• 12. Januar 2022 · 13:40 Uhr

Alpine-CEO: "Wir waren uns nicht sicher, ob wir es schaffen würden"

Laurent Rossi analysiert Alpines Form in der Formel-1-Saison 2021, rekapituliert den Kampf um Platz fünf und verrät, wo er den größten Fortschritt im Team sieht

(Motorsport-Total.com) - Im ersten Jahr unter neuem Namen beendete Alpine die Formel-1-Saison 2021 mit Platz fünf in der Konstrukteurs-WM auf jener Position, auf das Team bereits in den zwei Jahren zuvor landete, als es noch Renault hieß. Allerdings heimste man 26 Punkte weniger als 2020 ein, und das trotz eines volleren Kalenders.

Fernando Alonso, Pierre Gasly

Im Kampf um Platz fünf behauptete sich Alpine 2021 gegen AlphaTauri Zoom Download

Auf die Form von Alpine angesprochen, sagt Geschäftsführer Laurent Rossi: "Es ist wahrscheinlich schwer von außen zu beurteilen. Aber für uns ist es viel linearer, als man denkt, weil wir vor jedem Rennen mehr oder weniger wussten, was wir zu erwarten hatten."

"Im Laufe der Saison haben wir das Auto viel besser verstanden - und nicht nur das Auto. Der größte Fortschritt, der größte Treiber für Verbesserungen war wirklich die Art, wie wir arbeiten", erklärt der Alpine-CEO in Bezug auf die Fahrer und das Team, räumt aber ein, dass das einige Zeit in Anspruch genommen habe.

"Zunächst einmal war es wichtig, Esteban (Ocon) in eine gute Position zu bringen. Und dann war da Fernando (Alonso; Anm. d. R.), der zurück in die Formel 1 kam. Wir haben etwa vier oder fünf Monate gebraucht, um uns zu sortieren." Am Auto selbst sei wiederum gar nicht so viel verändert worden, sagt Rossi.

Rossi: Nur wenig Entwicklung am Auto

"Das Auto haben wir nicht so sehr verbessert. Es ist, was es ist. Und dieses Auto hat im Laufe der Jahre immer mehr gelitten, denn jeder einzelne Schritt des Reglements war angesichts der Philosophie des Autos eigentlich eher schädlich für uns."

"Für das Jahr 2021 wussten wir, dass es in Bahrain schwierig werden würde. Wir wussten, dass es ein langsames Auto sein würde, relativ langsam. Und wir wussten, dass wir die Entwicklung nach Baku stoppen würden. Uns war also klar, dass wir nur sechs Rennen lang kleine Verbesserungen erzielen würden."

"Aber wir haben nicht aufgehört, an uns zu arbeiten", sagt der Alpine-CEO weiter, "und ich denke, Ungarn war eine spektakuläre Demonstration dessen, was möglich ist, wenn wir alles zusammenbringen." Dort holte das Team mit dem Premierensieg von Ocon und Platz vier von Alonso das stärkste Punktergebnis der Saison.

Michael Rossi, Esteban Ocon

Der Sieg von Ocon in Ungarn war der erste für das Team seit dem Jahr 2013 Zoom Download

"Wir sahen Fortschritte, und dann fingen wir an, viel vorausschauender zu planen, was wir im nächsten Rennen tun würden. Und tatsächlich wussten wir, dass wir in fast jedem Rennen mehr oder weniger eine bestimmte Anzahl von Punkten holen konnten."

Dabei war immer auch ein Auge auf Mittelfeldrivale AlphaTauri gerichtet, mit dem um den fünften Gesamtplatz buhlte. "Wir waren uns nicht sicher, ob wir es schaffen würden, gegen AlphaTauri zu bestehen", gibt Rossi zu, "Aber wir wussten, was wir als Nächstes zu tun hatten, welche Rennen für uns von Vorteil sein würden."

"Von außen sieht es vielleicht so aus, als ob es unberechenbar wäre. Aber es ist eher so, dass wir immer dann, wenn es einen Punkt zu holen gab, diesen auch geholt haben. Denn unser Auto, das dürfen wir nicht vergessen, ist auf einer Zehner-Skala eine Sechs."

Punkte mitnehmen, wann es immer es geht

"Um Fünfter zu bleiben, mussten wir also jedes Mal punkten, wenn es möglich war, manchmal einen Punkt, manchmal sechs, acht. Und wir konnten gut voraussagen, auf welcher Strecke und bei welchen Bedingungen. Ob langsame Kurven, lange Geraden, hohe oder niedrige Temperaturen: Wir wissen, wo das Auto gut funktioniert."


Fotostrecke: Alle Formel-1-Autos von Renault/Alpine

Damit erklärt Rossi in Teilen auch das starke Saisonfinish: "Offensichtlich gab es in letzten Rennen niedrige Temperaturen, wenig Höhenmeter, schnelle Kurven. Da sind wir gut - und auf Asphalt, wo die Traktion kein Problem ist. Auf Asphalt, wo die Traktion ein Problem ist, haben wir Schwierigkeiten, die Balance zu finden."

"Das erklärt übrigens auch Austin", spricht Rossi den Doppelausfall in Amerika an, wo beide Alpine-Piloten zum zweiten Mal nach Bahrain komplett leer ausgingen. "In Austin hat man ständig Bodenwellen, es gibt keine Traktion. Wir mussten an der Traktion arbeiten, und wenn wir das tun, arbeiten wir nicht am Rest."

Deshalb sei von Anfang an klar gewesen, "dass uns ein schwieriges Rennen bevorstand", so der Alpine-Geschäftsführer. Umso positiver bewertet er die Rennen, die noch folgten, wie etwa Katar, wo Alonso aufs Podest fuhr und Ocon starker Fünfter wurde.

"Ich glaube, das Ende der Saison ist für mich wirklich der beste Moment, weil sich alles zusammenfügt und das Team in vielerlei Hinsicht zusammengewachsen ist. Es geht voran, und die Fahrer sind die Spitze von dem, was man sieht", betont Rossi.

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