• 06. April 2021 · 09:02 Uhr

Thema in Netflix-Doku: Stand Valtteri Bottas wirklich vor dem Rücktritt?

In der neuen Netflix-Doku behauptet Valtteri Bottas, dass er nach dem Russland-GP 2018 kurz vor dem Rücktritt stand: Mercedes-Boss Toto Wolff klärt die Aussagen auf

(Motorsport-Total.com) - Den Großen Preis von Russland 2018 würde Valtteri Bottas wohl am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen lassen. Der Finne hätte sich in Sotschi wahrscheinlich den Sieg geholt, wenn Mercedes ihn nicht angewiesen hätte, Teamkollege Lewis Hamilton vorbeizulassen, um dessen Chancen im WM-Kampf gegen Sebastian Vettel zu erhöhen.

Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

Valtteri Bottas steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben Zoom Download

Dass man ihm den Sieg auf diese Weise genommen hat, hatte Bottas damals enorm verärgert. "Ich habe mich gefragt: Warum tust du dir das an?", sagt Bottas in der neuen Staffel der Netflix-Dokumentation 'Drive To Survive' und gibt zu, dass er damals sogar Rücktrittsgedanken hatte: "Ich habe ans Aufhören, ans Aufgeben, gedacht", so der Finne.

Teamchef Toto Wolff hat das damals aber nicht so wahrgenommen, wie er drei Jahre später sagt: "Er war natürlich sehr niedergeschlagen. Verstehe ich. Aber ich glaube nicht, dass es nahe am Rücktritt war", so der Österreicher. Dafür sei Bottas zu sehr "Competitor" - also am Wettbewerb orientiert.

Dass er direkt nach dem Rennen kurz darüber nachgedacht habe, könnte sich der Mercedes-Boss aber durchaus vorstellen. "Da verstehst du die Welt nicht", sagt er. Für Bottas selbst stand dabei aber vor allem eines fest: "Das werde ich nicht noch einmal machen!"


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Auch für Wolff war der Call damals eine "katastrophale Situation" und alles andere als einfach zu machen. "So, wie ich das gehasst habe, kann ich mir vorstellen, wie schlimm das für ihn gewesen sein muss. Noch viel schlimmer", sagt Wolff, beharrt aber immer noch darauf, dass die Entscheidung notwendig war - auch wenn Hamilton bei noch fünf ausstehenden Rennen 50 Punkte Vorsprung hatte.

Auf Nico Rosberg angesprochen, der sich 2016 von den Niederlagen gestärkt gezeigt hatte und den WM-Titel geholt hatte, meint Wolff: "Der Valtteri ist nicht der Nico, er funktioniert auch ganz anders. Er hat sicher den Willen in sich, nahe an Lewis dran zu sein und ihn zu schlagen, aber halt auf seine Art, und die ist anders."

Die "politische Keule" sei dabei aber im Gegensatz zu Rosberg nicht Bottas' Ding. "Aber das waren auch Nicos Stärken. Das muss man neidlos eingestehen."

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