• 19. Juni 2020 · 10:18 Uhr

Daniel Ricciardo: So fühlte sich der erste Test nach Coronapause an

Renault-Fahrer Daniel Ricciardo beschreibt, wie anders ein Formel-1-Test unter den neuen Sicherheitsbestimmungen der Coronakrise abläuft

(Motorsport-Total.com) - "Es fühlte sich ein bisschen fremd an", sagt Daniel Ricciardo nach seinem ersten Formel-1-Test unter Coronabedingungen. Der Renault-Fahrer spulte mit einem 2018er-Auto 115 Runden am Red-Bull-Ring in Spielberg ab, um sich auf das bevorstehende Auftaktrennen am 5. Juli an gleicher Stelle vorzubereiten.

Daniel Ricciardo

Renault-Fahrer Daniel Ricciardo berichtet von seinen Eindrücken beim Spielberg-Test Zoom Download

Ob er "Startschwierigkeiten" gehabt habe, wo die Wintertests doch bereits über 100 Tage zurücklagen? Ricciardo verneint bei 'F1 Nation' und meint: "Es ist ein bisschen wie Radfahren: Wenn du das dein ganzes Leben gemacht hast, verlernst du es nicht so schnell."

Allerdings räumt Ricciardo ein: "Das erste Rausfahren aus der Box, die ersten paar Runden, das fühlte sich schon ein bisschen ungewohnt an."

Briefing mal anders - als Videokonferenz!

Er sei insgesamt "sehr froh", die Testgelegenheit gehabt zu haben. "Einfach, um den Rost abzuschütteln", so sagt er. Begründung: "Der Körper rostet ein bisschen ein, wenn er länger nicht fährt. Ich glaube, das haben wir jetzt erledigt. Ich bin wieder im Arbeitsmodus. Den Wettbewerb und echte Arbeit habe ich vermisst."

Doch eben diese "echte Arbeit" sieht angesichts der neuen Sicherheitsbestimmung "schon anders" aus als noch bei den Testfahrten in Barcelona im Februar, wie Ricciardo erklärt: "Alle Briefings haben als Videomeetings stattgefunden. Es sitzen zwar fast alle im gleichen Bereich, aber halt mit Abstand. Daher Video."

In der Box würden alle Mechaniker und Ingenieure Masken tragen. Deshalb hat Ricciardo seinen markanten Humor aber nicht verloren: "Dem Mechaniker, der dich anschnallt, habe ich gesagt, dass er mir nicht zu nahe rücken soll!"

Welche Erkenntnis das 2018er-Auto liefert

Ernsthaft fügt er hinzu: "Das Bewusstsein, dem anderen Platz zu lassen und niemandem zu nahe zu kommen, ist sicher erhöht. Ansonsten ist es wie mit allem: Am Anfang dauert's ein bisschen, bis wir uns dran gewöhnt haben, aber wir gewöhnen uns dran." Es sei alles "schon okay" und machbar.

Bleibt nur die Frage, was möglich sein wird für Renault in der Formel-1-Saison 2020. Eine Antwort darauf konnte die Probefahrt im 2018er-Auto natürlich nicht liefern. Ricciardo hat laut eigener Aussage nur erkannt, "welche Fortschritte dieser Sport macht" in nur zwei Jahren, nämlich einen "großen Sprung".

Renault, vergangenes Jahr auf P5 der Konstrukteurswertung, wünscht sich Ähnliches für das bevorstehende Rennjahr. Ricciardo erwartet aber eher das vordere Mittelfeld und meint: "Ich gehe davon aus, dass wir zumindest nahe dran sind."

Renault setzt auf vorderes Mittelfeld

"Bisher hatten wir nur die Tests, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das war im Februar. Natürlich haben wir danach analysiert und versucht herauszufinden, wo die einzelnen Teams wirklich stehen. Ich kann nur sagen, dass es wirklich schwierig festzustellen war, ob wir das beste Mittelfeldauto haben oder nicht."

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo im R.S.20, dem diesjährigen Renault-Rennwagen Zoom Download

Die Renault-Erkenntnis sei gewesen, "dass zumindest drei Mittelfeldteams innerhalb einer Zehntelsekunde liegen", so Ricciardo. Namen nennt er zwar nicht, könnte sich aber auf McLaren, Racing Point und natürlich Renault beziehen.

Spielberg, so glaubt er, könnte das bestätigen - und einen Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf darstellen. Begründung: "2019 war Österreich vielleicht unser schlechtestes Wochenende des Jahres. Wenn wir also dort schon an der Spitze des Mittelfeldes liegen, sieht es sehr gut für den Rest der Saison aus."

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