• 02. Dezember 2019 · 13:49 Uhr

Hülkenberg-Abschied: Ex-Formel-1-Pilot kritisiert Heuchelei der Teams

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi bereitete Renault Nico Hülkenberg einen warmherzigen Abschied - Für den selbst geschassten Giedo van der Garde eine Farce

(Motorsport-Total.com) - Eine eigene Pressemittelung zum Abschied, blonde Perücken auf dem Teamfoto und ein Spalier zum (vorerst) letzten Rennen: Renault hat sich beim Saisonfinale in Abu Dhabi einiges einfallen lassen, um Nico Hülkenberg den Abschied aus dem Team zu gestalten. Ex-Formel-1-Pilot Giedo van der Garde scheint das bitter aufgestoßen zu haben. Bei Twitter hebt er die Scheinheiligkeit der in der Königsklasse üblichen Abschiedsformel hervor.

Daniel Ricciardo, Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg hat bei Renault auch mit seiner Haarpracht Eindruck geschunden Zoom Download

"Ich liebe diese herzerwärmenden Abschiedsworte, die die Teams in den sozialen Medien für die Fahrer finden, die sie fallen gelassen haben", formuliert es der Holländer ironisch. Er zitiert aus den Lobeshymnen: "[Nico] ist so ein talentierter Fahrer, der nach vorne strebt, und geholfen hat, unsere Ziele zu erreichen und er ist insgesamt eine tolle Persönlichkeit." Trotz dieser Äußerungen folge sinngemäß aber ein: "Und jetzt verpiss dich", so van der Garde.

Fakt ist: Es war Renaults Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Hülkenberg nach drei Jahren zu beenden. Das Team setzt ab 2020 auf den bisherigen Mercedes-Junioren Esteban Ocon. Hülkenberg hat hingegen kein neues Cockpit gefunden und verlässt die Formel 1 erst einmal nach neun Saisons.

So ein unfreiwilliger Abgang ist van der Garde bestens bekannt. Der mittlerweile 34-Jährige kam bereits 2007 als Testfahrer für Super Aguri und Spyker zum Einsatz. 2012 bekam er die Ersatzfahrer-Rolle bei Caterham, wo er 2013 für eine Saison zum Stammpiloten aufstieg. 2014 dann der Wechsel zu Sauber. Dort hoffte er nach einem Jahr auf der Ersatzbank auf ein erneutes Stammcockpit.

Obwohl es schon einen Vorvertrag gegeben haben soll, zog van der Garde bei der Fahrerwahl aber gegen Marcus Ericsson und Felipe Nasr den Kürzeren. Mangelende Kommunikation führte zu kuriosen Szenen beim Saisonauftakt und schließlich auch zum Rechtsstreit.

Darauf von einem Fan auf Twitter angesprochen, erzählt er heute: "Ich war gerade mit dem ganzen Team beim Abendessen in Brasilien, als die Pressemitteilung herauskam: 'Nasr & Ericsson werden für Sauber fahren'. Jeder schaute mich an. Das waren die schlimmsten Spaghetti meines Lebens."

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