• 25. November 2022 · 08:24 Uhr

FIA verbietet Technikideen von Mercedes und Aston Martin für 2023

Mercedes und Aston Martin werden für die Formel-1-Saison 2023 umbauen müssen: Die FIA hat Grauzonen für die Technikideen der Teams geschlossen

(Motorsport-Total.com) - Zwei extreme Aerodynamik-Konzepte, die Mercedes und Aston Martin in diesem Jahr eingeführt haben, sind für die Formel-1-Saison 2023 verboten worden. Die innovativen Konzepte, bei denen es sich um die Frontflügel-Endplatte von Mercedes und den Heckflügel von Aston Martin handelt, wurden durch Änderungen im technischen Reglement der Formel 1 verboten.

Sebastian Vettel, Lewis Hamilton

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton in Brasilien Zoom Download

Beide Konzepte sorgten bei ihrer Einführung für Aufsehen, da sie zwar dem Wortlaut des Reglements entsprachen und von der FIA als legal eingestuft wurden, jedoch gegen das allgemeine Konzept zu verstoßen schienen, wonach leistungssteigernde Fahrzeugkonstruktionen es den Autos nicht schwerer machen sollen, einander zu folgen.

Die radikale Frontflügel-Endplatte von Mercedes tauchte erstmals beim Großen Preis von Miami auf und zeichnete sich durch ein einzigartiges Design an der Kreuzung zwischen dem Flügelteil und der Endplatte aus. Damit wollte man versuchen, etwas von dem "Outwash-Effekt" zurückzugewinnen, der durch das neue Reglement verloren gegangen war.

Die Flügelteile waren im äußeren Bereich sehr aggressiv nach vorne gezogen worden, sodass sich die hintere Unterkante der Endplatte vollständig von den Flügelteilen löste.

Mercedes Frontflügel

Der Mercedes-Frontflügel in Monaco Zoom Download

Währenddessen geriet Aston Martin beim Großen Preis von Ungarn ins Rampenlicht, als das Team ein Heckflügeldesign vorstellte, das eine der Hauptintentionen der Regeln von 2022 zu brechen schien.

Das Design zeichnete sich durch eine einzigartige Anordnung des vorderen Teils der Heckflügelendplatte aus, die es dem Hauptflügel ermöglichte, auf herkömmliche Weise daran anzustoßen und so seine Spannweite und den zu erzeugenden Abtrieb zu vergrößern.

Aston Martin Heckflügel

Der in Ungarn eingeführte Heckflügel von Aston Martin Zoom Download

Mit dem neuen Reglement wollte man sich vom traditionellen Zusammenspiel von Endplatte und Flügel verabschieden und einen gebogenen Übergang zwischen den Elementen schaffen. Dadurch sollte die Stärke des Spitzenwirbels verringert und damit die Störung der Luftströmung begrenzt werden, was wiederum dazu beitragen sollte, dass die Autos einander leichter folgen können.

Nach radikalen Ideen: Reglement nun strenger

Während die FIA mit beiden Konzepten zufrieden war und ihre Verwendung in diesem Jahr erlaubte, wurden formale Änderungen am technischen Reglement für 2023 vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Grauzonen, die sie erlaubten, bereinigt wurden.

Der technische Direktor der FIA für Einsitzerfahrzeuge, Nikolas Tombazis, sagt dazu: "In diesem Jahr waren sie natürlich beide legal. Das Reglement wurde sowohl vorne als auch hinten auf unterschiedliche Weise geändert, um diese Lösungen zu unterbinden."

Dies geschah durch eine Änderung der Regeln, die nun strenger sind, was das Zurückschwenken der vorderen Flügelteile am Frontflügel angeht, sowie durch eine genauere Definition der Heckflügelspitzen.

Aston Martin trotz Verbot stolz auf Heckflügel-Idee

Obwohl die Aston-Martin-Idee nun verboten ist, sagt der Performance-Direktor des Teams, Tom McCullough, er sei immer noch stolz darauf, dass sein Team inmitten der restriktiven Regeln für 2022 etwas so Kühnes geschaffen habe.

"Ich denke, was in diesem Jahr schön war, ist die Tatsache, dass wir etwas Neues entwickelt haben", sagt er, als er von der englischen Edition von 'Motorsport.com' nach seinen Gedanken zum Verbot gefragt wurde.

"Es war eine sehr schwierige Interpretation der Regeln, die unserem Auto mehr Leistung verschaffte. Es war ein Teil, das die Leute nicht einfach schnell kopieren konnten, weil es so kompliziert war, die verschiedenen Vorschriften zu umgehen."


Fotostrecke: Formel-1-Technik: Detailfotos beim Abu-Dhabi-Grand-Prix 2022

"In gewisser Weise hatten wir in diesem Jahr also einen Vorteil, denn als wir es nach Budapest brachten, war es für die Leute schon recht spät, um zu reagieren und es zu verstehen, und von der Kostengrenze her hatten sie bereits ihre Flügel mit hohem Abtrieb hergestellt. Ich war also wirklich glücklich."

