• 29. Januar 2014 · 17:13 Uhr

Zweiter Tag in Jerez: Vettel reist vorzeitig ab

Während Nico Rosberg im Mercedes wie ein Schweizer Uhrwerk fuhr, lief es bei Sebastian Vettel wieder nicht rund - Formel 1 neu kommt erst nach und nach in Schwung

(Motorsport-Total.com) - Am heutigen zweiten Testtag dieses Winters wurde in Jerez de la Frontera wesentlich mehr gefahren als gestern: Kam das gesamte Feld beim Auftakt nur auf 93 Runden, so waren es diesmal schon immerhin 331. Aber nicht alle erlebten auf der zu Beginn nassen und dann abtrocknenden Strecke in Südspanien einen erfreulichen Arbeitstag (Hier klicken: Zur detaillierten Zeitentabelle!).

Für Sebastian Vettel war er zum Beispiel eindeutig zu kurz: Nach drei Runden gestern schaffte der neue Red Bull RB10 heute zwar acht Umläufe, aber wegen eines technischen Problems mit dem Energierückgewinnungs-System (ERS) war schon gegen Mittag Schluss. Der Weltmeister, offensichtlich alles andere als amüsiert darüber, sagte daraufhin seine für heute Abend geplanten Medientermine kurzfristig ab und stieg früher als geplant in den Flieger Richtung Heimat.

"Wir konnten heute nicht so viel fahren und mussten ein paar Probleme ausräumen, aber bei so großen Regeländerungen ist es normal, dass man ein paar Kinderkrankheiten hat. Dafür sind Tests ja da, um solche Dinge zu beseitigen", relativiert Vettel in einer ersten Stellungnahme. "Die nächsten beiden Tage werden wichtig sein, um ein bisschen Streckenzeit zu bekommen, damit wir uns auf die Tests in Bahrain vorbereiten können."

Glatter Start ins Jahr für Rosberg

Jenson Button

Jenson Button drehte heute Morgen die ersten Runden mit dem neuen McLaren Zoom Download

Überhaupt hätte sich Rosberg kaum einen glatteren Start in sein Formel-1-Jahr vorstellen können: Nach einem leicht verspäteten Beginn wegen des gestrigen Hamilton-Unfalls lief der Mercedes wie geschmiert. Als Ericsson gegen 15:40 Uhr mit einer roten Flagge für eine Unterbrechung sorgte, hatte der Deutsche in seinem laufenden Versuch schon 21 Runden absolviert. Später fuhr er sogar einen noch längeren Run. Dass er sich am Ende als Vierter platzierte, ist nur Nebensache.

Qualm gab es bei einem anderen Mercedes-Motor, nämlich jenem von Sergio Perez. Ob bei Force India der Antrieb das Problem war, entzieht sich unserer Kenntnis, aber Perez musste heute gleich zweimal abgeschleppt werden - und beim zweiten Mal, in Kurve 1, kam so viel Rauch aus dem Chassis, dass sogar die Feuerlöscher eingreifen mussten. Bis dahin gehörte Perez aber sowohl zu den schnellsten wie auch zu den fleißigsten Fahrern auf der Strecke (37 Runden).


Fotos: Testfahrten in Jerez


Die Tagesbestzeit sicherte sich - und darauf sollte man nicht allzu viel geben - Jenson Button. McLaren war zwar wieder nicht um punkt 9:00 Uhr fahrbereit, aber als der MP4-29 einmal rollte, rollte er gut. Fleißiger als das Team aus Woking war diesmal nur Sauber. Button umrundete den Kurs in 1:24.165 Minuten. Um das in Relation zu setzen: 2013 fuhr Felipe Massa, damals noch auf Ferrari, in der ersten Testwoche eine Zeit von 1:17.879 Minuten.

Anfangs nasse Verhältnisse

Esteban Gutierrez, Kimi Räikkönen

Waren heute beide neben der Strecke: Esteban Gutierrez und Kimi Räikkönen Zoom Download

Begonnen hatte der Tag übrigens, nach nächtlichem Regen, auf nasser Strecke. Die wurde zusätzlich künstlich bewässert, um richtige Regenverhältnisse zu schaffen. Erst gegen Mittag trocknete es auf und es wurden nach und nach Slicks aufgezogen. Als Esteban Gutierrez (Sauber) seinen Dreher hatte, herrschten Mischverhältnisse. Aber Sauber darf zufrieden sein: Mit 53 Runden gehörte der C33 zu den zuverlässigsten Fahrzeugen des Tages.

Neben der Strecke ertappt haben wir zwischendurch auch Kimi Räikkönen (Ferrari), doch der "Iceman" konnte nach dem harmlosen Ausritt selbst weiterfahren. Die Tagesbestzeit von gestern konnte er zwar nicht wiederholen, aber mit 47 Runden und einer gestoppten schnellsten Runde von 1:24.812 Minuten darf die Scuderia durchaus zufrieden sein. Ab morgen ist dann ja Fernando Alonso im Einsatz; bei Red Bull gibt Vettel ebenfalls an Daniel Ricciardo ab.

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