• 04. August 2022 · 11:44 Uhr

Porsche & Red Bull: E-Vote für Motorenregeln 2026 erneut verschoben

Die Hintergründe: Warum der Porsche-Deal weiterhin nicht offiziell ist, wann die FIA ihre Abstimmung plant und ob auch AlphaTauri Porsche fahren wird

(Motorsport-Total.com) - Es ist eins der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse der Formel 1, dass Porsche 2026 als Partner und Miteigentümer des Teams bei Red Bull in die Königsklasse einsteigen wird. Doch solang es kein finales Motorenreglement für 2026 gibt, wird's auch keine offizielle Bekanntgabe zu dem Thema geben.

Helmut Marko (Red Bull)

Helmut Marko dementiert nicht mehr, dass es zu einer Einigung mit Porsche kommen könnte Zoom Download

Beim Volkswagen-Konzern in Wolfsburg will man den letzten Meter des Weges erst gehen, wenn das Reglement wirklich feststeht. Hinter den Kulissen wird weiterhin um Details gefeilscht. Zum Beispiel um die Anzahl der erlaubten Stunden auf dem Motorenprüfstand und um zusätzliche Prüfstandsläufe für Newcomer (wie Porsche einer wäre).

Ein weiteres Thema, das noch verhandelt wird, ist das Material für die Kolben. Ferrari, Mercedes & Co. beharren darauf, weiterhin Stahl zu verwenden, weil sie damit einen Erfahrungsvorsprung haben. Porsche wünscht sich einen Wechsel auf Aluminium. Erst wenn solche Details final geklärt sind, kann Porsche eine offizielle Pressemitteilung über den Formel-1-Einstieg aussenden.

E-Vote am 2. August erneut verschoben

Eigentlich hätte das Thema längst durch sein sollen. Zuletzt war eine E-Vote des FIA-Motorsport-Weltrats auf 2. August angesetzt. Diese wurde, wegen Uneinigkeit unter anderem bei den oben genannten Themen, erneut verschoben. Dem Vernehmen nach gibt es keine totalen Dealbreaker mehr. Aber es braucht noch etwas mehr Zeit.

Der neue Termin für die E-Vote wurde auf 8. August angesetzt. Allerdings ist nicht sofort mit einem Ergebnis zu rechnen. Wenn die 26 Delegierten des Weltrats die Dokumente zur Abstimmung erhalten, bekommen sie in der Regel ein paar Tage Zeit, ihre Stimme abzugeben. Das könnte in der Sommerpause bis zu einer Woche dauern.

Seit "Marokko-Leak": Keine Dementis mehr

Bei Red Bull ist man seit dem "Marokko-Leak" davon abgegangen, eine bevorstehende Einigung mit Porsche zu dementieren. Die Sache sei "ganz einfach", sagt Helmut Marko in einem Interview mit 'Motorsport-Total.com': "Der Vorstandsbeschluss von VW lautet: Wenn das technische Reglement den Kriterien entspricht, dann haben sie das Mandat, in die Formel 1 zu gehen."

"Das betrifft in erster Linie Costcap, Nachhaltigkeit, emissionsfreies Benzin, Chancengleichheit als Newcomer, also mehr Prüfstandskapazitäten und dergleichen. Rein formell gibt es dieses neue Reglement aber noch nicht. Der FIA-Präsident wird das ja angeblich in einem E-Mail-Voting demnächst über die Bühne bringen. Erst dann geht es offiziell los", so der Red-Bull-Konsulent.


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Dass Ferrari, Mercedes & Co. bis zuletzt um Details verhandeln, könnte zwei Gründe haben. Erstens: "Die Platzhirsche versuchen, für sich das Beste rauszuholen", zeigt Marko Verständnis - und ergänzt: "Je weniger Zeit die Neueinsteiger für die Vorbereitung haben, umso besser für die Etablierten." Womöglich, suggeriert er damit, spielt also auch ein wenig Verschleppungstaktik rein.

Red Bull Powertrains: Vorbereitungen auf Porsche-Einstieg

In Milton Keynes laufen die Vorbereitungen indes weiter auf Hochtouren. Red Bull Powertrains, wo der Porsche-Antrieb in Zukunft mehrheitlich entstehen wird, hat bereits auf 300 Mitarbeiter aufgestockt. "Die arbeiten nur auf das 2026er-Reglement hin. Sollte ein neuer Hersteller kommen, kann man kooperieren", erklärt Marko.

Eins wird inzwischen auch klarer: Porsche wird sich aller Voraussicht nach nur an Red Bull mit 50 Prozent beteiligen, nicht aber am B-Team AlphaTauri. Doch Red Bull Racing und AlphaTauri werden auch nach 2026 den gleichen Antriebsstrang nutzen, um technische Synergien maximieren zu können. "Ja, das ist so geplant", bestätigt Marko.

Das komplette Interview mit Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko, das am Samstagmorgen am Rande des Grand Prix von Ungarn am Hungaroring geführt wurde, erscheint am 14. August auf den Plattformen von Motorsport Network Deutschland (Motorsport-Total.com, Formel1.de & Motorsport.com Deutschland).

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