"Viele Leute waren lange Zeit in dieses Projekt involviert, viele Monate lang war es ein Hin und Her zwischen der FIA. Aber ich verstehe: Unser Job ist es immer, das Beste aus dem Reglement zu machen, und wenn es sich ändert, müssen wir uns daran anpassen."

FIA stellt klar: Werden nicht einfach alles verbieten

Tombazis hat klargestellt, dass es zwar eine Formulierung in den Regeln gibt, die die Teams daran hindert, Konstruktionen einzuführen, die dem Rennsport schaden, dass die FIA aber immer die ordnungsgemäßen regulatorischen Prozesse durchlaufen wird, um solche Möglichkeiten zu unterbinden.

Das bedeutet, dass sie mit den Teams diskutieren und die Formel-1-Kommission und den FIA-Motorsport-Weltrat einschalten muss, um Änderungen für die folgenden Saisons vorzunehmen.


Kommentar: Braucht Ferrari einen zweiten Chef?

Video wird geladen…

Kommentar: Braucht Ferrari einen zweiten Chef?

Mattia Binotto könnte als Ferrari-Teamchef abgelöst werden. Aber wäre nicht eine Doppelspitze, bei der Binotto bleiben kann, die beste Lösung? Weitere Formel-1-Videos

In Artikel 3.2.1 des Technischen Reglements der Formel 1 heißt es: "Ein wichtiges Ziel des Reglements in Artikel 3 ist es, den Autos enges Racing zu ermöglichen, indem sichergestellt wird, dass der aerodynamische Leistungsverlust eines Autos, das einem anderen Auto folgt, so gering wie möglich gehalten wird. Um zu überprüfen, ob dieses Ziel erreicht wurde, kann von den Wettbewerbern verlangt werden, der FIA auf Anfrage alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen."

Auf die Frage, ob die Änderungen für 2023 auf Bedenken zurückzuführen seien, dass das Design dem Racing schade, sagt Tombazis: "Einige dieser Dinge, bei denen wir die Regeln geändert haben, gehören zu dieser Kategorie."

"Aber dieser Artikel [3.2] war nicht so gemeint: 'Okay, wenn du schlau bist und eine Lösung hast, nehmen wir sie sofort aus dem Auto'. Er gab nur eine Erklärung, warum wir manchmal in das Reglement eingreifen müssen. Aber wir haben es immer noch über die Verwaltung gemacht. Wir haben nicht das Recht, einfach zu sagen: 'Das gefällt uns nicht, verbieten wir es.'"

Anzeige Unser Formel1.de-Shop bietet Original-Merchandise der Top-Teams und Fahrer - Kappen, Shirts, Modellautos und Helme von Senna und Schumacher
Formel-1-Tickets Spanien Grand Prix 2023 kaufen

Aktuelles Top-Video

Die 10 besten Formel-1-Fahrer 2022!
Die 10 besten Formel-1-Fahrer 2022!

Wer sind, losgelöst von Konkurrenzfähigkeit des Autos, Zuverlässigkeit der...

Anzeige

Fotos & Fotostrecken

Doohan, Lawson & Co.: So haben die F1-Junioren 2022 abgeschnitten
Doohan, Lawson & Co.: So haben die F1-Junioren 2022 abgeschnitten
Zahlenspiel: Die Startnummern der Formel-1-Piloten 2023
Zahlenspiel: Die Startnummern der Formel-1-Piloten 2023

Fotostrecke: Alle Ferrari-Rennleiter in der Formel 1 seit 1950
Fotostrecke: Alle Ferrari-Rennleiter in der Formel 1 seit 1950

Geschasste Formel-1-Teamchefs
Geschasste Formel-1-Teamchefs

Flop 25: Die größten Ferrari-Strategiedesaster seit 2015
Flop 25: Die größten Ferrari-Strategiedesaster seit 2015
Anzeige
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

Welcher Pilot wurde von Haas im Winter 2022 noch vor dem ersten Saisonrennen entlassen?

Top-Motorsport-News

Thiim über missglücktes DTM-Gastspiel mit T3: "Nicht die beste Entscheidung"
DTM - Thiim über missglücktes DTM-Gastspiel mit T3: "Nicht die beste Entscheidung"

WEC-Team Richard Mille Racing hört nach drei Jahren LMP2 auf
WEC - WEC-Team Richard Mille Racing hört nach drei Jahren LMP2 auf

M-Sport: Für neuen Vertrag mit Loeb muss "vieles zusammenkommen"
WRC - M-Sport: Für neuen Vertrag mit Loeb muss "vieles zusammenkommen"

Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
F2 - Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
Formel 1 App

Folge Formel1.de