• 01. Mai 2024 · 09:37 Uhr

Ralf: "Mick muss erst beweisen, ob er das Zeug zum ganz Großen hat"

Logan Sargeant steht vor seinem Heimrennen in Miami unverändert in der Kritik, und viele fragen sich: Wird es sein letzter Grand Prix in der Formel 1 sein?

(Motorsport-Total.com) - Ralf Schumacher findet, dass Logan Sargeants Leistungen im Williams-Team einen Fahrerplatz in der Formel 1 nicht rechtfertigen, und hofft, dass in der "Silly Season" für 2025 auch für seinen Neffen Mick ein Cockpit frei wird. Denn: "Ich glaube schon, dass Mick das Potenzial und sich auch einen Platz verdient hätte im Vergleich zu manch anderen, die gerade in der Formel 1 fahren", sagt der Sky-Experte.

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Ralf Schumacher wünscht sich eine zweite Formel-1-Chance für seinen Neffen Mick Zoom Download

Damit meint er nicht nur, aber vor allem Sargeant. Der 23-jährige Amerikaner liegt im Qualifyingduell gegen Alexander Albon mit 0:26 und im Rennduell mit 4:21 im Rückstand. Auch die Bilanz an Sprintwochenenden ist mit 0:6 (Qualifying) beziehungsweise 0:7 (Rennen) verheerend. (Hier geht's zu den Formel-1-Teamduellen 2024!)

"Es ist eindeutig, dass Sargeant überfordert ist. Das ist so", findet Schumacher. "Er macht viele Fehler, und man sieht ihm auch selbst an, auch beim letzten Mal in China, wo er sich wieder gedreht hat, da kam wieder die Körpersprache, und sie sagt alles. Ich glaube, er und das Team würden sich einen Gefallen tun, wenn man da irgendwie eine Lösung findet."

Am kommenden Wochenende steht Sargeants Heimrennen in Miami auf dem Programm. Dass er davor noch entlassen wird, gilt als ausgeschlossen. Für danach mehren sich aber die Stimmen, die fordern, den Amerikaner noch während der Formel-1-Saison 2024 auszutauschen. Die Frage ist nur: Gegen wen?

Ralf Schumacher versteht Geduld mit Sargeant nicht

"Klar kann man Miami noch abwarten. Man kann alles. Man kann ihn auch noch zehn Jahre fahren lassen", sagt Schumacher in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Aber: "Ich verstehe die Geduld der Formel 1 nicht. Eddie Jordan oder Frank Williams hätten nie so viel Geduld mitgebracht. Ich bin anders aufgewachsen in der Formel 1. Da hat dir auch ein Vertrag nix genutzt."

Er könne sich "nur wundern", sagt der Experte, dass Teamchef James Vowles weiterhin an Sargeant festhält. Aber "das passt so ein bisschen zur Performance des Teams. Ich hätte Williams dieses Jahr mehr zugetraut. Deswegen ist es für das Management unabdingbar, einen zweiten guten Fahrer zu holen, um aus der Situation rauszukommen und sich nicht nur um den zweiten Fahrer kümmern zu müssen."


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Sargeant stand schon Ende 2023 in der Kritik, erhielt aber - womöglich auch mangels wirklich attraktiver Alternativen - für 2024 einen neuen Vertrag. Seither sind seine Performances jedoch nicht substanziell besser geworden, und er steht immer noch deutlich im Schatten von Albon.

Eine Alternative für Williams könnte zum Beispiel Valtteri Bottas sein, der bei Sauber vermutlich keinen neuen Vertrag erhalten wird, für das Team schon von 2013 bis 2016 gefahren ist und den Vowles auch von Mercedes gut kennt und einschätzen kann. Aber Bottas stünde erst 2025 zur Verfügung.

Wie sich Mick bei Alpine in der WEC schlägt

Mick Schumacher wäre hingegen möglicherweise sofort einsatzbereit, trotz seines WEC-Vertrags bei Alpine: "Die Verträge sind in der Regel so, dass man die Möglichkeit ergreifen kann, Formel 1 zu fahren, wenn sie sich bietet", sagt Ralf. Und er schlägt vor: "Wenn ich an James Vowles' Stelle wäre, würde ich schon mal Kontakt aufnehmen."

Im Alpine-Sportwagen mache Mick seine Sache "gut, denn er ist eine Person, die sich auf alles einstellen kann, die clever genug ist und genau weiß, was seine Aufgaben sind. Klar ist: Jeder Rennfahrer versucht in jeder Situation zu zeigen, dass er der Beste im Team ist. Das macht Mick sehr clever und vernünftig, im Team und mit dem Team."

Ralf Schumacher spielt damit auf Micks erste Auftritte in der WEC an, die von Kritikern hochgelobt wurden - vor allem im direkten Vergleich mit seinen Teamkollegen im gleichen Auto: "Er macht das gerade gut, und das ist eine weitere Empfehlung." Womöglich auch für Alpine, wo Esteban Ocon und Pierre Gasly für 2025 noch nicht offiziell bestätigt sind.

"Die Chance für Mick lebt", hofft Schumacher. "Mit den Problemen bei Alpine, mit dem Thema bei Williams, und bei Red Bull mit Sergio Perez, da dreht sich jetzt einiges. Auch Ricciardo: Kann er bleiben oder nicht? Okay, sein letztes Rennwochenende war gut. Also da gibt es durchaus Chancen."

Aber Schumacher bittet um Verständnis dafür, dass er über seinen Neffen inzwischen ungern spricht: "Mir wird immer nachgesagt, ich mache das, weil ich der Onkel bin. Aber ich bin mit Mick genauso kritisch. Ich glaube, er hat das Potenzial." Aber: "Natürlich muss er erst noch beweisen, ob er dann auch das Zeug zum ganz Großen hat."

Allerdings bleibt eine Sache unverändert: Williams wurde ein Engagement von Mick Schumacher schon Ende 2023 von Mercedes-Teamchef Toto Wolff schmackhaft gemacht. Vowles entschied sich jedoch dagegen, den Deutschen an Bord zu holen. Ob er seine Meinung inzwischen geändert hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

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