• 02. August 2019 · 12:30 Uhr

Formel 1 Ungarn 2019: Hamilton vor Verstappen und Vettel

Die drei Topteams liegen nach dem ersten Freien Training in Budapest Kopf an Kopf, obwohl Max Verstappen mit dem Handling nicht zufrieden ist

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton (Mercedes) hat im ersten Freien Training zum Grand Prix von Ungarn, dem letzten Rennen vor der Sommerpause der Formel 1, Bestzeit erzielt. Der WM-Leader umrundete den Hungaroring in der Nähe von Budapest in 1:17.233 Minuten und war damit um je 0,17 Sekunden schneller als Max Verstappen (Red Bull) und Sebastian Vettel (Ferrari).

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training in Budapest Zoom Download

Die beiden Kontrahenten trennten nach 90 Minuten lediglich 0,001 Sekunden, sodass die drei Topteams ziemlich nah beieinander zu sein scheinen. Mercedes könnte einen kleinen Vorteil haben, doch darauf will sich Motorsportchef Toto Wolff nicht verlassen: "Ich sage gar nichts mehr darüber, ob uns eine Strecke liegt oder nicht. Das mit dem Karma ist mir zu heiß geworden", meint er.

"Ins Hockenheim-Wochenende haben wir alles reingelegt, aber dort ist alles schiefgelaufen. Wir schauen von Tag zu Tag, von Session zu Session. Und dann sehen wir, was am Sonntag dabei rauskommt", so der Österreicher.

Wenig glücklich wirkte auch Red Bull: Verstappen kam jedoch mit dem Handling des Autos nicht klar und beschwerte sich häufiger darüber, dass sein Heck so sensibel sei. Das wurde auch sichtbar in zwei Drehern in den Kurven 12 und 14, die jedoch ohne Auswirkungen blieben.

Bei den "zweiten" Piloten lief es zum Trainingsauftakt nicht ganz so gut: Pierre Gasly war mit einer knappen halben Sekunde Rückstand noch der Beste, Charles Leclerc fehlte im Ferrari fast eine ganze Sekunde.

Motortausch bei Valtteri Bottas

Größter Pechvogel des Tages war jedoch Valtteri Bottas, der nur zwei Runden drehen konnte. Mercedes stellte ein Problem an seiner Power-Unit fest und wechselte aus Sicherheitsgründen den Motor aus, um das Problem näher zu untersuchen. Das bedeutete jedoch das vorzeitige Sessionende nach nur wenigen Minuten und ohne gezeitete Runde.

"Wir wissen nicht, ob die Antriebseinheit beschädigt ist oder ob nur ein Sensor defekt ist", sagt Motorsportchef Wolff. "Also haben wir eine präventive Untersuchung durchgeführt. Da sollte das Ergebnis bald feststehen."

Eine Grid-Strafe muss er nicht befürchten, weil ihm ein gebrauchter Motor eingebaut wird. "Die kommen wenn, dann später in der Saison. Wenn es das ist, was wir glauben, haben wir nochmal Glück gehabt", so Wolff.

Deutliche Unterschiede bei Haas

Bei Haas setzte man weiter auf die unterschiedlichen Fahrzeug-Konzepte. Diesmal schein jedoch Kevin Magnussen mit der Hockenheim-Spec deutlich schneller zu sein. Als Fünfter war er rund eine Sekunde schneller als Teamkollege Romain Grosjean (12.), der weiter mit der Melbourne-Variante unterwegs ist.

"Kevin hat gute Arbeit geleistet und das Auto war schnell", sagt Teamchef Günther Steiner. "Ich glaube, dass wir verstehen, warum er schneller ist als das andere Auto. Am Auto von Romain müssen wir noch ein bisschen arbeiten. Wir fahren ja wieder mit unterschiedlichen Spezifikationen."

Grosjean haderte derweil mit seinem Auto und funkte, dass er von Über- bis Untersteuern alles habe. "Sie gehen jetzt die Daten durch und schauen, ob sie was finden, was die Balance verbessern kann", meint Steiner dazu. "Vielleicht liegt's auch an der Flügeleinstellung hinten. Hoffentlich finden wir für das zweite Training mehr Anpressdruck, sodass er ordentlich damit fahren kann."

Racing Point mit zwei Drehern

Nico Hülkenberg konnte nach der Enttäuschung von Hockenheim wieder aufzeigen und vor den beiden McLaren von Lando Norris und Carlos Sainz auf Rang sieben fahren, Daniel Ricciardo wurde Elfter. Die Session von Sainz war dabei übrigens vorzeitig beendet: Nach einem Problem am Renault-Motor blieb er in den Schlussminuten in der Garage.

Auch bei Alfa Romeo fuhr man am Vormittag Vergleichsfahrten. Kimi Räikkönen (10.) war mit einem regulären Heckflügel unterwegs, Antonio Giovinazzi testete eine Low-Downforce-Variante, die schon auf Spa und Monza vorgreift. Weil das in Ungarn aber absolut das Falsche ist, ist sein 16. Platz wenig verwunderlich.

Für die meiste Action sorgten die beiden Racing Points: Sergio Perez (15.) und Lance Stroll (18.) leisteten sich im Mittelsektor jeweils einen spektakulären Dreher, konnten aber ohne anzuschlagen weiterfahren. Für Williams darf es als Erfolg vermeldet werden, dass George Russell mit 2,4 Sekunden Rückstand vor Stroll landete. Robert Kubica wurde mit drei Sekunden Rückstand 19. vor dem zeitenlosen Bottas.

Regen war im Übrigen auch ein Faktor: Schon als die Ampel auf Grün sprang, kamen plötzlich Tropfen von oben, die mal mehr und mal weniger wurden. Zwischenzeitlich fuhren sogar einige Fahrer auf Intermediates raus. Möglicherweise drohen am Nachmittag weitere Niederschläge.

Das zweite Training startet um 15 Uhr.

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