Großer Preis von Australien / Melbourne

Großer Preis von Australien / Melbourne

Porträt

Zwischen 1985 und 1995 fand das Saisonfinale der Formel 1 traditionell in Adelaide statt, doch 1996 zog der Grand Prix von Australien auf einen anderen Stadtkurs um, zum Albert Park von Melbourne. Melbourne ist seither - mit wenigen Ausnahmen - Gastgeber für den ersten Grand Prix der Saison. Erst 2006 fand der Australien-Grand-Prix erstmals als drittes Saisonrennen statt, um eine Überschneidung mit den Commonwealth-Games zu vermeiden. Danach wechselte der "Opener" unregelmäßig zwischen Australien und Bahrain.

Die 5,303 Kilometer lange Strecke ist bestimmt von Vollgas-Passagen, auf die meist schikanenartige Kurven folgen, wobei die Kurveneingänge überwiegend langsamer als die Kurvenausgänge durchfahren werden können.

Da die Rennstrecke um den Lake Albert nur einmal im Jahr benutzt wird und im übrigen Jahr der normale Straßenverkehr auf ihr rollt, ist die Piste vor allem am ersten Trainingstag sehr schmutzig. Trotzdem freuen sich Protagonisten und Fans gleichermaßen auf das Wochenende, ist Melbourne doch nicht nur für sein pulsierendes Nachtleben bekannt, sondern auch für einzigartige Atmosphäre entlang der Strecke.

Seit 2009 wird der Grand Prix in Melbourne übrigens nicht mehr um 14 Uhr, sondern um 17 Uhr Ortszeit gestartet. Das bedeutet einerseits etwas europafreundlichere TV-Zeiten, andererseits aber auch, dass die Sonne zu Rennende schon extrem tief steht. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre und wunderschöne Aufnahmen für Kameramänner und Fotografen.

Saisonauftakt in Melbourne bedeutet für den Formel-1-Zirkus zwar einerseits die längste Flugreise des ganzen Jahres, gleichzeitig aber auch eine entspannte Woche voller Barbecues und traumhafter Fotoshootings am atemberaubenden St-Kilda-Beach - nirgendwo sonst machen Medientermine so viel Spaß wie hier, schließlich haben sich die Beteiligten teilweise lange Zeit nicht gesehen.

Zwar galt Überholen in der Formel 1 trotz DRS und KERS lange Zeit als nicht gerade einfach, doch auf dem australischen Kurs war es schon immer durchaus möglich. Die erste Gelegenheit bietet sich schon am Ende der Start- und Zielgeraden. Wenn ein Fahrer hier in einer der 58 Rennrunden (307,574 Kilometer) dicht hinter seinem Vordermann liegt, kann er aus dem Windschatten herausgehen und ihn vor der ersten Kurve ausbremsen. Gleiches ist vor Kurve 3 möglich. Außerdem kann man in der vorletzten Kurve der Strecke überholen, wenn der Vordermann nicht aufpasst und eine Lücke offen lässt.

Die bisher größte Tragödie ereignete sich im Jahr 2001, als der Streckenposten Graham Beveridge nach einer Kollision zwischen Jacques Villeneuve und Ralf Schumacher von einem herumfliegenden Rad tödlich verletzt wurde.

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