• 09. Mai 2021 · 10:52 Uhr

Fernando Alonso gibt zu: Im Moment einfach langsamer als Ocon

Im Alpine-Stallduell mit Esteban Ocon hat Fernando Alonso aktuell noch keine Chance, doch der Spanier erinnert in diesem Zusammenhang an seine Vorgänger

(Motorsport-Total.com) - Dass Fernando Alonso bei Alpine im Schatten von Esteban Ocon stehen würde, damit hätten vor Beginn der Formel-1-Saison 2021 nicht viele Experten gerechnet. Doch seit Portimao scheint sich abzuzeichnen, dass der junge Franzose den routinierten Spanier zumindest beim Speed auf eine schnelle Runde im Qualifying ziemlich im Griff hat.

Fernando Alonso

Fernando Alonso im Freien Training zum Grand Prix von Spanien in Barcelona Zoom Download

Ocon belegte in Barcelona den fünften Startplatz und trauerte hinterher sogar der möglichen zweiten Reihe nach. Alonso war in Q3 um 0,567 Sekunden langsamer als sein Teamkollege und wurde Zehnter und Letzter. Nach der herben Klatsche, die Alonso vor einer Woche in Portimao kassiert hat, ist das die nächste schmerzhafte Niederlage, die er nicht schlüssig erklären kann.

"Ich hatte nur einen Satz neuer Reifen, und meine Runde war nicht ideal", sagt Alonso. "Im letzten Run lief ich auf Verkehr auf, weil alle in letzter Minute rausgefahren sind. Ricciardo und ich waren die letzten zwei Autos. In der letzten Kurve musste ich fast stehenbleiben, weil da so viele Autos waren, und ich fuhr gerade noch eine Sekunde vor der Zielflagge über die Linie."

"Das war, wie gut diese Runde war. Ich zähle sie gar nicht, weil da die Reifen kalt waren", seufzt Alonso. Tatsache ist: Er war einer von nur drei Fahrern (neben Leclerc und Perez), die ihre Zeit im zweiten Q3-Versuch überhaupt verbessern konnten. "Und trotzdem war ich langsamer als Esteban", gibt der 39-Jährige zu.

Das ungünstige Timing seiner letzten Runde gelte nicht als Ausrede: "Ich war zwei, drei Zehntel langsamer als er", stellt Alonso klar. "Das ist einfach im Qualifying im Moment der Unterschied. Aber ich fühle mich langsam wohler im Auto, und nach Bahrain habe ich zum zweiten Mal ein Q3 erreicht. Vielleicht war es nicht perfekt ausgeführt, aber es war ein Schritt nach vorne."

Ocon: Besser als sein Ruf?

Ocon galt lange Zeit als großes Talent, fuhr bei Racing Point auf Augenhöhe mit Perez, ist neben George Russell der wahrscheinlich vielversprechendste Mercedes-Kaderfahrer, den Mercedes nicht im eigenen Cockpit hat. Bis Ende 2021 ist er noch an Renault/Alpine ausgeliehen. Was danach kommt, steht nicht fest.


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Alonso beißt sich am 24-jährigen Franzosen zumindest im Qualifying bisher die Zähne aus. "Er ist gut, das sehen wir ganz klar", sagt er. "Und er ist gerade gut in Form. Voll integriert ins Team. Letztes Jahr in Bahrain auf dem Podium, am Ende der Meisterschaft. Und jetzt liefert er perfekte Wochenenden ab. Das ist schon beeindruckend."

"Ich gebe 100 Prozent", sagt Alonso, "aber das reicht im Moment nicht, um auf seinem Niveau zu fahren. Da muss ich besser werden. Aber das war nicht anders zu erwarten. Als Carlos zu Renault kam, war er am Anfang nicht so schnell wie Hülkenberg. Und Ricciardo war 2019 anfangs auch langsamer als Nico. Im zweiten Jahr war er dann aber sehr gut."

"Esteban", setzt der Spanier seine Vergleiche fort, "hatte vergangenes Jahr so seine Schwierigkeiten, war nicht so gut wie Daniel. Erst am Jahresende kam er besser in Fahrt. Es ist einfach so, dass die Eingewöhnung heutzutage dauert. Ich versuche, das so schnell wie möglich zu bewältigen. Sorgen mache ich mir nicht. Das wird schon kommen."

Alpine: Seit Portimao-Update vorne mit dabei

Zumal nicht nur er persönlich, sondern auch Alpine als Team im Moment große Fortschritte macht. Beim Saisonauftakt in Bahrain sah es nicht so aus, als würde der französisch-britische Rennstall im vorderen Mittelfeld mitmischen. Doch seit dem Portimao-Update scheint der A521 auf einem ähnlichen Niveau wie McLaren, Ferrari und AlphaTauri zu sein.

"Ich glaube, McLaren und Ferrari sind noch ein bisschen schneller. Zumindest waren sie das im Schnitt der ersten vier Rennen", analysiert Alonso. "Ihr Tempo ist einfach konstanter als unseres. Es stimmt aber, dass wir in Portugal einen großen Schritt gemacht haben. Hier in Barcelona bestätigen wir, dass das nicht streckenspezifisch war. Alpine ist jetzt im Mix mit Ferrari und McLaren."


Fotostrecke: Formel-1-Technik: Die "dicke" Airbox des Alpine A521 von Alonso

"Das ist ein positiver Trend, den wir da im Team sehen, und wir blicken den nächsten Rennen aufgeregt entgegen. Wir müssen aber vorsichtig bleiben und erst bestätigen, dass wir jetzt mehr Portugal und Barcelona sind als Bahrain und Imola. Ist ja fast zu schön, um wahr zu sein! Aber Esteban war P6 in Portugal und P5 hier. Das sind gute Nachrichten."

Alonso erwartet schwieriges Rennen in Barcelona

Doch während Alonso im Rennen in Portimao seine ganze Erfahrung ausspielen konnte und trotz der schlechteren Startposition am Ende auf Augenhöhe mit Ocon war, wird eine solche Aufholjagd in Barcelona schwieriger. Der Circuit de Barcelona-Catalunya gilt als besonders knifflig, was Überholmanöver betrifft. Die 2021 extrem knappen Zeitabstände machen das nicht einfacher.

"Ich bin gespannt", sagt Alonso, "auf welchen Reifen die hinter mir starten. P10 ist nicht ideal, denn ich muss als Letzter auf den gebrauchten Reifen aus Q2 starten, und noch dazu auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung. Mein Start wird also schlechter sein als der von P11 bis P13. Es wird schwierig, da in die Punkte zu fahren, aber wir tun unser Bestes."

"Wir müssen auf jeden Fall aggressiv sein und einen guten Start hinlegen. Mit einer guten ersten Kurve", weiß der Alpine-Altstar. "Denn nach zwei oder drei Runden werden die Positionen für den Rest des Rennens bezogen sein, weil Überholmanöver auf dieser Strecke schwierig sind. Umso wichtiger ist es, am Anfang aggressiv zu sein."

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