• 26. März 2021 · 17:01 Uhr

F1-Training Bahrain 2021: Sieben Fahrer, fünf Teams in 0,5 Sekunden!

Jetzt ist Max Verstappen endgültig Favorit beim Saisonauftakt: Bestzeit vor Lando Norris und Lewis Hamilton - Sebastian Vettel am Freitag unter Wert geschlagen

(Motorsport-Total.com) - Jetzt müsste man nur noch wissen, wer wie viel Sprit an Bord hatte! Solange das nicht klar ist, bleibt das neue Kräfteverhältnis in der Formel 1 unscharf. Doch ein Eindruck von den Wintertests hat sich im Freitagstraining zum Grand Prix von Bahrain (Formel 1 2021 live im Ticker!) verfestigt: So leicht wie in den vergangenen sieben Jahren wird es Mercedes 2021 nicht mehr haben!

Max Verstappen, Lewis Hamilton

Max Verstappen sicherte sich die Bestzeit im zweiten Freien Training in Bahrain Zoom Download

Bestzeit fuhr im zweiten Freien Training (unter Flutlicht und bei nur noch 28 statt 36 Grad Celsius Lufttemperatur) Max Verstappen (Red Bull), der schon nach den Wintertests als möglicher Favorit gehandelt wurde. Verstappen fuhr 1:30.847 Minuten und war um 0,235 Sekunden schneller als Lewis Titelverteidiger Hamilton (Mercedes) auf Platz drei.

Dass Red Bull im Moment schneller sei, "das wissen wir", sagt Hamilton. Niedergeschlagen wirkt der siebenmalige Weltmeister aber nicht, denn im Vergleich zu den Tests habe Mercedes immerhin "einen Schritt nach vorne gemacht." Valtteri Bottas (5./+0,371) nickt: "Ich glaube nicht, dass wir im Moment die Schnellsten sind. Aber wir sind auch nicht weit weg."

Laut Toto Wolff klang der Finne abseits der TV-Kameras viel skeptischer: "Valtteri hat am Ende gesagt, es ist unfahrbar", verrät der Mercedes-Teamchef. Das Heck sei zwar "nicht mehr so nervös und schnappig", wie es beim Wintertest war. Dafür kam Untersteuern in der Kurvenmitte als neues Problem dazu: "Das Auto ist einfach viel schwieriger zu verstehen."

Zeitabstände viel enger als 2020

Aus sportlicher Sicht ermutigend: Sieben Fahrer lagen innerhalb einer halben Sekunde, und die kamen von fünf verschiedenen Teams (Red Bull, McLaren, Mercedes, Ferrari und AlphaTauri). Sagenhafte 15 Fahrer aus acht Teams (!) hatten weniger als eine Sekunde Rückstand auf die Bestzeit. Im zweiten Freien Training der Saison 2020 waren es neun Fahrer aus sechs Teams gewesen.

Sebastian Vettel war mittendrin in diesem heiß umkämpfen Paket, allerdings nur auf dem 14. Platz. Auf seiner schnellsten Runde war er im ersten Sektor praktisch gleich schnell wie die Spitze, im zweiten Sektor verlor er jedoch vier Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen, und in der letzten Kurve unterlief ihm ein Fahrfehler. Das zeigt: Da geht noch was bei Aston Martin!


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Lance Stroll hatte als Siebter nur 0,546 Sekunden Rückstand auf Verstappen und 0,266 Sekunden auf die "zweite Startreihe". "Wir haben zwischen FT1 und FT2 am Auto gearbeitet, um das Untersteuern zu eliminieren, das wir im Auto hatten", erklärt Teamchef Otmar Szafnauer gegenüber 'Sky' (ANZEIGE: Hol dir die komplette Formel 1 und den besten Live-Sport mit Sky Q oder streame flexibel mit Sky Ticket. Ganz ohne Receiver.). Dadurch sei das Auto aber im Heck etwas lose geworden.

Tost erwartet Q3 von AlphaTauri-Rookie

Zu den positiven Überraschungen des Tages gehört AlphaTauri. Beide Autos von Red Bulls B-Team landeten in den Top 10. Yuki Tsunoda (7.) war beim Debüt gleich um 0,189 Sekunden schneller als Pierre Gasly (9.). Franz Tost legt dem japanischen Rookie die Latte bei 'ServusTV' entsprechend hoch: "Ich erwarte, dass er vielleicht in Q3 ist. Und dass er dann im Rennen Punkte sammelt."

Das wäre für McLaren zu wenig. Lando Norris hatte als Zweiter nur 0,095 Sekunden Rückstand auf Verstappen. Teamchef Andreas Seidl wirkt mehr als zufrieden mit dem neuen Mercedes-Motor, wenn er sagt: "Wir sind sehr happy mit dem, was wir bisher gesehen haben." Auch wenn Verstappen glaubt: "Ich schätze, dass Mercedes das beste Mercedes-Auto sein wird."

Für Altstar Kimi Räikkönen schien der Freitagabend schon nach sechs Runden beendet. Der Alfa-Romeo-Pilot verlor ausgangs Kurve 2 die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam ins Rutschen und krachte mit der Nase voran in die Leitplanke. Allerdings konnte er aus eigener Kraft an die Box fahren, sodass der Schaden repariert werden und er am Ende noch einmal rausgehen konnte (P16, 1,014 Sekunden Rückstand).

Abgeschlagen zurück lagen, wie nach den Wintertests nicht anders zu erwarten war, Williams und Haas. Debütant Mick Schumacher beendete seinen ersten Formel-1-Freitag als Stammfahrer an 18. Position unter 20 Fahrern. Wichtig aber: Seinen Teamkollegen Nikita Masepin distanzerte er um 0,152 Sekunden.

Masepin: Funkspruch nicht jugendfrei

Masepin gab den Formel-1-Fans mit einem Ausritt in Kurve 4 gleich zu Beginn der Flutlichtsession einen Vorgeschmack auf sein Temperament. "The balance is all over the fucking place", fluchte er am Boxenfunk - eine Botschaft, die an dieser Stelle aus Jugendschutzgründen besser ohne deutsche Übersetzung stehen bleibt ...

Vor dem ersten Qualifying der Saison gilt also Red Bull zum ersten Mal seit langer Zeit als Favorit. Verstappen gibt sich zwar wortkarg, wenn er die Performance einordnen soll. So viel verrät er dann aber doch: "Ich bin ziemlich glücklich. Ist ein guter Anfang ins Wochenende." Aber: "Morgen ist ein anderer Tag, mit mehr Wind. Und das ist mit diesen Autos sehr schwierig."

Helmut Marko meint bei 'ServusTV': "Wir brauchen ein absolut wettbewerbsfähiges Chassis. Das scheint gelungen zu sein. Das Auto ist sehr ruhig, ist nicht mehr so windempfindlich." Für Red Bulls Motorsportkonsulenten ganz entscheidend: "Die Longruns waren vielversprechend. Soweit ich das gesehen habe, waren wir da auch Schnellster."

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