• 30. September 2016 · 15:19 Uhr

Wurz nach Boxenfeuer: "Aus Barcelona 2012 nichts gelernt"

Warum GPDA-Direktor Alex Wurz nach dem Renault-Boxenfeuer Kritik übt und wie er auf die Bedenken der Fahrer reagiert, Halo könnte bei Feuer zum Risiko werden

(Motorsport-Total.com) - GPDA-Direktor Alex Wurz übt nach dem Renault-Boxenfeuer im Freien Training Kritik an der Sicherheitsvorkehrungen in der Formel 1. Ursache ist, dass die Mechaniker des Werksteams großteils mit T-Shirts bekleidet waren, anstatt feuerfeste Wäsche zu tragen. "Da haben wir aus dem Williams-Feuer in Barcelona 2012 nichts gelernt", sagt der Österreicher.

Kevin Magnussen, Feuer

Renault-Mechaniker ohne feuerfeste Kleidung löschen den Boliden Zoom Download

Damals brach in der Box des Überraschungssieger-Teams nach dem Rennen ein Feuer aus - sieben Mechaniker mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, einer erlitt sogar schwere Brandverletzungen. "Ich weiß, dass die Mechaniker am Freitag, wenn die Autos ohnehin in der Garage betankt werden, keine feuerfesten Overalls tragen wollen", erklärt Wurz. "Und ich weiß, dass die Jungs um jeden Preis das Auto retten wollen, denn das ist ihr Baby. Das sind tapfere Männer. Aus Sicherheitssicht sollten sie aber besser zurücktreten."

Der Mechaniker, der den Tankschlauch ansetzte, war bloß mit einem T-Shirt bekleidet und ging somit ein großes Sicherheitsrisiko ein. Wurz fordert Maßnahmen gegen die aktuelle Situation. Doch auch das Paradeprojekt des ehemaligen Formel-1-Piloten, der Cockpitschutz Halo, war nach dem Boxenfeuer in Sepang Thema.

Wäre mit Halo Schlimmeres passiert?

Boxenfeuer

2012 in Barcelona: Beim Williams-Brand trägt kaum jemand feuerfeste Kleidung Zoom Download

Wäre Kevin Magnussen rasch genug aus dem Auto gekommen, wäre an diesem der Cockpitschutz Halo angebracht gewesen? "Das erste, woran ich dachte, war Halo", gibt Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz zu. "Es könnte knifflig werden, mit Halo so schnell aus dem Auto zu kommen." Wie viel Zeit Magnussen wegen des Systems verloren hätte, kann der Spanier nicht sagen, der Däne wäre aber "mit Sicherheit ein bisschen langsamer gewesen".

Er fordert, dass die FIA darüber nachdenkt: "Das ist ein gutes Beispiel für die FIA, um die Sache zu analysieren." Magnussen selbst sieht sich als "falscher Ansprechpartner", was das Aussteigen mit Halo angeht, schließlich hat er das System, das 2018 eingeführt werden soll, bislang noch nicht probiert. "Man will aber keine fünf Sekunden brauchen, wenn das Auto brennt", stellt er klar.

Wurz verteidigt Halo

Glaubt man allerdings Sergio Perez, dann benötigt man durch Halo allein fünf Sekunden länger als normal, um das Auto zu verlassen. Wurz ist währenddessen der Ansicht, dass die Gefahr durch das Feuer für den Piloten bei weitem kleiner ist als sie von vielen eingestuft wird.

"Vielleicht hätte er 0,5 Sekunden länger gebraucht, um aus dem Auto zu kommen, das aber in einem feuerfesten Overall, der 50 Sekunden Feuer schafft", wirft Wurz ein. Und vergleicht die Problematik mit der Vergangenheit: "Dann hätten wir vor zehn Jahren auch nicht die Kopfstützen einführen dürfen, denn um da rauszukommen, musst du auch die Schultern einrollen. Das dauert auch eine Zehntelsekunde länger. Zum Glück gab es in diesem Fall keine Notwendigkeit, besonders hektisch auszusteigen. Und es gibt ja verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Feuer."

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