• 21. Mai 2021 · 12:27 Uhr

"Ein Witz!": Alfa-Teamchef kritisiert FIA für neue "Flexiwing"-Tests scharf

Das Streitthema "Flexiwings" sorgt in der Formel 1 weiter für Gesprächsstoff, nun attackierte Alfa-Teamchef Frederic Vasseur die FIA scharf

(Motorsport-Total.com) - In der Debatte um verschärfte Tests für die Heckflügel im Zuge der "Flexiwing"-Vorwürfe in der Formel 1 hat Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur die FIA scharf attackiert. Der Franzose kritisiert vor allem die Regeländerung mitten in der Saison, die für die Teams extreme Mehrkosten zur Folge hätten.

Frederic Vasseur

Frederic Vasseur ist nach den Ankünfigungen der FIA stinksauer Zoom Download

"Wir bekommen zwar Zeit, es zu verändern, aber das kostet uns ein Vermögen", stellt Vasseur klar. Dies sei nicht vereinbar mit dem Streben der Königsklasse, die Kosten zu reduzieren. "Wir reden alle darüber, Geld zu sparen, weniger Leute an der Strecke zu haben, und dann kommen solche Dinge. Es ist einfach ein Witz. Für mich ist das ein Witz!", stellt er klar.

Nach dem Spanien-GP in Barcelona hatte die FIA angekündigt, ab dem Rennwochenende in Frankreich (18. bis 20. Juni) neue Testverfahren einzuführen, um zu sehen, ob und wie stark sich die Heckflügel der einzelnen Autos verbiegen. Den Stein ins Rollen gebracht hatte Weltmeister Lewis Hamilton, der nach dem Rennen in Spanien Red Bull den Einsatz von "Flexiwings" unterstellte. Doch auch andere Teams sind betroffen.

FIA aktivierte Technik-Klausel

Red Bull verwies darauf, dass das eigene Auto sämtliche Tests bestanden habe, dennoch verschickte die FIA eine Mitteilung an die Teams. Darin heißt es, dass man von der Existenz von Designs wisse, die zwar die aktuellen statischen Tests bestehen, "aber trotzdem umfangreiche Verformungen zeigen, wenn das Auto in Bewegung ist".


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Die FIA hat daher angekündigt, eine Klausel im Technischen Reglement zu aktivieren, die eine Einführung von neuen Tests erlaubt: "Die FIA behält sich das Recht vor, weitere Belastungs-/Verformungstests an jedem Teil des Bodyworks vorzunehmen, das unter Verdacht steht, sich zu verändern, während das Auto in Bewegung ist", heißt es in Artikel 3.9.9 des Technischen Reglements.

Für Vasseur stehen Kosten und Nutzen dieser Änderung in keinem Verhältnis. Der Zeitgewinn der Flügel sei "marginal", so der Alfa-Teamchef. Gleichzeitig schickt er noch einen zynischen Kommentar in Richtung der Teams, die auf diese Tests bestehen. "Warum verändern wir nächste Woche nicht das Gewichtslimit, wenn ein Team es nicht erreicht?"

Vasseur: Clevere Köpfe werden bestraft

Auch McLaren hatte sich als Befürworter der neuen Regelung ausgesprochen und sogar eine frühere Verschärfung gefordert. Vasseur kann das alles nicht nachvollziehen und verweist auf das bestehende Reglement. "Wir hatten das Reglement, das die maximale Verbiegung unter den bestimmten Belastungen vorschreibt. Und ich denke, dass wir nicht cleverer waren als die anderen", sagt Vasseur.


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Die Limits seien allen bekannt gewesen, die FIA habe dieses Limit aber einfach mitten in der Saison verändert. "Es geht nicht um den neuen Test oder die Art und Weise, wie man den Test durchführt. Es geht darum, dass sie den Wert geändert haben. Und aus meiner Sicht ist es das erste Mal, dass es so etwas gibt", kritisiert er.

Die FIA bestrafe damit Teams, die clevere Lösungen gefunden hätten. "Wenn du am Limit bist und einen guten Job gemacht hast, musst du einen neuen Flügel produzieren. Und mit Blick auf Kostenreduzierungen ist das ein großer, großer Aufwand", erklärt Vasseur.

Der Geist der Formel 1 sei es, Teile am Limit zu designen. "Wenn du die Regeln mitten in der Saison änderst, musst du neue Teile produzieren. Und alle Teams, die sagen, das betrifft sie nicht, machen anscheinend Witze", sagt Vasseur. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärte zuletzt, er rechnet bei einer Neukonstruktion mit Zusatzkosten in Höhe von einer halben Million US-Dollar.

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