• 06. Juni 2021 · 09:19 Uhr

"Machen uns nichts vor": Red Bull, Mercedes klar schneller als Ferrari

Ferrari ist von der zweiten Poleposition in Folge ziemlich überrascht, gibt sich aber keinen Illusionen über einen möglichen Sieg hin: Red Bull und Mercedes schneller

(Motorsport-Total.com) - Die Poleposition in Monaco kam mit einer kleinen Ansage, die Poleposition in Baku aber ziemlich überraschend. Kaum einer hätte vor dem Wochenende einen aserbaidschanischen Manat - so die Währung in dem Land - auf Ferrari gesetzt, doch zum zweiten Mal in Folge steht Charles Leclerc am Sonntag auf Startplatz eins (Formel 1 2021 live im Ticker).

Charles Leclerc

Kann Ferrari seine gute Ausgangsposition nutzen? Zoom Download

"Das ist eine Überraschung für uns", gibt Sportdirektor Laurent Mekies zu. "Mit diesen langen Geraden haben wir hier nicht erwartet, um die Pole zu kämpfen und sie am Ende sogar zu holen." Denn während Monaco Ferrari mit seiner High-Downforce-Konfiguration entgegenkam, war Baku das genaue Gegenteil. Zwar gibt es auch hier langsame Kurven, doch Ferrari muss deutlich weniger Abtrieb fahren.

"Aber die Fahrer haben einen tollen Job gemacht, sich daran anzupassen", lobt Mekies und schließt in sein Lob auch die Mitarbeiter in der Fabrik und an der Rennstrecke mit ein. "Wir haben jetzt einige Qualifyings gut hinbekommen. Das ist toll", sagt er.

Die Session am gestrigen Samstag beschreibt er aber als "chaotisch". Vier rote Flaggen haben das Geschehen ganz schön zerstückelt. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand eine perfekte Runde gefahren ist", so der Sportchef. "Es war einfach wichtig, Runden zu fahren, die gut genug für den nächsten Abschnitt waren."

"Charles und Carlos [Sainz] hatten eine sehr gute Pace - vermutlich besser als Freitag und Samstag. Es ist schön zu sehen, dass sich das Team im Laufe des Wochenendes so gut verbessert. Und das auf einer Strecke, wo wir eigentlich nicht erwartet hatte, in guter Form zu sein."

"Hätte so oder so ausgehen können"

Ob Ferrari auch die reine Pace hatte, um auf die Pole zu fahren, weiß Mekies nicht. "Trotzdem hat es Charles mit einigem Vorsprung geschafft. Und Carlos hatte die gleiche Pace", sagt er. "Es hätte also so oder so ausgehen können. Wir hätten beide Autos vorne haben können, oder wir hätten beide Autos in der dritten Startreihe haben können."

Vor allem für Leclerc freut sich das Team, nachdem der Monegasse beim Heimspiel aufgrund einer kaputten Radnabe nicht antreten konnte. "Es ist schön, dass er jetzt einen zweiten Versuch haben kann", sagt Teamchef Mattia Binotto. "Und es ist sehr schön für das Team, dass sie die Pole von Monaco bestätigen konnten."

Leclerc wurde dabei vor allem von Lewis Hamilton geholfen, der ihm im letzten Sektor unfreiwillig Windschatten gegeben hatte. "Das war perfekt getimt", lobt Mekies. "Mercedes hat eine Aufwärmrunde gefahren. Das wussten wir, und Charles wusste das auch. Er hat seine Outlap perfekt getimt und die richtige Lücke gelassen, um auf der Geraden genau im Getriebe zu hängen. Das war ein super Job."

Pech für Sainz: "Da kannst du nichts machen"

Carlos Sainz war hingegen wieder einmal unglücklich, dass er seinen zweiten Versuch nicht setzen konnte. Der Spanier war diesmal aber selbst in einen Vorfall verwickelt, weil er hinter dem verunfallten Yuki Tsunoda in die Auslaufzone fuhr.

"Da kannst du nichts machen", sagt Mekies. "Wenn Tsunoda vor dir einen Unfall hat, ist eh Gelb. Du hast keinen Raum, um eine konkurrenzfähige Kurve zu fahren - und das solltest du auch nicht." Dass Sainz noch abflog ist daher für ihn irrelevant. "Die Runde war ohnehin weg. So ist es halt manchmal auf Stadtkursen."

Ferrari wird das Auto des Spaniers aber intensiv checken, nachdem das Thema in Monaco bei Leclerc so sehr in die Hose ging. "Aber aktuell gibt es keinen Grund zur Sorge", betont der Sportchef. Das war aber auch vor dem Monaco-Rennen zu hören.

Skepsis vor dem Rennen

Spannend wird die Frage sein, was Ferrari am Sonntag von der Poleposition aus anstellen kann. Bei der Konkurrenz ist man aber auf jeden Fall gewarnt: "Du musst immer aufpassen, weil sie sich gut schlagen", meint Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Man muss ihre Schritte anerkennen. Schauen wir mal, wie es im Rennen aussieht."


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Bei Ferrari selbst ist man diesbezüglich skeptisch: "Wir machen uns nichts vor", sagt Mekies. "Wir werden nicht die Pace haben, um den Sieg kämpfen zu können", stellt er klar. "Red Bull ist am Freitag im Longrun geflogen, Lewis ebenso." Aufgeben wird man bei der Scuderia aber nicht.

Ferrari möchte so viele Punkte wie möglich im Kampf um Platz drei bei den Konstrukteuren mitnehmen. Zwei Punkte liegt man dort aktuell hinter McLaren, hat nach den beiden Qualifyings in Monaco und Baku aber Selbstvertrauen getankt. "Wir sind zuversichtlich, dass das Team in Zukunft gute Leistungen zeigen kann", sagt Binotto. "Ich bin mir sicher, wir können das."

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