• 18. Juni 2022 · 01:53 Uhr

Lewis Hamilton nach Training ratlos: Set-up-Experiment wird zum "Desaster"

Lewis Hamilton sieht seinen Mercedes W13 immer schlechter werden und spricht beim neuesten Experiment in Kanada von einem "Desaster"

(Motorsport-Total.com) - "So schlimm habe ich mich hier in einem Auto noch nie gefühlt", sagt Lewis Hamilton nach dem Freitagstraining in Kanada (Formel 1 2022 live im Ticker). Mercedes hatte die beiden Sessions in Montreal wieder einmal für Experimente genutzt und hatte Hamilton in der ersten Session mit einem neuen Unterboden losgeschickt und dann am Nachmittag zwei völlig unterschiedliche Set-up-Richtungen probiert.

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Für Lewis Hamilton war der Freitag in Kanada kein angenehmer Zoom Download

Während George Russell zumindest Siebter (+0,844) wurde, landete Hamilton mit knapp 1,3 Sekunden Rückstand nur auf dem 13. Platz und schimpfte über ein "unfahrbares" Auto. Nach dem Training schildert er ausführlich, wie schrecklich es für ihn auf der Strecke war.

"Nichts, was wir mit dem Auto machen, scheint zu funktionieren", hadert er und schließt darin auch den neuen Unterboden mit der großen Aussparung ein, den er im ersten Training probiert hatte. "George und ich sind dann im zweiten Training auf unterschiedliche Set-ups gegangen, um zu schauen, ob eins funktioniert und eins nicht."

Zwar wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie die Erfahrung seines Teamkollegen war, "aber für mich war es ein Desaster", sagt er klar. "Es ist, als ob das Auto immer schlimmer wird. Als ob es immer unzufriedener wird, je mehr wir damit machen."


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Vor allem über die hohen Randsteine in Montreal komme das steife Auto nicht zurecht: "Ich berühre einen Randstein und das Ding geht fliegen", erzählt Hamilton und beschreibt es als "monumentalen Kampf", das Auto von der Wand fernzuhalten. "Wenn es hüpft, dann hebt das Auto enorm ab, und wenn es landet, bekommt es Grip und geht in völlig andere Richtungen."

Sieben Mal konnte Hamilton in Montreal bereits gewinnen und unter anderem seinen allerersten Formel-1-Sieg auf dieser Strecke holen, aber das, so sagt er, sei nicht mehr das Montreal, das er kennt: "So schlimm habe ich mich hier in einem Auto noch nie gefühlt", zeigt er sich schockiert.

Russell findet den Spaß

Für Teamkollege George Russell war der Freitag nicht ganz so schlimm, auch wenn er zugibt, dass "unsere Performance nicht so ist, wo wir sie gerne gehabt hätten. Wir sind ziemlich weit weg von der Pace, wenn man es mit den beiden Topteams vergleicht."

Auch er bezeichnet die Steifigkeit des Autos über die Randsteine als "brutal", trotzdem habe es ihm auf der Strecke Spaß gemacht.


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Russell hat seinen Optimismus noch nicht verloren und ist überzeugt, dass Mercedes die richtige Balance aus den beiden Set-up-Experimenten finden wird: "Wir werden hart arbeiten und müssen einfach sicherstellen, dass wir uns vor dem Mittelfeld qualifizieren", sagt er.

Für ihn ist der Mercedes immer noch ein Auto, das ihn auf Platz drei unter den Teams bringen kann, doch hört man sich die Aussagen von Hamilton an, könnte man zu einem anderen Schluss kommen. Der siebenmalige Weltmeister würde den W13 schon fast abschreiben. Denn nach den ganzen missglückten Experimenten hat er kaum Hoffnung auf Besserung.

"Es ist, wie es ist. Das ist das Auto, das wir für dieses Jahr haben", sagt er. "Wir müssen einfach durchhalten und hart daran arbeiten, für das kommende Jahr ein besseres Auto zu bauen."

Unterboden-Experimente bringen nicht viel

Das Thema Porpoising scheint man mit seinen beiden Unterboden-Varianten ebenfalls nicht in den Griff zu bekommen. Russell war im ersten Training mit einer zweiten Unterboden-Strebe unterwegs, Hamilton mit einer großen Aussparung - doch anscheinend hat nichts davon geholfen.

"Das Bild sieht hier ähnlich aus wie in Monaco und Baku, wo die Bodenfreiheit das Auto sowohl in langsamen als auch in schnellen Kurven beunruhigt hat", sagt der leitende Renningenieur Andrew Shovlin.

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Gut zu erkennen: Die Aussparung an der Kante des Unterbodens Zoom Download

"Wir haben die uns zur Verfügung stehenden Einstellungen durchgespielt, aber wir haben nur verschiedene Kompromisse bei der Fahrhöhe und dem Abtrieb gefunden, ohne dass wir insgesamt eine signifikante Performancesteigerung erzielen konnten", gibt er zu. "Die Balance war sowohl bei wenig als auch mehr Benzin im Tank nicht besonders gut."

"Aber obwohl die Probleme mit der Bodenfreiheit das noch verschlimmern, können wir daran über Nacht wahrscheinlich noch ein paar Fortschritte erzielen", ist Shovlin überzeugt. "Uns fehlt vor allem der Grip an der Hinterachse, was wir wohl mit den normalen Set-up-Tools verbessern können."

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