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Sebastian Vettel: So genießt der Ex-Pilot sein Leben nach der Formel 1
Sebastian Vettel genießt sein Leben nach der Formel 1: Wie der 38-Jährige seine Zeit mit der Familie verbringt und warum ein Comeback aktuell nicht infrage kommt
(Motorsport-Total.com) - Vor mehr als drei Jahren hat Sebastian Vettel seinen weißen Helm mit der Deutschland-Fahne an den berühmten Nagel gehängt. Ein Schritt, den der mittlerweile 38-jährige Heppenheimer bis heute nicht bereut. "Ich genieße mein Leben noch immer und vor allem die zusätzliche Zeit, die ich jetzt habe", betont er.
Wie er sein Leben aktuell gestaltet? "Ich habe mich bisher auf nichts festgelegt", verrät Vettel im Formel-1-Podcast Beyond The Grid. "Abgesehen davon mache ich viele verschiedene Dinge, lerne neue Leute kennen, lerne neue Sachen, verbringe Zeit zu Hause - mit den Kindern ist das natürlich eine Priorität. Und das genieße ich."
Nachhaltigkeit und eine umweltbewusste Lebensweise spielen dabei eine zentrale Rolle. "Ich betreibe ein kleines Hofprojekt zu Hause", erzählt der viermalige Formel-1-Weltmeister, der seit 2010 in der Schweiz lebt. "Also viele unterschiedliche Dinge, die mich beschäftigen."
Selbstverständlich verfolgt Vettel weiterhin die Formel 1, ebenso wie "andere Sportarten auch. Ich habe ein bisschen mit Segeln angefangen, mit SailGP", erinnert der 38-Jährige, der dort vor einigen Jahren sogar als Co-Investor eingestiegen ist. "Also ja, viele verschiedene Dinge."
Sebastian Vettel verrät: Ich bin ein Frühaufsteher
Wichtig ist dem gebürtigen Heppenheimer dabei auch, selbst aktiv zu bleiben. "Ja, ich laufe ziemlich viel, weil ich immer schon einen Marathon laufen wollte", grinst Vettel. "Also bereite ich mich darauf vor und habe mir ein Ziel gesetzt. Mal sehen, ob ich es schaffe."
Zeit dafür hätte der frühere Formel-1-Pilot durchaus, denn "normalerweise stehe ich sehr früh auf", verrät er. "Ich habe zu Hause einen guten Rhythmus gefunden, um den Tag sehr früh zu starten - um 5 Uhr, 5:30 Uhr." Nur an ein oder zwei Tagen in der Woche schläft der Familienvater gerne auch mal etwas länger.
Dafür geht er allerdings auch zeitig schlafen. "Ich gehe ziemlich früh ins Bett. Wir genießen die Zeit mit den Kindern abends und gehen dann normalerweise zusammen schlafen." Apropos Kinder: Besteht die Chance, dass der Nachwuchs des viermaligen Weltmeisters selbst einmal aufs Gaspedal tritt?
"Nicht direkt, aber langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl habe, es wäre an der Zeit, sie mal auf die Strecke zu bringen", grinst Vettel. "Nicht, weil ich will, dass sie eine Rennkarriere machen, sondern einfach, damit sie ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen. Kartfahren macht ja auch einfach Spaß."
Warum ein Vettel-Comeback kein Thema ist
"Und es ist auch etwas, das wir vielleicht von Zeit zu Zeit zusammen genießen könnten", blickt der dreifache Vater voraus. "Im Moment haben sie unterschiedliche Interessen in Bereichen, von denen ich kein Experte bin - und das ist okay. Ich versuche, so leidenschaftlich wie möglich dabei zu sein."
"Aber sicher, wenn es ums Rennen ginge, wäre es natürlicher. Ich denke, es wird bald Zeit sein, mal auf eine Kartbahn zu gehen und es auszuprobieren." Ein eigenes Comeback, egal ob in der Formel 1 oder einer anderen Rennserie, kommt derzeit allerdings nicht infrage.
"Was ich jetzt wirklich wertschätze, und das habe ich nicht super bewusst entschieden, es ist eher unterbewusst passiert, ist, dass ich ein Leben außerhalb der Formel 1 aufgebaut habe. Wahrscheinlich das Beste, das mir passiert ist: Ich habe sehr früh meine Frau kennengelernt, und wir haben zusammen ein Leben aufgebaut."
Darauf möchte Vettel nicht verzichten. Denn das Rennfahren war "nie meine komplette Identität, vor allem zu Hause, bei den Kindern. Ob ich gut oder schlecht abgeschnitten habe, war dort egal. Es gab ein normales Leben, und das, was ich gemacht habe, war natürlich meine Leidenschaft, aber letztlich mein Job."
Vettel hat "ein bisschen den Wettkampfgeist verloren"
Damit unterscheidet sich der langjährige Red-Bull-Pilot etwa von Fernando Alonso, der zwar eine Formel-1-Pause eingelegt hat, dem Rennsport jedoch nie vollständig den Rücken gekehrt hat. Hinzu kommt, dass der Spanier keine eigenen Kinder oder Familie hat.
"Jeder hat ein anderes Leben und geht einen anderen Weg", betont Vettel. "Der Weg, den ich gewählt habe, hat mir erlaubt, dass ich all das, was ich neben dem Rennfahren aufgebaut hatte, weiterführen konnte." Deshalb bleibt es vorerst auch bei vereinzelten Demofahrten, wie 2024 in Imola mit dem McLaren MP 4/8 von Ayrton Senna.
"Ich habe es in dem Moment so genossen und mich gefragt, warum ich das nicht öfter mache", gibt der Deutsche zu. "Aber ich fühle auch, dass ich an einem anderen Punkt in meinem Leben bin. Ich glaube, ich habe, und das meine ich nicht negativ, ein bisschen den echten Antrieb oder Wettkampfgeist verloren."
Dieser kehre zwar zurück, sobald der frühere Formel-1-Pilot wieder ins Auto steige, dennoch sei er "sehr zufrieden" mit seinem aktuellen Leben. "Ich vermisse das Fahren, ja, aber nicht so sehr, dass ich sagen würde, ich muss unbedingt zurück ins Auto."
Was Sebastian Vettel an der Formel 1 vermisst
Ein wenig Wehmut verspürt Vettel nur bei seinen seltenen Besuchen im Formel-1-Fahrerlager, vor allem dann, wenn die Kollegen im Qualifying mit wenig Benzin und frischen Reifen unterwegs sind. "Aber dann war ich am Sonntag auch dabei, und da sah ich die Fahrer mit vollem Tank, Reifen managen - das habe ich nicht vermisst", lacht er.
"Also sind es diese besonderen Momente, Monaco oder andere Stadtkurse, wenn du in der Quali am Limit bist, oder im Rennen, wenn dich jemand jagt, du kämpfst, über Funk alle Informationen bekommst - solche Momente vermisse ich. Aber wie gesagt, es gibt jetzt auch viele andere Dinge, die ich genieße."


