• 29. Juni 2020 · 19:21 Uhr

Russell über F1-Neustart: Fahren an sich nicht die größte Fehlerquelle

Williams-Pilot George Russell glaubt, dass es leicht sein wird, in den Fahrmodus zurückzukehren - Im Rennmanagement sieht er das größte Fehlerpotenzial

(Motorsport-Total.com) - Dass die Formel-1-Piloten trotz der langen Rennpause schnell wieder in ihren Rhythmus finden werden, wenn es an diesem Wochenende in Österreich endlich losgeht, daran haben weder die Teams noch die Fahrer selbst ihre Zweifel. So glaubt auch George Russell, dass das Fahren an sich nicht das Problem sein wird.

George Russell

George Russell weiß: Die Abläufe müssen sich erst wieder einspielen Zoom Download

Zwar gesteht der Williams-Pilot im Formel-1-Vodcast von 'Sky': "Ich bin im Simulator gefahren und meine ersten fünf Runden waren absolut schrecklich. Aber in meiner 12. Runde war ich schneller als vor Australien, dieselbe Strecke, dasselbe Set-up, alles genau gleich. Um ehrlich zu sein, war ich davon ziemlich schockiert."

Das größere Fehlerpotenzial sieht der Brite deshalb auch woanders. "Es dauerte eine Weile, bis ich mich an einige der Prozeduren erinnern konnte, die wir durchführen mussten, und an die Art und Weise, wie ich mit meinen Ingenieuren arbeitete", erklärt Russell.

"Wie Fahrrad fahren": Eine schnelle Runde ist kein Problem

"Das wird wahrscheinlich das Größte sein, wenn man über Rhythmus spricht und sich genau daran erinnern muss, welches Feedback meine Jungs brauchen, auf welche Weise ich für die Outlaps, die Inlaps und die Cool-Down-Runden fahren muss. Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem wir ein paar Fehler machen werden."

Eine schnelle Runde zu fahren, stelle hingegen kein Problem dar, meint der Williams-Pilot. "Ich denke, das ist wie Fahrrad fahren, um ehrlich zu sein", sagt er. "Entweder man hat es oder man hat es nicht, und man weiß, wie man für so eine Runde fahren muss."


Neue Williams F1-Lackierung für 2020

Wenn es jedoch um ein Rennen geht, kommen andere Faktoren ins Spiel: "Man muss auf die Reifen, die Bremsen, die Motortemperatur achten, angreifen und verteidigen, mit den Motor-Modi spielen, den Ingenieuren reden und ihnen Feedback geben. Das ist der Teil, der wahrscheinlich das meiste Können erfordert."

Virtuelle Rennen waren gute Schule in der Zwangspause

Um sich adäquat darauf vorzubereiten, hat Russell, bevor er jüngst in den Simulator gestiegen ist, noch einmal seine Notizen studiert, "wie ich mich auf Australien vorbereitet habe, wie ich Abu Dhabi im vergangenen Jahr beendet habe". Auch seine Erfahrungen im virtuellen Rennsport bewertet er als hilfreich.

"Zuerst habe ich mit meinen Kumpels ein bisschen Spaß gehabt", gibt Russell zu. "Dann habe ich rasch gelernt, dass sie verdammt schnell und ziemlich konkurrenzfähig sind. Klar, dass ich da nicht hinterher fahren und komplett chancenlos sein will."

"Also habe ich mich ein wenig angestrengt, habe ein wenig Arbeit investiert, und es war einfach großartig, diese Wettbewerbsfähigkeit zu haben. Das gab mir die Möglichkeit, wachsam zu bleiben. Auch wenn es virtuell ist, gibt es, wenn man zum echten Rennen kommt, immer noch viele Dinge, die sehr ähnlich sind."

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