• 06. Dezember 2020 · 21:10 Uhr

Mercedes-Panne versaut Russell-Sieg: "Kolossalster Fuck-up!"

Toto Wolff kann den Fehler seiner Crew nicht schönreden und erklärt, wie es zu der Reifenpasse kommen konnte - Mercedes mit 20.000 Euro Strafe

(Motorsport-Total.com) - Toto Wolff nimmt nach dem Rennen kein Blatt vor den Mund: "Das war einer der kolossalsten Fuck-ups, die wir je hatten", ärgert er sich. Der Fehler beim Boxenstopp von George Russell hat den Briten nach einem beherzten Rennen um einen möglichen Sieg bei seinem ersten Einsatz für Mercedes gebracht. Bis dahin hatte Russell den Grand Prix in Sachir souverän angeführt.

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George Russell wurde mit den Reifen von Valtteri Bottas rausgeschickt Zoom Download

Doch als das Safety-Car nach einem Unfall von Jack Aitken - ausgerechnet Russells Ersatzmann bei Williams - in Runde 63 ausrücken musste, ging das Rennen von Russell den Bach runter. Mercedes verpatzte seinen Reifenwechsel und schickte ihn aus Versehen mit Reifen von Teamkollege Valtteri Bottas raus, der hinter ihm ebenfalls auf seinen Service wartete.

"Es war die rechte Seite, die hat den Funkspruch nicht gehört. Und so war der falsche Reifen draußen für das falsche Auto", erklärt Wolff. "Das darf nicht passieren, aber passiert auch unserem Team. Und das zeigt, dass Menschen an der Arbeit sind."

Russell fuhr mit Vorderreifen von Bottas auf die Strecke, der seinerseits dann keine Reifen mehr parat hatte und lange warten musste. "Als für Valtteri keine Reifen da waren, wussten wir sofort, dass die bei George drauf sind", ärgert sich Wolff.

Das sagt das Reglement

Mercedes korrigierte seinen Fehler eine Runde später und holte Russell sofort wieder an die Box, um ihm die richtigen Reifen zu geben. Einen Regelverstoß hatte man da aber schon begangen.


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Denn in Artikel 24.2 a) und 24.3 e) des Sportlichen Reglements ist festgelegt, dass ein Fahrer nur mit seinen ihm zugeteilten Reifen fahren darf und nur eine bestimmte Anzahl an Sätzen benutzen darf. Der Verstoß wurde von den Technischen Delegierten der Formel 1 bereits an die Rennkommissare weitergeleitet.

Obwohl im Reglement eigentlich eine Disqualifikation vorgesehen ist, beließen es die Kommissare bei einer Strafe von 20.000 Euro für das Team.

Stopp eigentlich nicht notwendig

Ärgerlich für Mercedes: Eigentlich hatte man seinen Pflichtstopp bereits absolviert und wollte mit einem weiteren Reifenwechsel auf Nummer sicher gehen, weil der Abstand auf den Drittplatzierten Sergio Perez groß genug war. "Es war ein Sicherheitsstopp", bestätigt Wolff. "Wir hatten mit dem Hard kein Problem, der hätte gehalten."

Trotzdem hätte Russell den Sieg in Bahrain noch holen können. Denn die Pace des Mercedes war auf frischen Mediums so stark, dass sich der Brite schnell von Rang fünf auf Platz zwei vorfahren konnte. Bevor er aber auch Sergio Perez auf dessen Hards angreifen konnte, schlug das Pech ein zweites Mal zu: Ein Reifenschaden zwang Russell noch einmal an die Box. Am Ende wurde es für ihn Rang neun.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es wurde uns heute zweimal weggenommen", haderte Russell nach dem Rennen am Funk. "Es hat Spaß gemacht und ich habe es verdammt nochmal geliebt, aber ehrlich, ich bin am Boden zerstört. Ich bin wirklich am Boden zerstört. Ich hoffe, dass wir die Möglichkeit noch einmal bekommen werden."

Ein Bild des Tages gab es nach dem Rennen, als Russell sich enttäuscht auf den Boden legte. "Ich hatte schon Rennen, in denen mir der Sieg genommen wurde - aber zweimal? Ich kann nicht glauben, was passiert ist", sagt er anschließend.

Der Trost von Toto Wolff ("Es tut mir leid, das war eine brillante Leistung.") dürfte Russell am Sonntag wenig geholfen haben.

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