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Mögliche Punkteausbeute: Wer sogar besser als Max Verstappen ist!
Rund 65 Prozent der möglichen Punkte holte Lando Norris in der Saison 2025, doch wo sortiert sich der der Brite damit unter allen Weltmeister-Saisons ein?
(Motorsport-Total.com) - Ist Lando Norris ein würdiger Formel-1-Weltmeister oder nicht? Darüber streiten sich nach dem Titelgewinn in Abu Dhabi die Geister. Nicht wenige sind der Meinung, dass Max Verstappen 2025 der bessere Fahrer war und dass Norris nicht das Maximum aus seinem McLaren geholt hat. Doch damit wäre der Brite in der Geschichte der Formel 1 nicht der einzige.
© Motorsport Images
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Blicken wir mal auf die nackten Zahlen: 423 Punkte stehen am Ende auf Norris' Konto, 648 Punkte wären möglich gewesen. Das macht umgerechnet eine Ausbeute von 65,28 Prozent.
Unter allen 76 Weltmeister-Saisons reiht sich die von Norris damit statistisch gesehen auf Rang 48 ein - übrigens eine Position vor Max Verstappen ein Jahr zuvor, der damals "nur" auf 65,03 Prozent der Punkte in seinem Red Bull kam.
Natürlich sind solche Statistiken immer nur Spielerei - und in der Formel 1 erst recht. Denn natürlich haben die Autos untereinander eine komplett andere Stärke, und wie immer verzerren unterschiedliche Punktesysteme im Laufe der Jahre alle möglichen Rechenspiele.
Und trotzdem dürften die Zahlen zeigen, dass Norris weit entfernt davon ist, ein unverdienter oder unwürdiger Weltmeister zu sein.
Die Krux mit den Punkten
Doch wir wollen uns an dieser Stelle einmal den Spaß machen und schauen, wer eigentlich in der Geschichte der Formel 1 die beste und wer die schlechteste Punkteausbeute aller Weltmeister hat.
Wie schon erwähnt, wird das durch die unterschiedlichen Punktesysteme in der Formel-1-Historie erschwert. Vor 1991 gab es in der Königsklasse Streichresultate. Das heißt, dass nur eine gewisse Anzahl an Rennen gewertet wurden, alle anderen wurden gestrichen.
Mal hatte das eigentlich keine Auswirkungen, weil pro Saisonhälfte nur ein Rennen aus der Wertung fiel, mal konnte man sich aber eine Menge Schnitzer erlauben, weil etwa nur elf von 16 Rennen für die WM hergenommen wurden.
Für unsere beiden Fotostrecken haben wir uns entschieden, nur die wirklich verfügbaren Punkte zu nehmen - also das, was ein Fahrer am Ende der Saison maximal auf dem Konto hätte haben können und wie viel er tatsächlich hatte.
Natürlich begünstigt diese Wertung die Fahrer früherer Jahre, auf der anderen Seite war die Technik damals deutlich unzuverlässiger, sodass es für sie ansonsten praktisch unmöglich gewesen wäre, auf eine gute Bilanz zu kommen.
Wenig überraschend taucht daher Juan Manuel Fangio, der Dominator der 50er-Jahre, gleich mehrfach in den Spitzenrängen auf. Bei ihm kamen meist nur die besten fünf Rennen einer Saison in die Wertung (damals war die Saison aber natürlich auch noch nicht so lang wie heute), sodass vier seiner Titel auf den Positionen fünf, elf, zwölf und 13 der erfolgreichsten Ausbeuten landeten.
Auch das ist übrigens ein Grund, warum wir uns auf eine Saison pro Fahrer beschränkt haben.
Zwei Fahrer mit perfekter Ausbeute
Noch besser als Fangio waren aber zwei andere Fahrer: Alberto Ascari und Jim Clark. Beide konnten im Grunde eine perfekte Saison fahren und hatten die volle Punktezahl, die ihnen möglich war, auf dem Konto.
Bei Ascari zählten damals nur die besten vier von acht Ergebnissen in die Wertung. Nachdem er den Saisonauftakt in der Schweiz zugunsten einer Teilnahme am mit zur WM zählenden Indy-500-Rennen ausgelassen hatte, gewann der Italiener die anderen sechs Rennen und holte auch jedes Mal die schnellste Rennrunde - mehr geht nicht. Somit kamen zwei seiner Siege nicht einmal in die Wertung.
Auch ein Jahr später konnten nicht alle Siege von ihm gewertet werden. Und da er bei einem der gewerteten Siege nicht die schnellste Rennrunde fuhr und sie sich bei einem anderen Sieg mit einem zweiten Fahrer teilen musste, fehlten ihm am Ende 1,5 Punkte zur erneuten Perfektion.
