• 16. August 2020 · 08:54 Uhr

Renault über Ocons Rückstand: "Das ist das, das wir akzeptieren"

Während Esteban Ocon rätselt, warum er so viel Zeit auf Daniel Ricciardo verliert, sagt Teamchef Cyril Abiteboul: "Daniel ist ganz klar eine Messlatte für ihn"

(Motorsport-Total.com) - 0,375 Sekunden im zweiten Silverstone-Qualifying, jetzt 0,369 Sekunden in Barcelona: Der Rückstand von Esteban Ocon auf seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo war zuletzt zu groß. "Wir sind noch nicht dahintergekommen, woher der Unterschied zwischen den beiden Autos kommt", rätselt der Franzose. "Das müssen wir in den Griff bekommen. Ganz eindeutig fehlt an meinem Auto im Moment Performance."

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Esteban Ocon ist bei Renault im Moment nur zweite Kraft hinter Ricciardo Zoom Download

"Am meisten Zeit", erklärt er, "verliere ich auf den Geraden. Das beobachten wir seit Silverstone 2. Da bleibt zwischen den beiden Autos Rundenzeit liegen. Und da kommt der größte Brocken her." Eine Behauptung, die durch die Topspeed-Messungen nur bedingt gestützt wird. Da war Ocon in Silverstone um 2,3 und in Barcelona um 2,5 km/h langsamer als Ricciardo. Das erklärt keine vier Zehntelsekunden.

Die zweieinhalb km/h Unterschied könnten daher kommen, dass Ricciardo seit Silverstone mit einem frischeren Motor fährt. Das kostet Ocon laut Sportdirektor Alan Permane eine Zehntelsekunde pro Runde. Der Rest, vermutet man bei Renault, komme vom Fahrerischen.

Teamchef Cyril Abiteboul erklärt bei 'Sky', dass er mit drei bis vier Zehntelsekunden Abstand zwischen seinen Fahrern leben kann: "Das ist das, das wir akzeptieren. Esteban hat derzeit wohl den besten Teamkollegen, den er je hatte. Daniel ist ganz klar eine Messlatte für ihn. Das sieht er selbst auch so. Er muss es Schritt für Schritt angehen."

"Er hat gute Rennen. Das hilft seinem Selbstvertrauen. Es ist aber schwierig, eine gute Leistung aus unserem Auto herauszuholen. Daniel gelingt das. Esteban vielleicht noch nicht", vermutet Abiteboul. Ocon verliere "ein bisschen hier und da, besonders aber in schnellen Kurven. Er muss noch besser darin werden, mehr Speed in diese Kurven mitzunehmen."

Permane hat bereits in Silverstone erklärt, dass es "keine Schande" sei, von einem Fahrer des Kalibers Ricciardo bis zu zweieinhalb Zehntelsekunden Rückstand aufgebrummt zu bekommen: "Daniel ist einfach ein phänomenaler Fahrer." Das hat - auch wenn es nicht ausgesprochen wird - den Sound von: Stand heute ist Ricciardo einfach schneller als Ocon.

Der 23-Jährige selbst grübelt: "Wenn du siehst, dass du in dieser und jener Kurve was verlierst, versuchst du das anzupacken. Es ist aber von Run zu Run unterschiedlich, warum du Zeit verlierst. Wenn es zwischen zwei Fahrern eng zugeht, ist das normalerweise etwas Gutes. Aber seit Silverstone 2 ist da ein Zeitabstand, den es davor nicht gegeben hat."

"In Budapest", verweist Ocon, "lagen wir noch nahe beisammen. In Silverstone 1 auch. Wir sollten näher dran sein, als wir hier waren. Und wir beide sollten enger beisammen liegen." Klar sei aber auch: "Insgesamt hat uns einfach ein bisschen Tempo gefehlt, um ins Q3 einzuziehen." Ocon wurde im Q2 in Barcelona 15. und Letzter, 0,401 Sekunden hinter Lando Norris auf P10.

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