Haas

USA

Porträt

(Stand: Februar 2022) Mit Haas kehrte 2016 ein US-amerikanisches Team in die Formel 1 zurück. Vater des Projektes ist der Automotive-Unternehmer und NASCAR-Teambesitzer Gene Haas, der auf große Erfolge als Geschäftsmann und als Macher in der nordamerikanischen Stock-Car-Szene zurückblicken kann. Für das sechste Jahr in der Formel 1 setzt er auf einen radikalen Neuanfang in den Cockpits: Die Stammfahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen mussten gehen, Formel-2-Champion Mick Schumacher und Nikita Masepin gaben ihre Formel-1-Debüts. 2022 gehen Schumacher und Masepin in ihre jeweils zweite Saison bei Haas.

Schumacher als Teil der Ferrari-Nachwuchsakademie profitiert bei Haas auch von einer Technikpartnerschaft, die das US-Team mit Ferrari unterhält. Das italienische Traditionsteam liefert Haas Antriebseinheiten und eine Reihe von nicht-gelisteten Teilen, dazu hat Haas den Windkanal in Maranello für Tests nominiert. Mit Simone Resta wechselte außerdem ein hochrangiger Techniker von Ferrari zu Haas.

Für die Chassisentwicklung zeichnet Dallara in Italien verantwortlich. Das Rennteam der US-Amerikaner operiert aus der ehemaligen Marussia-Fabrik im mittelenglischen Banbury. Kurzum: Trotz Haas' patriotischer Ader ist das Projekt internationaler, als es auf den ersten Blick erscheint. Der Südtiroler Günther Steiner als Teamchef steuert seinen Teil dazu bei.

Haas versteht sich ausdrücklich nicht als "Ferrari-B-Team" und sieht das Formel-1-Engagement als Chance, die eigene Firma rund um den Globus zu bewerben. Dabei kommen sportliche Ambitionen nicht zu kurz und könnten in die Tat umgesetzt werden, wenn die Verantwortlichen es verstehen, die massiven Ressourcen des Konzerns und das NASCAR-Know-how für die Königsklasse zu nutzen.

Ein Handicap dabei: Haas geht mit einem der kleinsten Budgets ins Rennen, weil die Truppe verstärkt auf Outsourcing und die Nutzung bestehender Kapazitäten setzt. Die Teambasis in North Carolina ist indes einer der wichtigsten Standorte der Automobilzulieferer-Branche in Nordamerika und entsprechend eindrucksvoll.

Und die bisherigen Ergebnisse? In der Premierensaison 2016 etablierte sich Haas - noch mit Grosjean und Esteban Gutierrez - prächtig. Das Team schloss die Konstrukteurs-WM auf dem achten Rang ab und galt auf Anhieb als ständiger Punktekandidat, hatte jedoch immer wieder mit Bauteilen zu kämpfen, die der Belastung in der Formel 1 nicht standhielten. 2017 blieb der erhoffte Schritt nach vorne aus, stattdessen war erneut das hintere Mittelfeld das Jagdrevier der Mannschaft.

Erst 2018 ging es trotz zahlreicher individueller Fehler bergauf und das Team eroberte P5 in der Gesamtwertung, nur um 2019 aufgrund anhaltender technischer Probleme auf P9 abzustürzen. 2020 blieb die erhoffte Trendwende aus: Wieder nur P9, mit gerade mal drei WM-Punkten und einem Haufen weiterer technischer Baustellen. Haas gilt daher im Premierenjahr von Schumacher nicht unbedingt als Punktekandidat, sondern vor allem als Hinterbänkler: Es war das schwächste Team des Jahres und blieb als einziges ohne WM-Zähler. Allerdings verzichtete Haas in der Saison 2021 auch komplett auf eine Weiterentwicklung des Fahrzeugs, um sich frühzeitig auf 2022 zu konzentrieren.

Im siebten Jahr des Bestehens tritt US-Rennstall Haas erneut mit Schumacher und Masepin in den Cockpits an. Und mit der Hoffnung, endlich wieder in die Formel-1-Punkteränge vordringen zu können.

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