Doch was Ascari nicht gelang, schaffte ein anderer Fahrer: Jim Clark holte in der Formel 1 "nur" zwei Weltmeistertitel - doch beide mit einer perfekten Ausbeute von 100 Prozent auf dem Konto.
Besonders interessant ist dort der Blick auf die Saison 1965, als Clark die ersten sechs Rennen, an denen er teilnahm, auch gewann. Da nur sechs Rennen in die Wertung kamen, war es für ihn im Grunde egal, was er bei den letzten drei Rennen veranstalten würde - an seinem Punktekonto und dem WM-Titel würde sich nichts mehr ändern.
1968 verstarb Clark bei einem Formel-2-Rennen in Hockenheim - und viele sind sich sicher, dass er noch weitere Titel geholt hätte, wenn er nicht tödlich verunglückt wäre.
Moderne: Verstappen übertrumpft Schumacher
Wenn man nur alle Saisons hernehmen würde, bei denen auch die gesamte Saison gewertet wurde (also ab 1991), dann wäre Max Verstappen die klare Nummer 1. 2023 gewann Red Bull bis auf Singapur jedes einzelne Saisonrennen, was sich auch in der Statistik zeigt.
Verstappen holte damals 575 von 620 Punkten, was einer Ausbeute von 92,74 Prozent entspricht. Beeindruckend: Der Niederländer ließ somit nur 45 Punkte liegen - und das in einer Saison mit 22 Rennen, sechs Sprints und vor allem dem Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde, auf den Verstappen selten Einfluss hatte, weil Fahrer einfach kurz vor Schluss in die Box kommen konnten, um sich weiche Reifen abzuholen.
Alleine dadurch gingen ihm 13 Punkte verloren.
Die Saison war damit noch dominanter als die von Michael Schumacher 2002, der in jedem Rennen auf dem Podium stand, aber "nur" 84,71 Prozent der möglichen Punkte holte - nämlich 144 von 170.
Übrigens: Würde man eine Top-10-Fotostrecke der modernen Formel 1 ab 1991 machen und jede Saison dabei einzeln werten, wäre sie nicht gerade abwechslungsreich: Verstappen, Schumacher, Vettel, Vettel, Schumacher, Hamilton, Senna, Hamilton, Hamilton, Hamilton.
Die Flop 10 mit der geringsten Ausbeute
Doch auch ein Blick auf die andere Seite der Liste lohnt sich. Und hier zeigt sich auch schon der Aspekt der zuverlässigen und modernen Formel 1. Denn in den Flop 10 taucht nur ein Fahrer ab 2000 auf: Sebastian Vettel.
Sich in dieser Region zu befinden, heißt aber nicht automatisch, dass die Weltmeister schwach oder schlecht waren. Im Fall von Vettel war die Saison 2010 einfach so umkämpft, dass sich viele Piloten gegenseitig die Punkte wegnahmen. Fernando Alonso, Mark Webber, Lewis Hamilton und Jenson Button hofften alle lange auf den WM-Titel, den am Ende Vettel wegschnappte.
Der Deutsche lag nach Abu Dhabi überhaupt zum ersten Mal in der Saison in Führung - das reichte zum WM-Titel bei einer Punkteausbeute von 53,89 Prozent.
Und auch bei Jochen Rindt würde wohl kaum einer sagen, dass der Österreicher ein schwacher oder unverdienter Weltmeister war, obwohl er nur 45 von 99 möglichen Punkten holte. Im Gegenteil: Mit fünf Siegen in Folge hätte Rindt in der Liste deutlich weiter oben sein können.
Doch das Schicksal hatte etwas dagegen: Rindt verunglückte in Monza tödlich und konnte an den vier letzten Rennen nicht mehr teilnehmen. Weil von den letzten sechs Saisonrennen fünf in die Wertung kamen, blieb Rindt nur der Sieg in Hockenheim - und vier Nullnummern. Trotzdem kam kein anderer Fahrer mehr an ihn heran und er wurde der bislang einzige posthume Formel-1-Weltmeister.
Rindt belegt Rang zwei der Flopliste, nur unterboten von Keke Rosberg 1982 - was bei nur einem Saisonsieg aber kein Wunder ist. Der Finne holte nur 44 von 99 möglichen Punkten (44,44 Prozent) und ist damit der Weltmeister mit der schlechtesten Ausbeute aller Zeiten.
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Dabei wird seine Statistik durch die Streichergebnisse sogar noch geschönt, weil nur elf von 16 Rennen gewertet wurden. Würde man wie heute die komplette Saison zählen, dann wären sogar 144 Punkte möglich gewesen - und Rosberg holte nur 30,56 Prozent davon.

