• 28. November 2020 · 08:55 Uhr

So reagiert Pirelli auf die harsche Kritik an den neuen Reifen

Pirelli hat auf die harsche Kritik der Fahrer an dene neuen Reifen für 2021 reagiert und sieht keinen Grund, warum man bei den alten Reifen bleiben sollte

(Motorsport-Total.com) - Mario Isola hat die neuen Reifen für die Formel-1-Saison 2021 gegen die starke Kritik seitens der Piloten verteidigt. Die Fahrer sollten im Training von Bahrain die C3-Mischung der kommenden Saison ausprobieren, hielten sich mit negativer Kritik aber nicht zurück. Vor allem Weltmeister Lewis Hamilton wurde deutlich: "Wenn das das Beste ist, was sie haben, sollten wir bei den alten Reifen bleiben."

Mario Isola

Mario Isola findet die Kritik an den neuen Reifen nicht berechtigt Zoom Download

Doch Pirelli-Manager Isola sieht keinen Grund, die neuen Pneus 2021 nicht einzuführen. "Wir haben die Einführung von neuen Reifen mit den Teams und der FIA besprochen, die Gründe dafür erklärt und die Homologation von der FIA bekommen", sagt der Italiener. "Und wir haben die Möglichkeit genutzt, den Teams die neue Spezifikation zu geben, um Daten zu sammeln und Informationen zu bekommen."

Eine Rückkehr zu den aktuellen Reifen werde man bei Pirelli nicht diskutieren. "Und um ehrlich zu sein, wollen wir auch gar nicht zurück auf die aktuellen Reifen gehen, denn wir haben unsere Arbeit erledigt und einen Reifen mit größerer Widerstandsfähigkeit gebaut - und das war das Ziel."

"Gibt immer Widerstand bei Veränderungen"

Dass es bei Einführung neuer Elemente immer Leute gibt, die nicht glücklich waren, konnte Pirelli in der Vergangenheit beobachten. "Es gibt diesen natürlichen Widerstand gegen Veränderungen in der Formel 1", sagt Isola. "Aber wir haben eine Spezifikation, die eine Verbesserung darstellt. Darum sehe ich keinen Grund, warum wir sie nicht einführen sollten."

Dennoch möchte sich Isola mit dem Feedback der Fahrer befassen und besser verstehen, warum es den Widerspruch gibt. "Denn wenn die Meinung ist, dass es etwas weniger Grip gibt, dann hat niemand einen Nachteil, solange die Reifen für alle gleich sind. Und wenn die Meinung ist, dass es Untersteuern gibt, dann haben sie nur über das Auto nachgedacht", sagt er.

Dem Italiener ist klar, dass sich die Fahrer mit den neuen Reifen nicht wohlfühlen können. Einerseits ist es für sie ein ungewohntes Gefühl, andererseits sind sie mit Autos unterwegs gewesen, die nicht für die neuen Reifen entwickelt wurden.

"Fahrer spüren nur Performance"

"Sie haben ein gewisses Niveau an Vertrauen und können das Auto auf die aktuellen Reifen einstellen, die am Ende ihres Lebenszyklus stehen. Und immer wenn man einen neuen Reifen vorschlägt, gibt es Kritik, weil es eine Veränderung der Balance gibt", so Isola weiter.

Man habe die Teams im Vorfeld bereits darauf hingewiesen, dass es Untersteuern geben kann, und dass sie dem mit dem Set-up entgegensteuern können. "Und das werden sie im kommenden Jahr tun. Ich bin sicher, dass sie einen Weg finden werden, das Auto auszubalancieren und Performance aus dem Reifen zu holen."

Der Manager stellt heraus, dass eine verbesserte Performance ohnehin nicht das Ziel war und dass Bahrain auch nicht repräsentativ war. "Die Fahrer spüren nur die Performance, nicht die anderen Elemente."

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