Strecke ist immer zufällig."

Red Bull will Aufklärung

Sonderlich sauer ist Horner auf die FIA nicht, doch er wünscht sich zumindest eine Erklärung: "Ich denke, wir wollen einfach nur die Fakten verstehen", sagt er. "Wir wollen einfach nur verstehen, dass es eine Art Panne im System gab."

Sauer war hingegen Perez: "Es ist schade, dass das virtuelle Safety-Car das Ergebnis beeinflusst hat. Das sollte nicht der Fall sein, war aber heute so", sagt der Mexikaner.

Russell selbst sagt, dass er die Aktion gegen Perez antizipiert hat: "Es kann in beide Richtungen gehen, aber ich wusste, dass ich eine Möglichkeit habe, wenn das VSC endet", sagt der Mercedes-Pilot. "Man muss es richtig timen und das Momentum mitnehmen. Er war wohl etwas zu schnell und musste bremsen. Und dass er gebremst hat und ich beschleunigt habe, hat mir eine Chance verschafft."

Kollision in Mistral-Schikane

Kurz zuvor hatte es bereits eine weitere strittige Szene zwischen Perez und Russell gegeben. Russell hatte seinen Gegner bei der Anfahrt auf die Mistral-Schikane angegriffen, Perez sich aber verteidigt. Es kam zu einer kleinen Berührung der beiden und Perez musste die Schikane auslassen - eine Strafe gab es aber für keinen der beiden.

"Ich war etwas enttäuscht, dass ich die Position vorher nicht behalten konnte, als ich das Manöver gemacht habe", sagt Russell und wähnt sich im Recht: "Die Regeln sind klar. Wenn deine Vorderräder vor den Hinterrädern des anderen sind, hast du ein Recht auf die Kurve. Ich habe ihn auf den Randstein gedrückt, und er ist einfach weitergefahren."

Perez selbst sieht bei sich kein Fehlverhalten: "Wenn ich nicht die Kurve abgekürzt hätte, wären wir beide ausgeschieden", kritisiert er. "Er hat es einfach versucht, und es gab eine Berührung. Ich war vorne und er außer Kontrolle."

Wolff beruhigt Russell am Funk

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff beurteilt die Situation bei 'Sky' hingegen als "total fifty-fifty" und musste im Anschluss sogar selbst zum Funk greifen, um den sich beschwerenden Russell wieder zu beruhigen.

"Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig in einer Schleife hängt, in der er sich über die Situation geärgert hat", sagt Wolff. "Als Fahrer bist du natürlich in deinem kleinen Cockpit und siehst den Helikopterblick nicht. Ich hatte das Gefühl, dass er zu dem Zeitpunkt die Pace hat und ihn auf der Strecke einfangen könnte. Ich wollte ihn mental zurücksetzen."

Und das scheint Wolff gelungen zu sein, denn als sich ihm unter dem VSC die Chance bot, war Russell hellwach und schnappte zu. "Das war einfach clever", lobt er. "Es gab diese Konfusion, und er hat es einfach gemacht."

Am Ende konnte Russell seinen vierten Podestplatz der Saison holen, während für Perez nur Platz vier übrig blieb.

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