• 19. Juni 2022 · 14:59 Uhr

Haas mit Regen-Set-up: Geht's im Rennen in Kanada nach hinten?

Die Gefahr, dass Haas und Mick Schumacher nach dem überragenden Qualifying in Montreal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, ist groß

(Motorsport-Total.com) - Der sechste Platz im Qualifying zum Grand Prix von Kanada hätte für Mick Schumacher zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können: "Natürlich ist es wichtig. Es nimmt eine Menge Druck raus. Denn der Druck ist einfach da", analysiert sein Onkel Ralf bei 'Sky'. (ANZEIGE: Fährt Mick Schumacher in Montreal in die Punkte? Jetzt Streamingdienst WOW holen und das Rennen live und ohne Werbeunterbrechung bei Sky sehen!)

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Mick Schumacher erreichte im Qualifying in Montreal sein bisher bestes Ergebnis Zoom Download

Für Schumacher, der davor erst einmal den Einzug in ein Q3 geschafft hatte, war das Regenqualifying ein Befreiungsschlag: "Ich habe allen bewiesen, dass ich nicht ohne Grund hier bin", sagt er. Sein Onkel nickt: "Bei schwierigen Bedingungen hat er alles richtig gemacht. Er zeigt genau das, was er auch kann. Er war nicht umsonst Formel-3- und Formel-2-Meister."

Vor Montreal war bei Haas Druck im Kessel. Im Formel-1-Paddock schaukelten sich die Gerüchte hoch. Teamchef Günther Steiner, wurde erzählt, rede zumindest persönlich kaum mit Schumacher. Und angeblich soll sogar ein Rausschmiss während der Saison zur Diskussion gestanden sein - bis Ferrari interveniert und sein Veto eingelegt hat.

Wenn die Ergebnisse stimmen, verstummen die Gerüchte

Ob das nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Nach dem Samstag in Montreal hat Steiner jedenfalls erstmal keinen Grund mehr, Schumachers Vertrag zu kündigen: "Für Günther Steiner ist das, muss man auch sagen, auch eine andere Basis. Leistung, die liebt man halt ein bisschen mehr als Teamchef, das ist klar", grinst Ralf Schumacher.

Ganz wichtig für das Rennen: "Mick sollte vor seinem Teamkollegen sein, oder ganz knapp dahinter. Dann hat er seinen Job mehr als erfüllt, und dann steht auch einer Vertragsverlängerung nichts mehr im Weg." Im Qualifying sei er "meistens vor dem Teamkollegen" gewesen, "oder zumindest nah dran". Am Ende fehlten 0,396 Sekunden auf Kevin Magnussen.

Dass lag auch daran, dass Schumacher vor seiner letzten schnellen Runde Carlos Sainz vor der Nase hatte und seine Reifen nicht optimal aufwärmen konnte. Im zweiten und dritten Sektor seiner schnellsten Runde verlor er nur 0,060 Sekunden auf Magnussen. Im ersten Sektor aber 0,336 Sekunden.

"Danke": Kühle Gratulation von Steiner an Schumacher

Die unweigerliche Frage: Ist jetzt atmosphärisch wieder alles in Ordnung mit Teamchef Steiner? "Er hat gesagt: 'Danke.' Das war das Wort", sagt Schumacher kurz und knapp - und ergänzt: "Es ist natürlich schön, ein gutes Ergebnis zu haben. Darauf können wir aufbauen."

Auf die Kritiker habe er ohnehin nie gehört, kritische Storys im Internet nicht gelesen. Der 23-Jährige stellt ungewohnt selbstbewusst klar: "Ich bin nicht ohne Grund hier. Ich liebe den Rennsport. Ich habe in meinen Juniortagen genug bewiesen, dass ich aus gutem Grund hier bin. Darum bin ich hier."

Im Rennen keine Chance auf Punkte?

Vor dem Rennen steht Schumacher allerdings schon wieder unter Druck. Denn vom sechsten Platz aus kann die Erwartungshaltung eigentlich nur lauten, die ersten WM-Punkte seiner Karriere einzufahren. Onkel Ralf ist skeptisch: "Unter normalen Bedingungen wird's für Haas schwer werden, in den Punkten zu bleiben, mit dem Reifenverschleiß, den sie haben."

Zumal Haas "ein bisschen mehr Downforce" fährt "als ein paar andere Teams um uns herum", verrät Mick Schumacher. Oder, in anderen Worten: Haas hat auf Regen gesetzt. Das könnte für die Performance im Rennen kontraproduktiv sein. "Aber solange wir im DRS-Fenster bleiben, kann das ganz gut aussehen", hofft der Deutsche.

"Wir haben einige Autos hinter uns, die schneller sind. Wir wissen, dass wir einen guten Tag hatten", sagt er. Trotzdem hält er das erste Top-10-Rennergebnis grundsätzlich für möglich: "Ja. Alles kann passieren. Das ist Montreal. Wir fahren hier viele Runden. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu verteidigen, aber auch viele Möglichkeiten, jemanden zu attackieren."

Magnussen: Müssen realistisch ins Rennen gehen

Ein fataler Fehler könnte womöglich sein, sich an P5/6 festzuklammern, dabei die Reifen zu verschleißen und ganz zu vergessen, dass die echten Gegner nicht Russell, Perez und Leclerc heißen, sondern eher Ricciardo, Zhou und Bottas. Daher ist für Magnussen klar: "Wir dürfen uns nicht mit allem, was wir haben, an Platz 5 klammern."


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"Es wäre schön, aber wir nehmen, was wir kriegen. Der heutige Tag ist ein Bonus, der uns weiter nach vorn gebracht hat, als wir eigentlich sein sollten", weiß der Däne. "Da sind ein paar schnelle Leute ganz hinten, und auch genau hinter mir. Platz 5 wird mit Sicherheit nicht unser Ziel sein. Ich wäre sehr glücklich, wenn wir in den Top 10 bleiben könnten."

Übrigens: Die Wettervorhersage verheißt für Haas nichts Gutes. Regen gilt als ausgeschlossen. Und es werden Temperaturen von mehr als 20 Grad bei strahlendem Sonnenschein erwartet. Das wird den "Reifenflüsterern" im Feld helfen - und eher nicht denen, die ihre Reifen im verregneten Qualifying so schnell auf Temperatur hatten wie Magnussen und Schumacher ...

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