• 10. Dezember 2020 · 18:28 Uhr

"No Power": Mercedes erklärt, warum George Russell so besorgt war

Der gefühlte Leistungsverlust bei George Russell in Sachir entpuppte sich als Sensorproblem: Mercedes erklärt, wie das Team damit umgehen musste

(Motorsport-Total.com) - Schrecksekunde für alle George-Russell-Fans in Sachir: "No power", funkte der Mercedes-Pilot nach seinem ersten Boxenstopp und ließ die Fans vor den TV-Bildschirmen in Sorge. Doch als so tragisch entpuppte sich das Problem beim Briten nicht. Mercedes leistet nun Aufklärung, was dabei vorgefallen war.

George Russell

George Russell erwischte in Sachir einen fehlerhaften Sensor Zoom Download

Laut dem Team habe sich Russell nicht nur einmal über fehlende Leistung beklagt. Schon in der Runde in die Startaufstellung bemerkte Mercedes ein Problem mit einem Sensor im Auspuffsystem des Autos. "Dadurch haben wir nicht das konstante Signal bekommen, das wir für eine normale Arbeit an der Power-Unit benötigen", erklärt Technikchef James Allison.

Der fehlerhafte Sensorwert führte schließlich zu einer Leistungsschwankung im Motor. Normalerweise würde das Team seinem Auto bei einem fehlerhaften Sensor einfach sagen, dass es nicht mehr auf den Sensor hören soll. Zwar wäre die Strategie nicht mehr so gut wie mit einem funktionierenden Sensor, aber immer noch besser als mit Input von einem fehlerhaften Sensor.

Zweiter Sensor ebenfalls ignoriert

"Schon früh im Rennen haben wir George gesagt, dass er den Sensor ausschalten soll, damit das Auto nicht mehr darauf hört, was dieser sagt", so Allison. Das Problem von Mercedes: "Ärgerlicherweise hat das dafür gesorgt, dass das Auto noch einen anderen Sensor ignoriert hat. Das hätte es nicht tun sollen."

Das führte laut dem Technikchef zu einem weiteren Problem. Denn der zweite ignorierte Sensor war der Sensor, den die FIA benutzt, um die Legalität des Autos zu überprüfen. Dabei geht es darum, wie viel elektrische Energie man in einer Runde entlädt.

"Die FIA konnte verstehen, was passiert war, hätte es aber natürlich lieber gehabt, wenn der zweite Sensor noch online gewesen wäre und seinen Job erledigt hätte", sagt Allison.

Wenig später im Rennen hörte der erste Sensor jedoch auf, Fehler auszuspucken. "Es sah so aus, als sei er einfach eines natürlichen Todes gestorben", sagt Allison. Mercedes musste dem Auto daher nicht mehr sagen, dass es den Sensor ignorieren soll. "Er war ja schließlich tot und nicht ein wenig an und ein wenig aus."

Sensor erwacht wieder zum Leben

Damit war der zweite Sensor wieder im Einsatz und lief eine Zeit lang problemlos, bis Russell dann die öffentlich hörbare Nachricht am Funk sagte. "Der Sensor, von dem wir dachten, dass er tot war, erlebte einen Lazarus-Moment und erwachte wieder zum Leben", erklärt Allison. "Dadurch schwankte die Leistung wieder."

Mercedes ließ den Sensor erneut ignorieren und überging damit auch wieder den zweiten Sensor der FIA.


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"Das war einfach ein enormes Ärgernis für die Jungs in der Garage und auch für George, die es managen mussten", sagt Allison. Russell musste am Lenkrad ein paar Knöpfe umstellen, damit das Auto wieder richtig mit den Sensoren umgehen konnte.

"Das hat uns zwar nicht viel Zeit und auch nicht viel Leistung gekostet, aber es war nervig und eine kleine Sorge. Das wurde aber von dem Kerl, der an diesem Wochenende zum ersten Mal unser Auto gefahren ist, gut gehandhabt."

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