• 05. November 2022 · 10:05 Uhr

Nach Mexiko-Pleite: Ferrari auch in Brasilien chancenlos?

Nach Problemen in der Höhenluft beim Formel-1-Rennen von Mexiko: Muss sich Ferrari auf die nächste Schlappe in Brasilien einstellen?

(Motorsport-Total.com) - Der Formel-1-Grand-Prix in Mexiko war für Ferrari ein Wochenende zum Vergessen. Mit den Plätzen fünf und sechs für Carlos Sainz und Charles Leclerc war man im absoluten Niemandsland, da die Pace zu Red Bull und Mercedes nicht gut genug war, für das restliche Mittelfeld jedoch klar ausreichte.

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Ferrari hofft, in Brasilien wieder mit Red Bull kämpfen zu können Zoom Download

"Ich denke, dass es sicherlich in Bezug auf die Power-Unit, nicht unsere beste Leistung für das Wochenende war, aber ich denke nicht, dass das den Großteil erklärt, also ist das nur ein Teil der Gleichung, aber es gibt mehr als das", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. "Es ist sicherlich mehr als das, und es ist etwas, das wir uns ansehen müssen, und es gibt im Moment keine klare Antwort."

Besonders aufgrund des "kleinen" Turboladers, der laut Binotto in der Höhenluft von Mexiko "nicht effizient genug war, um die maximale Leistung fahren zu können", hatte Ferrari einige Probleme, sodass es unklar ist, ob die Scuderia in Brasilien zurückschlagen kann. Die Strecke in Sao Paulo liegt bekanntermaßen auch über 750 Meter über dem Meeresspiegel.

Ferrari erwartet keine Mexiko-Wiederholung in Brasilien

"Ferrari war überraschend schwach", hat auch den Motorsportberater von Red Bull, Helmut Marko, in Mexiko gewundert. "Nach dem ersten Freitagstraining dachte ich, sie sind besser. Aber die kommen sicher wieder zurück."

Ferrari geht auch nicht davon aus, dass man beim kommenden Rennen in Brasilien genauso schlecht abscheiden wird, da die Luft in der Höhe zwar wieder etwas dünner ist, der Effekt allerdings bei Weitem nicht so groß wie in Mexiko sein wird.

"Ich glaube nicht", sagt Sainz auf die Frage, ob er sich Sorgen über die Höhenlage in Brasilien macht. "Ich denke, Österreich war auch hoch gelegen und wir waren ok. Brasilien ist ähnlich wie Österreich, also erwarte ich, dass es gut läuft."

Vergleich mit Österreich: Ferrari in Sao Paulo sogar Siegkandidat?

Möglicherweise könnte Sao Paulo sogar wirklich eine gute Strecke für Ferrari sein, da Charles Leclerc das Rennen in Österreich gewinnen konnte und die beiden Strecken neben der Höhenlage auch weitere Gemeinsamkeiten aufweisen. Auf beiden Kursen gibt es eine lange Gerade, die den Berg hinaufgeht und auch mittelschnelle bis schnelle Kurven. Zudem wird es in Brasilien wie in Spielberg ein Sprintrennen am Samstag geben.

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Der bis dato letzte Ferrari-Sieg: Charles Leclerc gewinnt den Großen Preis von Österreich Anfang Juli Zoom Download

"Ich hoffe, es wird nicht noch schlimmer sein als jetzt, denn viel schlechter kann es auch nicht mehr werden", sagt Leclerc. "[Mexiko] war wahrscheinlich eines der schlechtesten Rennen, zusammen mit Spa in dieser Saison. Ich glaube ehrlich gesagt, dass es ein einmaliges Ereignis war."

Leclerc geht auch davon aus, dass sein Team die Qualifying-Probleme in Mexiko für Brasilien gelöst haben wird, denn normalerweise ist der F1-75 auf eine Runde sehr konkurrenzfähig. "Von meiner Seite aus ja", so der Monegasse. "Es sollte eine einmalige Sache [in Mexiko] gewesen sein. Ab dem nächsten Rennen ist hoffentlich wieder alles normal."

WM-Kampf mit Mercedes: Verliert Ferrari noch P2?

