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Toto Wolff: Mercedes hat Antonelli "unter maximalen Druck gesetzt"
Toto Wolff gibt zu, dass Mercedes Andrea Kimi Antonelli unter enormen Druck gesetzt hat, will aber weiter am italienischen Rookie festhalten
(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat eingeräumt, dass das Team Andrea Kimi Antonelli in seiner Debütsaison in der Formel 1 "unter maximalen Druck" gesetzt hat, betont jedoch, dass der italienische Teenager eine langfristige Verpflichtung bleibt.
Antonelli konnte in dieser Saison bereits die Höhen eines ersten Podiums und einer Poleposition im Sprint von Miami genießen, musste aber auch einige schwierigere Momente erleben; seit seinem Podium in Montreal hat er nur einen Punkt gesammelt.
Ein Teil dieses Unglücks ist auf die Unzuverlässigkeit seines Mercedes W16 zurückzuführen, doch er war auch selbst für manches Missgeschick verantwortlich, etwa beim Qualifying-Unfall in Monaco, der Kollision mit Max Verstappen zu Beginn des Großen Preises von Österreich und den zuletzt schwierigen Qualifying-Sessions.
Antonelli war zudem im ersten Freien Training beim Großen Preis der Niederlande verunfallt, als er sein Auto mit Untersteuern in das Kiesbett an Kurve 9 versenkte.
War Monza-Training ein Fehler?
Wolff reflektiert über den Weg, den Mercedes Antonelli zur Formel 1 bereitet hat, und gibt zu, dass es vielleicht ein Fehler war, ihn im vergangenen Jahr mit seiner Trainingssession in Monza ins Rampenlicht zu stellen - in der er berüchtigt auf seiner zweiten fliegenden Runde verunfallte.
"Ich denke, wir haben Kimi unter maximalen Druck gesetzt, um ehrlich zu sein", sagt Wolff. "Rückblickend dachte ich, es sei eine großartige Idee, ihn in Monza im FT1 fahren zu lassen und dort zu präsentieren - das war vielleicht ein Fehler."
Die Vertragslaufzeiten der aktuellen Formel-1-Fahrer
Franco Colapinto (Argentinien) ist ab dem Rennwochenende in Imola für fünf Grands Prix der zweite Mann bei Alpine und ersetzt in dieser Zeit Jack Doohan, den eigentlichen Alpine-Stammfahrer. Was nach dieser Phase passiert, ist offen. Fotostrecke
"Nicht, weil er nicht in der Lage gewesen wäre, das Auto zu fahren, sondern weil es sensationell gewesen wäre und ihm Selbstvertrauen gegeben hätte, wenn er diese Runde ohne Crash beendet hätte", so der Österreicher.
"Er sitzt in einem Mercedes, ist sehr sichtbar, seine Ergebnisse sind sehr sichtbar, sein Teamkollege ist großartig und er holt das Maximum aus dem Auto - daher weiß man, dass er sich unter der Lupe fühlt."
Mercedes hält an Antonelli fest
Wolff fügt hinzu, dass Mercedes weiterhin in Antonellis Zukunft investieren werde; der 19-Jährige soll 2026 beim Team bleiben, während die Silberpfeile die Verträge mit ihm und Teamkollege George Russell regeln. Er betont dabei, dass einzelne Sessions die Meinung des Teams zur Unterstützung Antonellis nicht verändern werden.
"Das Team wird weiterhin an ihn glauben. Er braucht Zeit; wir haben diesen Weg eingeschlagen. Man könnte sagen: 'War es richtig, ihn durch die Einbindung ins Team so unter Druck zu setzen?'", so Wolff. "Wir sind diesen Weg gegangen und wir sind voll auf dieser Mission. Einzelne Rennwochenenden oder eine Session wie zuvor werden unsere Meinung nicht ändern."
"Kurzfristig werden wir sagen, dass [bestimmte Ergebnisse] nicht gut sind - aber Kimi ist eine langfristige Investition."
Eine Änderung wird Mercedes 2026 aber in jedem Fall tätigen müssen: Das Team braucht einen Ersatz für Reservefahrer Valtteri Bottas, der bei Cadillac 2026 in ein Stammcockpit zurückkehren wird.
Noch habe Mercedes aber keine Lösung gefunden. "Es ist extrem schwierig, Valtteri zu ersetzen - er erfüllt alle Anforderungen."