• 26. Oktober 2019 · 23:11 Uhr

Nach frechen PK-Aussagen: Untersuchung gegen Max Verstappen

Max Verstappen gibt in der Pressekonferenz selbstbewusst zu, dass er trotz des Unfalls nicht verlangsamt habe - Das bringt die Rennkommissare auf den Plan

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen droht nach seiner Pole-Runde von Mexiko noch ein Nachspiel. Der Red-Bull-Pilot muss bei den Rennkommissaren vorsprechen, weil er trotz des Unfalls von Valtteri Bottas (Mercedes) in der letzten Kurve eine Bestzeit im letzten Sektor gefahren war (Formel 1 2019 live im Ticker). Trotz gelber Flaggen war er im Sektor 0,001 Sekunden schneller als beim ersten Versuch.

Max Verstappen, Charles Leclerc

Max Verstappen gibt zu, dass er trotz des Unfalls nicht verlangsamt habe Zoom Download

Dass die Kommissare den Fall untersuchen, hat aber auch mit seinen Aussagen aus der Pressekonferenz zu tun. "Mir war bewusst, dass Valtteri einen Unfall hatte", gibt er dort unumwunden zu. Und hat er langsamer gemacht? "Es sah nicht so aus, oder? Nein", gibt er selbstbewusst als Antwort.

Dabei ist das Verlangsamen unter gelber Flagge aus Sicherheitsgründen ein ernstes Thema und wird in der Regel hart bestraft. Sebastian Vettel brach seine Runde ab, als er die gelben Flaggen sah.

Trotzdem untersuchte die FIA den Vorfall erst einmal nicht. Erst gut zwei Stunden nach der Qualifikation vermeldete man, dass man die Szene nun doch untersucht. Wie es heißt, sollen auch die Aussagen Verstappens aus der Pressekonferenz ursächlich dafür sein.

"Wir wissen alle, was eine gelbe Flagge heißt", sagt Verstappen. Laut Reglement müssen die Fahrer dabei verlangsamen und bereit sein, um auszuweichen. Das ist in Artikel 2.5.5 im Anhang H des Sportlichen Reglements festgelegt. Das hat er jedoch nicht getan, wie er selbst zugibt.

Doch das Sicherheitsargument wird für den Niederländer zu hoch gehangen: "Ich denke, wir wissen, was wir tun. Ansonsten würden wir kein Formel-1-Auto fahren. Es ist Qualifying, und dann versucht man es."

Womöglich droht dem Red-Bull-Piloten nun ein Nachspiel. Angst vor einer Strafe hat er jedoch nicht: "Wenn sie die Runde streichen wollen, sollen sie es machen." Hintergrund: Auch Verstappens zweite Zeit wäre schnell genug für die Pole-Position. Allerdings könnte es auch eine Strafversetzung und Strafpunkt geben. Nicht ausgeschlossen, dass die FIA aufgrund seiner Aussagen und der fehlenden Einsicht noch zu erzieherischen Maßnahmen greift.

Für seine Konkurrenten ist die Situation eindeutig. "Für alle ist klar: Gibt es eine gelbe Flagge, musst du verlangsamen", sagt Charles Leclerc. Auch in den sozialen Netzwerken stellen sich viele andere Fahrer und Ex-Fahrer auf die Seite der Sicherheit.

Für Verstappen spricht, dass er im entscheidenden Mini-Sektor, der den Sektor noch einmal in kleinere Abschnitte unterteilt, keine Bestzeit gefahren hat. Das war nach den Aussagen des Niederländers allerdings eher Zufall und nicht beabsichtigt.

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