• 09. Mai 2021 · 12:43 Uhr

100. Poleposition für Lewis Hamilton: "Kann das gar nicht verarbeiten"

Wie Lewis Hamilton seine 100. Poleposition in der Formel 1 kommentiert und wie Mercedes-Sportchef Toto Wolff diese bisher einmalige Leistung einordnet

(Motorsport-Total.com) - "Es ist eine so hohe Zahl, dass man es kaum in Worte fassen kann, wie verrückt das ist. Ich jedenfalls kann das gar nicht verarbeiten." Das sind die Worte von Lewis Hamilton, kurz nach dem Aussteigen im Anschluss an das Qualifying zum Spanien-Grand-Prix 2021 in Barcelona (hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!), in dem er zum 100. Mal den ersten Startplatz erobert hat. Am Sonntag startet Hamilton daher zum 100. Mal von der Poleposition.

Lewis Hamilton, 100. Poleposition in Barcelona

100. Polepositions: Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton nach dem Qualifying in Barcelona Zoom Download

"Wenn du frisch aus dem Auto kommst, ist es immer schwierig, den Moment einzuschätzen. Ich betreibe schon so lange Motorsport, aber die Marke 100 ist etwas, von der wahrscheinlich niemand geglaubt hätte, dass ich sie einmal erreichen würde, und ich selbst am allerwenigsten", so der Mercedes-Fahrer.

Hamilton gerät ins Schwärmen: "Wenn ich so darüber nachdenke, dann denke ich vor allem an die Personen, die mir auf dem Weg dorthin geholfen haben. Es sind nicht nur die tollen Leute im Team hier an der Strecke, sondern auch all die Männer und Frauen zuhause in den Fabriken, die die Messlatte immer höher legen."

Und es sei "schon verrückt" mit derart speziellen Errungenschaften, meint Hamilton weiter. "Auch wenn es Nummer 100 war, es fühlte sich an wie eine der ersten Polepositions. Das macht es für mich umso mehr besonders."

2007: Hamiltons erste Poleposition in der Formel 1

Der heute siebenmalige Formel-1-Weltmeister hatte seine erste Poleposition bereits in seinem Debütjahr in der Rennserie erreicht, beim Kanada-Grand-Prix 2007 in Montreal, den er tags darauf auch gewann - ebenfalls eine Premiere.


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Doch wie genau fühlte sich diese erste Formel-1-Poleposition an? "An meine Gefühle kann ich mich nicht genau erinnern", sagt Hamilton, der in seiner ersten Saison an der Seite von Fernando Alonso für McLaren fuhr.

Alonso geschlagen, im gleichen Auto

"Ich glaube, damals wollte ich unbedingt gleichgestellt werden mit meinem Teamkollegen, was die Spritmenge [im Qualifying] anbelangte. Es war das erste Mal, dass wir gleich viel Benzin mitführten." Prompt schlug er Alonso um etwas mehr als vier Zehntelsekunden.

Hamilton erklärt: "Zehn Kilogramm mehr Sprit bedeuten über drei Zehntel. Wenn du also Sprit für eine Runde mehr an Bord hast, dann sind das eineinhalb Zehntel oder so."

Dass er mit gleicher Ausgangslage so viel schneller gewesen sei als Alonso, "das hat mir damals das Selbstvertrauen gestärkt", meint Hamilton. "Und jetzt sind es 100 Polepositions und ich fühle mich immer noch jung. Ich fühle mich gut. Es geht weiter."

Was Toto Wolff so sehr an Hamilton fasziniert

Gerade diese Einstellung ist es, die Mercedes-Sportchef Toto Wolff so sehr an Hamilton fasziniert. Er meint: "Lewis ist ganz klar ein herausragender Fahrer. Es gibt ganz offenbar etwas, das er viel besser macht als jeder andere. Wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre er nicht siebenmaliger Weltmeister."


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"Ich glaube aber auch: Die Kombination aus Fahrer und Team muss funktionieren. Und sie hat über die vergangenen sieben Jahre funktioniert, und wir sind weiterhin stark."

Hamilton wisse dabei immer wieder aufs Neue zu überzeugen. "Er fährt einfach auf einem Level, das man so noch nicht gesehen hat", sagt Wolff. "Auch dieses Mal: Das Auto war wahrscheinlich nicht perfekt, aber er schaffte es trotzdem knapp."

Wie Mercedes den Meilenstein einordnet

Mit dieser Äußerung spielt Wolff auf Hamiltons Qualifying an, in dem der Brite zunächst nicht zufrieden gewesen war mit dem Fahrzeug. "Er war sehr ruhig und sagte schnell, er habe den Eindruck, wir seien [beim Set-up] in die falsche Richtung gegangen", meint Wolff.

Gemeinsam mit seinen Ingenieuren habe Hamilton dann aber Feinjustierungen im erlaubten Rahmen vorgenommen, um so eine bessere Fahrbarkeit zu erzielen. "Und irgendwie", sagt Wolff, "hat es dann gereicht für die Poleposition."

Was dieser Meilenstein bedeute, das habe man bei Mercedes bereits intensiv diskutiert. "Andrew Shovlin sagte vorhin: Wenn man all diese Pole-Runden in einem einzigen Video zusammenfassen würde, das Video wäre zwei Stunden lang. Das zeigt ganz gut, was Lewis erreicht hat", sagt Wolff.

Dass es trotzdem Kritiker gäbe, die Hamilton den Vorwurf machen könnten, er sitze ja seit Jahren im besten Auto, das sieht Wolff gelassen: "Es wird immer Leute geben, die es so sehen. Je besser man ist, umso mehr Neid und Negativität weht dir entgegen. Es ist aber völlig egal, was jeder andere sagt. Wichtig ist nur, was er denkt und was wir im Team denken."

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