• 07. Februar 2021 · 10:01 Uhr

Hill: Es "brach mir das Herz", Jackie Stewart für 1997 abzusagen

Damon Hill offenbart, wie sehr es ihn gequält habe, Jackie Stewart eine Absage zu erteilen, als dieser ihn für sein neues Formel-1-Team 1997 rekrutieren wollte

(Motorsport-Total.com) - Obwohl Damon Hill im Jahr 1996 seine erfolgreichste Formel-1-Saison fuhr, die er sogar mit dem Titel krönte, wurde sein Vertrag mit Williams nicht verlängert. Die Entscheidung kam für den Briten, der durch Heinz-Harald Frentzen ersetzt wurde, überraschend und ließ ihn mit begrenzten Optionen für 1997 zurück.

Damon Hill, Jackie Stewart

Trotz der Absage von damals verbindet Hill und Stewart eine langjährige Freundschaft Zoom Download

Er unterschrieb schließlich bei Arrows, die 1996 in ihrem letzten Jahr als Footwork nur einen einzigen Punkt geholt hatten. Doch Hill war damals auch dem Interesse des dreimaligen Weltmeisters Jackie Stewart ausgesetzt, der zusammen mit seinem Sohn Paul ein neues Team namens Stewart Grand Prix gegründet hatte.

Es sollte ab 1997 als Formel-1-Werksteam von Ford fungieren. Und Hill stand ganz oben auf der Wunschliste, wie Stewart in seiner Autobiographie schreibt. Er wollte einen Fahrer, der "begehrenswert, verfügbar und erschwinglich" war, heißt es darin. Allerdings kam der erhoffte Deal mit Hill bekanntermaßen nie zustande.

Hill sah "karrieremäßig ein großes Risiko"

Bei der Veranstaltung "The Mindset of Champions", die von Ignition Human Performance zusammen mit Motorsport Tickets ins Leben gerufen wurde, um wohltätige Zwecke zu unterstützen, erinnerte sich Hill in dieser Woche an Stewarts Anfrage von damals. "Er hat mir ein sehr gutes Angebot gemacht", so der Brite.

Der heute 60-Jährige gibt zu, mit der Entscheidung gehadert zu haben: "Ich muss sagen, dass es mir das Herz gebrochen hat, Jackie eine Absage zu erteilen, weil ich wusste, dass es wie ein Traum gewesen wäre. Ich dachte nur, dass es karrieremäßig ein großes Risiko gewesen wäre. Sie hatten noch nie ein Formel-1-Team geleitet."


Fotostrecke: Zehn Weltmeister, die sich beim Teamwechsel verzockten

Der Schritt, von einem Siegerteam in ein Team zu wechseln, das zuvor noch nie Rennen gefahren ist, sei für ihn "ein bisschen zu viel des Guten" gewesen, erklärt Hill rückblickend, betont aber gleichzeitig, nie daran gezweifelt zu haben, "dass Jackie und Paul es schaffen würden". An seiner Entscheidung änderte das jedoch nichts.

"Ich habe ihm verziehen": Stewart lenkt ein

Dabei waren Stewart und sein Sohn sogar nach Irland gereist, um Hill persönlich zu treffen und ihn vom Wechsel zu überzeugen. "Der Hurensohn sagte nein!", scherzt Stewart heute. "Wir wollten ihn unbedingt haben. Wir gingen rüber nach Irland, er hielt sich zu der Zeit in Irland auf, und wir flogen, um 'den' Damon Hill zu sehen."

"Natürlich war er zu der Zeit nicht da. Als wir ihn dann schließlich trafen, wollte er das verdammte Auto nicht fahren", erinnert sich der Dreifach-Champion. Böse sei er Hill deshalb aber nicht mehr: "Ich habe ihm verziehen!" In der Konstrukteurswertung landete Stewarts Team 1997 am Ende tatsächlich nur drei Punkte hinter Arrows.

Hill verließ Arrows nach nur einem Jahr, in dem er ein einziges Mal auf dem Podest stand, Richtung Jordan. Dort feierte er beim Grand Prix von Belgien 1998 seinen letzten Sieg. Ende 1999 kehrte er die Formel 1 den Rücken. Im selben Jahr wurde Stewarts Team WM-Vierter, im Laufe der Saison aber vollständig von Ford übernommen.

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