• 08. Juni 2022 · 07:02 Uhr

Wolff: Mercedes würde mit Budgetzulage Mitarbeitergehälter erhöhen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff fordert eine Anhebung der Budgetobergrenze in der Formel 1, auch um Mitarbeitergehälter als Inflationsausgleich zu erhöhen

(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht sich für einen Kompromiss zur Anpassung der Budgetobergrenze in der Formel 1 aus, um die gestiegenen Energie- und Frachtkosten auszugleichen. Dies würde den Teams auch ermöglichen, die Gehälter der Mitarbeiter an die Inflation anzupassen.

Toto Wolff

Toto Wolff fordert eine Anhebung des Kostendeckels Zoom Download

Nach der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine ist die Inflation in mehreren europäischen Ländern auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Vor allem die gestiegenen Energie- und Transportkosten haben es den Spitzenteams der Formel 1 schwer gemacht, unter der aktuellen Budgetobergrenze von 141,2 Millionen Dollar zu bleiben, da die Budgets schon lange vor der Invasion Russlands in die Ukraine festgelegt wurden.

Teams wie Mercedes, Ferrari und Red Bull, die aktuell an der Budgetobergrenze operieren und in den Jahren vor dem Kostendeckel weit über dem derzeitigen Limit lagen, würden ohne drastische Maßnahmen zur weiteren Schrumpfung ihrer Teams einen Verstoß gegen die Vorschriften riskieren und drängen daher auf eine vorübergehende Anpassung, um den außerordentlichen Anstieg der Energie- und Transportkosten zu berücksichtigen.

Kleine Teams wehren sich gegen Erhöhung

Die Teams, die noch unter der Budgetobergrenze arbeiten, sind allerdings weniger daran interessiert, den Kostendeckel anzuheben und befürchten, dass eine Anhebung des Limits die Fortschritte zunichte machen würde, um das Feld näher zusammenzubringen.

Haas-Teamchef Günther Steiner warnt: "Die Formel 1 sollte die Budgetobergrenze nicht anheben, denn das ist gut für das Racing im Mittelfeld." Gleichzeitig zeigte er sich jedoch kompromissbereit, einen vorübergehenden Zuschlag für Frachtkosten in Betracht zu ziehen, sofern es überwacht werden kann.

Wolff betont jedoch, dass er nicht wolle, dass die Formel 1 die Obergrenze nur anhebe, um die kleineren Teams "auszumanövrieren", sondern er wolle einen Teil des zusätzlichen Zuschusses an die Mitarbeiter des Teams weitergeben, um ihre Gehälter an die Inflation anzupassen.

Wolff: "Möchte, dass meine Mitarbeiter gut bezahlt werden"

"Es geht nicht darum, dass wir mehr Gewinn machen wollen, sondern darum, dass die Gehälter der Mitarbeiter an die außerordentliche Inflation angepasst werden, unter der sie leiden", sagt der Mercedes-Teamchef. "Hoffentlich können wir einen Weg finden, es anzupassen."

"Ich glaube, das Schlimmste für den Sport ist, eine sture Haltung zu haben. Wenn einige der kleineren Teams glauben, dass die Großen versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen und dass wir ihnen dieses und jenes verbieten wollen, während wir auf der anderen Seite versuchen, die Obergrenze anzuheben, ist falsch."

"Aus meiner Position als Teameigentümer kann ich sagen, dass ich die Obergrenze nicht anheben möchte, nur um eine Kostenobergrenze zu haben, die immer weiter steigt und im Grunde das ursprüngliche Konzept ausmanövriert. Ich möchte aber, dass meine Mitarbeiter gut bezahlt werden, besonders unter solch schwierigen Umständen", sagt Wolff.

Wolff rechnet vor: Etwa 8 Millionen Pfund höhere Kosten

Um das Risiko zu vermeiden, dass die großen Teams der Formel 1 zusätzliches Budget lediglich in die Entwicklung stecken würden, sagt Wolff, dass man daher unbedingt die Konten der Teams überwachen muss, damit nur die Energie- und Frachtkosten gedeckt werden.


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"Unsere Energiekosten in Brackley sind von 2,5 Millionen Pfund auf 6,5 Millionen Pfund gestiegen, unsere Frachtkosten in ähnlicher Weise, ich denke, es sind zwei bis sechs Millionen. Man kann das schwarz auf weiß in der Buchhaltung nachverfolgen, schaut es euch doch in der Gewinn- und Verlustrechnung an", sagt Wolff in Richtung der kleinen Teams.

"Und das ist es, worum wir in Bezug auf eine Anpassung bitten, die es uns dann erlauben würde, einen Teil davon auf die Erhöhung der Löhne umzulegen."

Mercedes will nicht noch mehr Mitarbeiter entlassen

Mercedes durchlief eine, wie Wolff es damals nannte, "schmerzhafte" Verkleinerung der Mannschaft, um die aktuelle Kostenobergrenze der Formel 1 überhaupt einhalten zu können. Eine Wiederholung dieses Prozesses für den Fall, dass kein Kompromiss gefunden werden kann, sei laut Wolff das Letzte, was er tun wolle.

"Wir wollen unter allen Umständen vermeiden, dass die großen Teams erneut umstrukturiert werden, und zwar auf eine Art und Weise, die für uns als Team und für die Branche wirklich schädlich wäre", erklärt er.

"Der Kostendeckel wurde zu bestimmten Zwecken eingeführt, damit die kleinen Teams den gleichen Betrag ausgeben können wie die großen. Es sollte nicht jedes Jahr eine Verhandlung geben, um den Kostendeckel anzuheben, aber ich denke, wir stehen vor einer Ausnahmesituation."

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