• 06. Oktober 2020 · 18:46 Uhr

Red-Bull-Teamchef: FIA muss bald zukünftige Motorenformel festlegen

Red-Bull-Teamchef Christian Horner spricht über den Ausstieg von Honda und dessen Folgen - Neue Hersteller erst mit neuem Reglement 2026?

(Motorsport-Total.com) - "Wir müssen nun anfangen, über einen Motorenpartner für 2022 nachzudenken", weiß Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Seit Honda am vergangenen Freitag den Ausstieg aus der Formel 1 nach 2021 bekannt gegeben hat, steht das Topteam vor einem Problem. Welche Optionen hat Red Bull?

Pierre Gasly

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"Bis zum Ende des Jahres brauchen wir Klarheit. Wir müssen natürlich alle Möglichkeiten, alle Optionen in Betracht ziehen. Aber letzten Endes muss Herr Mateschitz entscheiden, wie es weitergeht", erklärt der Brite am Montagabend in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar 7" auf 'ServusTV'.

Die oberste Priorität bei der Motorensuche? "Für uns ist es wichtig, genug Power zu haben, um Mercedes in den kommenden Jahren herausfordern zu können." Welcher Hersteller kann diese Power anbieten? Laut Reglement müsste Ex-Partner Renault einspringen, sollte Red Bull keine Alternative finden.

"Ich verstehe natürlich, warum die Leute davon ausgehen, dass wir mit Renault sprechen werden." Die Franzosen haben bereits Bereitschaft signalisiert. Allerdings ging die langjährige Ehe 2018 unschön zu Ende. Verbale Nettigkeiten wurden über die Medien ausgerichtet, ein Zurück scheint schwer möglich.

Doch Horner lässt aufhorchen: "Seit der Trennung hat sich Renault verändert. Der neue Vorstand bringt viel frischen Wind und einige Veränderungen mit. Dort geht es vorwärts." Tatsächlich wäre der Renault-Antrieb nach Mercedes der bestmögliche auf dem aktuellen Markt.

Mit einem neuen Hersteller bis 2022 rechnet man indes bei Red Bull nicht, denn die Kosten für einen Einstieg wären viel zu hoch. "Da wird also kein neuer Hersteller kommen, bevor nicht ein neuer Motor - möglicherweise 2026 - auf den Markt kommt. Die Kosten für die Entwicklung sind enorm hoch."


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Das aktuelle Reglement soll noch mindestens fünf Jahre für die Periode des neuen Concorde-Agreements laufen, erst danach will die FIA ein neues Reglement einführen. Horner fordert aber schon früher "homologierte Motoren und auch für die Power-Units Budgetobergrenzen".

Er glaubt, dass die Formel 1 "über den Tellerrand" hinausschauen müsse, was neue Technologien im Antriebsbereich betrifft. Wären Wasserstoff oder Elektro vorstellbar, womöglich völlige Freiheit in der Wahl des Antriebs? "Wir haben uns bereits vor einigen Jahren damit befasst. Das ist ein wirklich interessantes Konzept."

Horner glaubt jedenfalls, dass der Ausstieg von Honda ein "Weckruf" für die Königsklasse ist. "Wie es ab 2026 weitergeht, müssen [FIA und Liberty Media] in den nächsten sechs bis maximal zwölf Monaten entscheiden."

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