• 18. Dezember 2020 · 15:01 Uhr

Sergio Perez und Red Bull in der Formel 1 2021: Jetzt ist es offiziell!

Alexander Albon raus, Sergio Perez rein: Was in Branchenkreisen seit Monaten vermutet wird, hat Red Bull am Freitag endlich auch offiziell bekannt gegeben

(Motorsport-Total.com) - Die Spekulationen haben ein Ende, und Alexander Albons Karriere in der Formel 1 ist (zumindest vorläufig) beendet. Denn das österreichisch-britische Red-Bull-Team hat am Freitag offiziell bekannt gegeben, dass Sergio Perez in der Saison 2021 neuer Teamkollege von Max Verstappen wird.

Helmut Marko, Sergio Perez, Christian Horner

Helmut Marko (li.) mit Sergio Perez und Red-Bull-Teamchef Christian Horner (re.) Zoom Download

"Alex ist ein geschätztes Teammitglied, und wir haben lange und hart über die Entscheidung nachgedacht", sagt Teamchef Christian Horner. "Nachdem wir uns Zeit genommen haben, um alle Daten und Performances auszuwerten, haben wir entschieden, dass Sergio der richtige Fahrer an der Seite von Max für 2021 ist. Wir freuen uns, ihn bei Red Bull zu begrüßen."

Der Mexikaner freut sich über seine neue Chance: "Ich bin Red Bull unglaublich dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, 2021 für sie zu fahren", sagt er. "Ich habe schon seit meinem Formel-1-Einstieg auf die Chance gehofft, für ein Team zu fahren, das um die Meisterschaft kämpft. Für mich wird es ein stolzer Moment sein, in Red-Bull-Farben neben Max zu starten."

"Ihr könnt euch sicher sein, dass ich meinen kompletten Fokus auf die kommende Saison legen werde", sagt er weiter. "Das Team hat dieselbe Siegermentalität wie ich. Ich weiß, dass ich hier bin, um zu performen und dem Team dabei zu helfen, um einen weiteren Titel zu kämpfen."

Kein Cockpit für Nico Hülkenberg

Entsprechende Wechselgerüchte hatten sich bereits am Sonntagabend in Abu Dhabi verdichtet. Als dann ein paar Tage später Perez' Bruder in einer seiner Instagram-Storys ein Foto aus seinem Auto postete, auf dem eine Red-Bull-Dose zu sehen war, reimten sich viele Fans in den sozialen Netzwerken eins und eins zusammen.

Für Ralf Schumacher hat Red Bull die richtige Entscheidung getroffen. Die Berichterstattung über Albon sei "aus gutem Grund" kritisch gewesen, denn: "Er macht zu viele Fehler, ist zu langsam. Red Bull muss sich eigentlich trennen", so der Formel-1-Experte bereits vor der offiziellen Bekanntgabe in einem Interview mit 'Sky'.


Schumacher rät Red Bull: Albon raus, Perez rein!

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Schumacher rät Red Bull: Albon raus, Perez rein!

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"Aus deutscher Sicht", sagt er, "hätten wir natürlich gern Nico Hülkenberg [gehabt]." Aber: "Ich persönlich würde wahrscheinlich eher Sergio Perez im Moment nehmen." Der habe nämlich, anders als Hülkenberg, obendrauf "noch ein bisschen Geld dabei". Daher findet Schumacher: "Perez hat diese Chance verdient. Er hat jetzt ein Rennen gewonnen, eine super starke Leistung gezeigt."

Bereits seit Sommer hielten sich Gerüchte hartnäckig, wonach Albon sein Cockpit aufgrund unzureichender Leistungen verlieren könnte. Und relativ schnell war klar, dass als Nachfolgekandidaten nur Perez und Hülkenberg in Frage kommen. Letzterer könnte übrigens trotz der Absage 2021 für Red Bull arbeiten, als TV-Experte bei ServusTV.

Der Saisonverlauf spielte dann Perez in die Karten. Konnte Hülkenberg bei seinen drei Gasteinsätzen im Racing Point zwischenzeitlich überzeugen, so war es am Jahresende dann der Mexikaner, der im gleichen Auto eindrucksvolle Leistungen ablieferte und damit womöglich sein Red-Bull-Ticket löste, während Hülkenberg ihm vom RTL-Studio aus zuschauen musste.

Perez: Red-Bull-Ticket in Bahrain gelöst?

Perez' Höhepunkt waren die zwei Rennwochenenden in Bahrain, wo er zunächst noch an dritter Stelle liegend mit einem Mercedes-Motorschaden ausschied, dann aber eine Woche später nach einer sensationellen Aufholjagd vom letzten Platz aus seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte und zur Tequila-Party an der Hotelbar auch Red-Bull-Teamchef Horner einlud.


Fotostrecke: Formel 1 2021: Übersicht Fahrer, Teams und Fahrerwechsel

Albon lieferte zwar beim Saisonfinale in Abu Dhabi als Vierter seine wahrscheinlich stärkste Performance als Red-Bull-Pilot ab, doch die kam zu spät. Unterm Strich ist seine Statistik nach eineinhalb Jahren an der Seite von Verstappen ernüchternd: 0:25 gewonnene Qualifyings und 181:311 WM-Punkte (2020: 105:214).

Dabei hatte er 2019, nach dem Wechsel ins A-Team anstelle von Pierre Gasly (der zu Toro Rosso rückversetzt wurde), vielversprechend begonnen. Albon wurde in neun Rennen einmal Vierter, viermal Fünfter und dreimal Sechster - und bei seinem einzigen Ausfall in Brasilien wurde er von Lewis Hamilton an zweiter Stelle liegend abgeschossen.

Eine Kollision mit Hamilton war es auch, die beim Saisonauftakt 2020 auf dem Red-Bull-Ring seinen durchaus möglichen ersten Grand-Prix-Sieg verhinderte. Doch danach schien der Faden bei Albon gerissen. Bis letztendlich auch die thailändische Eigentümerfamilie Yoovidhya keine Argumente mehr gegen Horner und Motorsportkonsulent Helmut Marko hatten.

Dem Red-Bull-Kader bleibt er trotzdem weiterhin erhalten; 2021 vorerst als Test- und Ersatzfahrer für die beiden Formel-1-Teams Red Bull und AlphaTauri.

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