• 23. April 2022 · 08:19 Uhr

Sebastian Vettel: Form von Aston Martin entscheidet über Zukunft

Genießt er seine besten Jahre mit Frau und Kindern oder fährt er lieber in der Formel 1 hinterher? Diese Frage muss sich Sebastian Vettel im Sommer stellen ...

(Motorsport-Total.com) - Für Sebastian Vettel hat die Formel-1-Saison 2022 nicht nach Wunsch begonnen. Die ersten zwei Rennen musste er coronabedingt auslassen, beim dritten schied er aus. Nach drei von 23 geplanten Grands Prix ist er einer von nur vier Stammfahrern, die noch keinen WM-Punkt auf dem Konto haben. Und viele Fans stellen sich die Frage: Wie lang tut er sich das noch an?

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Sebastian Vettel hat am Freitag offen über seine Zukunft gesprochen Zoom Download

Das Projekt Aston Martin befindet sich zwar gerade im Umbruch - in Silverstone wird gerade ein komplett neuer Werkscampus errichtet -, doch bis die Maßnahmen Früchte tragen, werden voraussichtlich ein paar Jahre vergehen. Vettels Vertrag läuft Ende 2022 aus. Und wie geht's dann weiter?

"Ich weiß es nicht", sagt er vor dem Rennwochenende in Imola (Formel 1 2022 live im Ticker). "Ich will da gar kein großes Geheimnis draus machen. Es wird letztendlich davon abhängen, wie dieses Jahr läuft. Und dann sehen wir weiter."

Doch an dem Punkt spießt es sich. Vettel macht keinen Hehl draus, dass seine Lust, um neunte Plätze zu kämpfen (was dann auch noch, wie am Freitag in Imola, als Erfolg verbucht wird), begrenzt ist: "Ich kann auf erstaunliche 15 Jahre oder so zurückblicken. Ich war dazu in der Lage, Weltmeisterschaften zu gewinnen, stand oft auf dem Podium. Das war toll."

"Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass die jetzige Situation ein bisschen anders schmeckt. Du musst dich anders motivieren. Aber ich habe schon noch das Verlangen, diesen Geschmack des Siegens wieder zu erleben", philosophiert er.

Vettel: Neuer Vertrag nur bei Aussicht auf Siege

Die Aussicht, nochmal gewinnen zu können, könnte ein Grund sein, Vettel auch nach 2022 in der Formel 1 zu halten. Aber ob ihm Aston Martin diese bieten kann? Selbst wenn er nochmal einen Zweijahresvertrag unterschreibt: Die neue Fabrik wird frühestens 2023 fertig. Bis sie die volle Wirkung ausbreitet, wird wohl die Saison 2025 begonnen haben.

"Das Team wächst. Es gibt viele Dinge, die vielversprechend aussehen", sagt er. "Die Zeit wird's zeigen. Aber darum geht's mir letztendlich: Wie vielversprechend sieht die Zukunft aus?" Und, was er nicht dazusagt: Will ihn Lawrence Stroll überhaupt noch? Und ist Stroll überhaupt der, der die Entscheidung trifft?

Was ist, wenn Audi Aston Martin kauft?

Die von 'Motorsport-Total.com' zuerst enthüllte Story, dass das Team an Audi verkauft werden könnte, hält sich auch in Imola hartnäckig. Mit dem nächsten Umbruch würde sich die Zielzeit für Siege wohl weiter nach hinten verschieben. 2026, wenn Audi vielleicht kommen würde, wäre Vettel 39 Jahre alt. Und das neue Team ganz am Anfang.

Die Frage sei auch, räumt er ein, wie schnell alles geht, auch wenn er betont: "Ich fühle mich nicht alt. Ich denke, rein körperlich stecken noch einige gute Jahre in mir. Das ist nicht das Problem. Aber es ist mein ultimatives Ziel, wieder zu gewinnen und um Podestplätze zu kämpfen - und davon sind wir im Moment weit entfernt."

Es seien "kleine Schritte", die das Team momentan macht, sagt Vettel. Die Realität ist: Seit die FIA "Copygate" beim Aston-Vorgänger Racing Point aufgedeckt hat, geht's sportlich nicht vorwärts, sondern eher rückwärts. 2021 hatte man nach drei Rennen immerhin fünf Punkte. 2022 sind's null. So schlecht ist sonst keiner.

"Es ist nicht das Jahr, auf das wir alle im Team gehofft hatten", räumt Vettel ein. "Zumindest nicht der Saisonbeginn." Aber: "Ich denke, es wäre ein Fehler, die Saison jetzt schon abzuschreiben. Es ist erst das dritte Rennen, wir haben neue Regeln - und wir haben noch so viele Probleme mit dem Auto."

Hat Aston Martin ein Mercedes-Problem?

Die Hoffnung lautet: Wenn diese Probleme einmal beseitigt sind, soll der AMR22 sein volles Potenzial entfalten. Wie groß das ist, kann Stand heute aber niemand seriös einschätzen. Es ist eine ähnliche Situation wie bei Mercedes: Das technische Konzept mag ein gutes sein - allerdings gilt das vorerst nur für die graue Theorie und nicht für die Rennstrecke.


Surer über Vettel: "Er will es nicht einsehen"

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"Die nächsten Monate", sagt Vettel, "werden ganz wichtig, um die Richtung für den Rest des Jahres zu definieren. Wir müssen für die nächsten drei, vier Jahre dazulernen. Es wäre falsch, die Saison abzuschreiben, weil sie gerade erst begonnen hat. Das einzige Rennen, das ich bisher gefahren bin, habe ich nicht einmal beendet. In ein paar Monaten wissen wir genauer, wo wir stehen."

Und dann wird sich Vettel entscheiden müssen: Verzichtet er auf weitere zwei bis drei Jahre, die er mit seiner Familie verbringen könnte, oder sieht er genug Perspektive, um wieder erfolgreich zu werden? Wenn er diese Frage mit Ja beantworten kann, stellt sich die nächste Frage: Will ihn Aston Martin überhaupt noch? Oder gibt es andere Möglichkeiten?

Vettel & Red Bull: "Geschichte ist nicht wahr"

Dass er nochmal bei einem Topteam wie Ferrari oder Mercedes landet, gilt als unwahrscheinlich. Eine Rückkehr zu Red Bull, wie sie aktuell gerade wieder durchs Dorf getrieben wird, auch. Christian Horner soll ihm ein Cockpit angeboten haben, heißt es. Aber Vettel winkt ab: "Ich habe lang nicht mit ihm gesprochen. Also nein, die Geschichte ist nicht wahr."

Vettel klingt ein wenig so, als denke er insgeheim schon ans Ende seiner Karriere, wenn er Dinge sagt wie: "Es wird für uns alle der Tag kommen, an dem diese Reise zu Ende geht und eine neue Reise beginnt, was auch immer das dann sein mag."

Eins stellt er aber klar: Anders als Nico Rosberg oder Nico Hülkenberg wird er nicht als TV-Experte arbeiten. "Erinnert mich dran, wenn ich nur dran denken sollte", lacht Vettel. Er habe schon vor seinem aktuellen Vertrag daran gedacht, die Formel 1 Formel 1 sein zu lassen, verrät er. Und grinst: "Anderen Fahrern Fragen zu stellen, das ist sicher nicht meine Stärke."

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