Mit den Leistungen in Texas und Mexiko hat sich allerdings der Kampf um den zweiten Platz in der Team-WM zwischen Ferrari und Mercedes etwas zugespitzt. Mercedes konnte beim Doubleheader in Nordamerika 27 Punkte gut machen, womit die Silberpfeile nur noch 40 Punkte hinter der Scuderia liegen, bei noch 103 möglichen Punkten in den letzten beiden Rennen.

"Ich würde gerne glauben, dass wir sie ein wenig überholt haben, wenn man sich die Leistung an diesem Wochenende ansieht, die wirklich stark war", sagt Mercedes-Fahrer George Russell. "Wir hatten an diesem Wochenende dasselbe Auto wie letzte Woche, und die Leistung war sehr unterschiedlich. In Brasilien wird es interessant sein zu sehen, wo wir stehen."

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sieht sein Team allerdings nicht nur wegen des Punktepolsters gegen Mercedes im Vorteil: "Wenn ich mir die letzten Rennen anschaue, war es nicht immer großartig, aber in Singapur waren wir sehr konkurrenzfähig, und beim darauffolgenden Rennen in Japan im Nassen auch."

Binotto vermutet: Mexiko war nur ein Ausreißer

"Wir waren nicht so schnell wie sonst, aber es war kein Drama und schon gar nicht in der Qualifikation. In Austin waren wir im Qualifying [mit der Doppelpole] konkurrenzfähig, aber nicht so sehr, wie wir es im Rennen erwartet hätten."

Binotto fährt fort: "Ich denke, [in Mexiko] war es viel schlimmer, also glaube ich nicht, dass es derselbe Trend ist, denn Singapur war konkurrenzfähig, Japan nicht so schlecht, und in den USA hatten wir ein gutes Qualifying. Ich denke also, dass es nur hier viel schwieriger war, und ich hoffe, dass das zumindest kein Trend ist, sondern nur ein einmaliges Wochenende."

Der Ferrari-Teamchef betont jedoch, dass man für den Saisonendspurt trotzdem noch einmal einen Gang hochschalten muss, da Mercedes mit dem Update-Paket in Austin ein Schritt nach vorne gelungen zu sein scheint.

Binotto erklärt: Deshalb ist Ferrari zurückgefallen

"Wir müssen erst einmal analysieren, was los war und was die Hauptprobleme hier in Mexiko waren, und dann versuchen, wieder so konkurrenzfähig wie sonst zu sein, zumindest bei den letzten beiden Rennen einschließlich Sao Paulo", so Binotto.

"Jetzt kommt aber Mercedes zurück, denn sie haben das Auto besser entwickelt als wir. Wir wissen auch selbst, dass wir die Entwicklung des Autos recht früh eingestellt haben, um uns auf 2023 zu konzentrieren. Ich mache mir also keine allzu großen Sorgen um das Entwicklungstempo, denn ich weiß auch, wann wir die Entwicklung des Autos eingestellt haben."

Topfavorit in Brasilien dürfte dennoch erneut das Red-Bull-Team mit Max Verstappen sein, da der RB18 das aktuell dominierende Auto der Formel 1 zu sein scheint und Red Bull bereits in den vergangenen Jahren in Sao Paulo gut abschneiden konnte.

Red Bull: "Brasilien sollte uns noch besser liegen"

"Bei uns gibt es eigentlich keine Schwächen und wir glauben, Brasilien sollte uns noch besser liegen", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Also, es wäre angenehm, wenn wir einen Doppelsieg auch noch hereinholen könnten. Aber: Was ist der Teamrekord mit den meisten Siegen? Da sind wir, glaube ich, auch schon in der Nähe, oder?", fragt er gegenüber 'ServusTV'.

Der Rekord für die meisten Siege eines Teams in einer Saison ist für Red Bull 2022 nicht mehr möglich. Aktuell stehen die Österreicher bei 16 Erfolgen bei noch zwei verbleibenden Rennen, jedoch stand Mercedes in der Saison 2016 ganze 19 Mal auf der Spitze des Podiums, als Weltmeister Nico Rosberg und Lewis Hamilton neun beziehungsweise zehn Mal gewinnen konnten.

Den Rekord für die meisten Siege eines Fahrers in einer Saison hat Red-Bull-Fahrer Max Verstappen in Mexiko jedoch gebrochen. Der Niederländer hat 2022 14 Grand-Prix-Erfolge auf dem Konto. Vorher teilten sich Sebastian Vettel (2013) und Michael Schumacher (2004) mit jeweils 13 Siegen diesen Rekord.

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