• 23. Mai 2019 · 22:43 Uhr

Williams: Sind in Monaco noch langsamer als erwartet

George Russell und Robert Kubica fehlen am Donnerstag vier Sekunden - Wunder gebe es eben keine, so der Pole - Kein Vertrauen und kein Grip

(Motorsport-Total.com) - "Unsere Pace war heute langsamer, als wir das erhofft und wohl auch erwartet hatten", beginnt Williams-Pilot George Russell seine Analyse des Trainingstages in Monaco. Die Williams-Piloten waren gemeinsam mit Lance Stroll (Racing Point) eindeutig die langsamsten Fahrer im Feld. Vier Sekunden betrug ihr Rückstand am Ende des Tages.

George Russell

Williams fährt dem Feld in Monaco besonders arg hinterher Zoom Download

"In Monaco brauchst du Selbstvertrauen im Auto, außerdem ein konstantes Auto - im Moment fehlt uns das. Ich bin nicht zu sehr überrascht." Russell konnte sich einmal mehr vor seinem Teamkollegen platzieren, allerdings nur um 0,094 Sekunden.

Er versucht, das Beste aus seiner schwierigen Lage zu machen. "Das ist sicherlich nicht der Platz, auf dem wir stehen wollen. Monaco ist eine sehr spezifische Strecke. Wenn wir an diesem Wochenende einen Schritt rückwärts machen sollten, dann sind wir nicht zu enttäuscht, weil das nicht wirklich relevant ist für das restliche Jahr."

Kubica hoffte auf Überraschung: "Aber es gibt keine Wunder"

Große Änderungen habe es am FW42 nicht gegeben. Das Auto reagiere "wie erwartet". Die enge Strecke, auf der viel Abtrieb gefragt ist, sei für Williams eine besonders große Herausforderung. Der Kurs im Fürstentum würde die Schwächen des Autos - besonders in langsamen Kurven - noch mehr zum Vorschein bringen als jede andere Strecke, merkt Robert Kubica an.

"Es ist natürlich hier nicht einfach zu fahren, wenn dir Grip fehlt und generell Abtrieb. Daher war mein Gefühl heute leider auch nicht wirklich toll, was vorherzusehen war. Man hofft natürlich immer, dass man positiv überrascht wird, aber es gibt keine Wunder", muss er nach 69 Runden feststellen.

Er hatte außerdem nach dem Casino Richtung Mirabeau Haute einen Dreher. "Wenn du keinen Grip hast, dann zeigt sich das in Monaco umso mehr. Das macht es schwieriger, das Auto zu pushen und genügend Selbstvertrauen zu haben, um beim Fahren alles rauszuquetschen."

Williams kann "Licht am Ende des Tunnels" erkennen

Positives konnte er zumindest im ersten Training mitnehmen: "Es war schön, dass ich nach neun Jahren in den ersten Runden nicht so schlecht war." Doch dann war es mit der Freude auch recht schnell wieder vorbei. Denn er habe kein Vertrauen in das Auto, was auf dem Stadtkurs von enormer Bedeutung ist. "Da ist es schwierig, auf der Strecke zu bleiben."

Während die Piloten resignieren, versucht Teamchefin Claire Williams positiv zu bleiben. "Ich spüre definitiv, dass wir nun Licht am Ende des Tunnels sehen können", ist die Britin überzeugt. Das Rennen in Spanien habe gezeigt, dass man die Lücke zum nächsten Mittelfeldteam zu schließen beginne.

Zumindest fehlten Russell im Qualifying nur rund vier Zehntelsekunden auf den nächsten Piloten. Dennoch wurde das Team bislang in allen Rennen dieser Saison Letzte. Eklatant groß war auch der Rückstand auf das restliche Feld am Freitag: fast zwei Sekunden. Der Longrun sieht noch entmutigender aus: 3,2 Sekunden liegt das britische Team bei der Rennpace zurück.

Williams' Motto: "Hart kämpfen, nicht aufgeben"

"Es passiert langsam, aber wir alle wissen, dass es Zeit braucht, um ein Auto zu entwickeln. In der Fabrik passiert sehr viel Arbeit, was man natürlich nicht sieht. Die Aero-Jungs machen einen tollen Job, indem sie Performance im Windkanal finden."

Neue Teile sollen zu Saisonmitte in einem großen Update-Paket an die Strecke gebracht werden. Williams hofft so, "signifikant mehr Performance" zu sehen. Sie betont außerdem, dass die Stimmung im Traditionsteam keineswegs schlecht sei. "Das ist alles, was wir verlangen können: Hart kämpfen, nicht aufgeben und weiterhin Performance ans Auto bringen."

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