• 27. April 2022 · 10:08 Uhr

Ex-Mercedes-Ingenieur: Warum das Aufholen noch schwieriger ist

Formel-1-Experte Philipp Brändle analysiert die Krise des Mercedes-Teams und vermutet, dass "Porpoising" bei weitem nicht das einzige Problem ist

(Motorsport-Total.com) - Der ehemalige Mercedes-Aerodynamiker Philipp Brändle befürchtet, dass es für sein früheres Team schwierig wird, den Rückstand auf die Topteams aufzuholen: "Dadurch dass sie Konstrukteurs-Weltmeister wurden, dürfen sie jetzt im Verhältnis am wenigsten entwickeln." Das sei eine Folge der neuen Handicapregel in der Formel 1, so Brändle am Montagabend bei 'ServusTV Sport und Talk aus dem Hangar-7'.

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Philipp Brändle hat bis 2019 am Mercedes von Lewis Hamilton gearbeitet Zoom Download

Und wenn einer die Mercedes-Probleme von außen analysieren kann, dann der österreichische Ingenieur. Brändle sei bis 2019 sein "Vorarlberger Spezi" gewesen, hat Teamchef Toto Wolff einmal über seinen Landsmann gesagt: "Er hat Trackside Aero gemacht und war deshalb immer Teil dieses Wanderzirkus."

"In den Jahren, in denen er bei uns war, war er ein richtig gut integrierter Aerodynamiker. Er versteht das Thema, trägt keine Scheuklappen, kann auch über den Tellerrand hinausblicken", sagt Wolff über Brändle.

Und der analysiert die aktuelle Krise bei Mercedes als "vielschichtig" und betont, dass es "nicht nur eine Antwort" gebe. Die Probleme hätten seiner Meinung nach "unter anderem mit der Aerodynamik" zu tun, so Brändle in einem Video, das jetzt auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de gesehen werden kann.

Und: "Es gibt unter anderem noch das Problem, dass sie ein bisschen übergewichtig sind. Das Auto ist nicht gerade auf der leichten Seite. Das ist leider im Rennsport ein Riesenproblem, und gerade in der Formel 1 ist das natürlich massiv. Jedes Gramm, das du unnötig mitschleppst, ist einfach Belastung für die Reifen. In jeder Kurve, in jeder Beschleunigungsphase, in jeder Anbremsphase."

Brändle: Unmöglich, vorn mitzufahren

Auch das "Porpoising" identifiziert Brändle als Problem, denn: "Sie müssen das Auto vom Set-up her so einstellen, dass es relativ weit weg ist von einem optimalen Punkt. Aus den ganzen Simulationsdaten hätte man eigentlich theoretisch gewisse Anhaltspunkte, wo man das Auto vom Set-up her einstellen möchte."

"Damit es aber halbwegs fahrbar wird für die Fahrer, muss man leider von diesem optimalen Punkt relativ weit weggehen im Moment. Deswegen ist es für die Fahrer einfach unmöglich, vorn mitzufahren", analysiert der ehemalige Mercedes-Ingenieur, der sich inzwischen wieder hauptberuflich um sein Family-Skibusiness in Vorarlberg kümmert.

Zweifel, dass Mercedes dazu in der Lage ist, sich aus dieser Situation herauszuarbeiten, hat Brändle aber nicht: "Das Team ist sehr gut. Die wissen auch genau, was zu tun ist in schwierigen Situationen", sagt er.

"Es war auch zu meiner Zeit damals so: Wenn solche Probleme auftreten, dann ist das wirklich ein Team, das sich zusammensetzt und in Ruhe die Sachen analysiert. Das ist ganz wichtig", sagt er. Aber: "Heute ist in der Formel 1 natürlich alles sehr schnelllebig. Und irgendwann ist es halt auch in England mal vorbei mit der Ruhe."

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