• 04. September 2020 · 12:32 Uhr

F1 Monza 2020: Crash von Verstappen, Vettel nur auf P19

Au weia, Ferrari! Auch beim Heimrennen in Monza geht's für Sebastian Vettel und Charles Leclerc so ernüchternd weiter wie zuletzt in Spa ...

(Motorsport-Total.com) - Auch in der ersten Session, in der die technische Richtlinie TD037/20 greift, hat Mercedes das Geschehen dominiert. Valtteri Bottas sicherte sich im ersten Freien Training zum Grand Prix von Italien (Formel 1 2020 live im Ticker!) die Bestzeit (1:20.703 Minuten), 0,245 Sekunden vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und 0,797 Sekunden vor dem ersten Mercedes-Verfolger Alexander Albon (Red Bull).

Max Verstappen

Red-Bull-Fahrer Max Verstappen nach seinem Crash zurück an der Red-Bull-Box Zoom Download

Für Max Verstappen (5./Red Bull) begann das Wochenende hingegen nicht nach Wunsch. Der 22-Jährige hatte sieben Runden absolviert, als er mitten in der Ascari-Schikane ins Rutschen kam, die Kontrolle über seinen RB16 nicht zurückgewinnen konnte und mit geringer Geschwindigkeit in die Leitplanken einschlug. Dabei ging unter anderem sein Frontflügel kaputt.

Anschließend steuerte Verstappen aus eigener Kraft die Box an, wo die Mechaniker erstmal schrauben mussten. Es dauerte 22 Minuten, bis er wieder fahren konnte. Letztendlich wurde er mit 0,938 Sekunden Rückstand Fünfter - und war damit um 0,141 Sekunden langsamer als sein Teamkollege.

"Zum Glück war nur der Frontflügel beschädigt", berichtet Teamchef Christian Horner. "Der Schaden am Unterboden ist überschaubar. Den nehmen sich die Mechaniker in der Mittagspause vor." Verstappen sei "mit der Balance noch nicht ganz zufrieden. Ich bin mir aber sicher, dass wir das für das zweite Training aussortiert bekommen."

Top 10 innerhalb von rund einer Sekunde

Ob's an der neuen technischen Richtlinie in Bezug auf die Motorenmodi lag oder nicht, sei dahingestellt, aber insgesamt war das Feld im ersten Training ähnlich dicht beisammen wie zuletzt in Spa-Francorchamps. Die Top 10 landeten innerhalb von gut einer Sekunde, und selbst Freitagstester Roy Nissany (18./Williams) hatte nur 2,123 Sekunden Rückstand auf Bottas.

Langsamer als der Israeli waren nur zwei Piloten: Sein Teamkollege Nicholas Latifi (20./+2,417) - und Sebastian Vettel (19./+2,285), für den Monza ähnlich schlecht begann, wie Spa geendet hat. Charles Leclerc im anderen Ferrari war zwar deutlich schneller (+1,201), aber für einen Top-10-Platz reichte es auch bei ihm nicht: P11.

Obwohl die Asphalttemperatur im Verlauf der Session um zehn Grad auf bis zu 39 Grad anstieg, was Ferrari eigentlich entgegenkommen müsste, taten sich die beiden schwer. Vettel war mehr als einmal neben der Ideallinie, und als Ferrari für das Qualifying Windschatten trainieren wollte, verbremste sich Leclerc, der von Vettel gezogen werden sollte, gleich in der ersten Kurve.

Interessant: Bottas fuhr nur im zweiten Sektor die absolute Bestzeit - und zwar deutlich (0,283 Sekunden vor Hamilton). Im ersten Sektor war aber Carlos Sainz (McLaren/+1,118) Schnellster, der im Gesamtergebnis Platz zehn belegte. Und im dritten Sektor fuhr Hamilton um 0,075 Sekunden schneller als Bottas.

Track-Limits sorgen schon wieder für Chaos

Für Gesprächsstoff könnten an diesem Wochenende die Track-Limits sorgen, die von FIA-Rennleiter Michael Masi streng überwacht werden. Fast im Minutentakt wurden während des ersten Trainings Zeiten gelöscht. Erst gegen Ende, als sich die Fahrer ein wenig daran gewöhnt hatten, was sie dürfen und was nicht, wurde das etwas besser.

Und sonst? Daniil Kwjat (AlphaTauri/+0,852) überraschte auf P4, knapp vor seinem Teamkollegen Pierre Gasly (6./+0,964), der sich am Ende einen Dreher in der Variante della Roggia leistete, damit aber in bester Gesellschaft war. Fast alle Piloten loteten die Limits aus und waren dabei mal neben der Strecke. Einen echten Crash lieferte aber nur Verstappen ab.

Renault und Racing Point, die mit ihren Low-Downforce-Paketen zu den Mitfavoriten auf ein Top-6-Ergebnis zählen, konnten bisher noch nicht überzeugen. Die Zeiten sollte man aber noch nicht überbewerten, weil viel getestet wurde. Daniel Ricciardo (9./+1,086) zum Beispiel probierte neue Aero-Teile aus, die in Zukunft eingesetzt werden könnten.

(Paddock live: Der Trainingsfreitag in Monza)

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