• 19. September 2019 · 13:34 Uhr

Vettel und Rennen eins nach Monza: "Werde mich da wieder rausboxen"

Sebastian Vettel steckt in einer schwierigen Phase, ist aber überzeugt davon, dass er sich dort wieder rauskämpfen kann - Singapur ähnlich schwierig wie Ungarn

(Motorsport-Total.com) - Die Geschehnisse von vor zwei Wochen verfolgen Sebastian Vettel auch in Singapur noch. "Natürlich war Monza kein Highlight dieses Jahr", gibt der Deutsche rückblickend zu. Im Gegenteil: Für viele war das Debakel beim Heimspiel von Ferrari in Italien Vettels bisheriger Tiefpunkt in seiner seit über einem Jahr andauernden Sieglos-Phase.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel will die Krise am liebsten schon in Singapur abschütteln Zoom Download

Erst das verpatzte Qualifying mit dem Streit um den Windschatten von Charles Leclerc, der Dreher in der Startphase des Grand Prix und dann noch das unsichere Zurückkommen auf die Strecke mit der anschließenden Strafe. Während Leclerc vor jubelnden Tifosi zum zweiten Sieg hintereinander fuhr, blieb Vettel mit leeren Händen zurück und musste sich jeder Menge Kritik stellen.

Davon unterkriegen lassen möchte sich der viermalige Weltmeister aber nicht: "Es ist natürlich schön, wenn man gute Wochenenden hat. Davon hatte ich sehr viele. Aber es gehören auch die dazu, die vielleicht nicht so gut waren. Das war eins davon", sagt er und betont, dass sein Selbstvertrauen darunter nicht gelitten habe.

Vettel: Kein mentales Problem

Es gibt nicht wenige, die Vettel ein mentales Problem unterstellen, weil er in den vergangenen Monaten immer wieder patzte, wenn die Situation nicht wie gewünscht war. Ex-Pilot Juan Pablo Montoya stellte sich zuletzt jedoch hinter Vettel und glaubte nicht an ein mentales Problem - sondern eher ein technisches. Alsodass Vettel mit irgendetwas am Auto nicht so gut zurechtkommt.


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"Ich denke auch nicht, dass es mental ist", winkt er darauf angesprochen ab. "Ich denke, dass ich die richtigen Dinge tue. Darum denke ich auch, dass es wichtig ist, die Dinge nicht zu sehr zu verkomplizieren." Zwar gibt er zu, dass er "vielleicht nicht das allerbeste Vertrauen ins Auto" habe und auch nicht das beste Gefühl, allerdings gehe es dabei um Details, die hoffentlich eher früher als später Klick machen.

"Es gibt immer etwas, das man besser machen kann. Das ich besser machen kann", sagt Vettel. "Ich kann noch lernen, und wir werden sehen, was die kommenden Rennen bringen."

"Eine vors Gesicht": Singapur wie Ungarn?

An diesem Wochenende steht mit Singapur aber ein Rennen an, das Ferrari auf dem Papier überhaupt nicht liegt. "Es geht Richtung Ungarn, und in Ungarn haben wir eine vors Gesicht bekommen", weiß er. "Aber wir haben ein paar neue Teile dabei, die uns hoffentlich das Leben ein bisschen vereinfachen werden. Plus glaube ich, dass man als Fahrer auf dieser Strecke einen Unterschied machen kann."

Und da sieht sich der 32-Jährige trotz der aktuell schwierigen Phase gut aufgestellt. Vettel kommt gerne in den Stadtstaat und hat hier bereits viermal gewinnen können. "In den vergangenen Jahren hat die Strecke immer ganz gut zu mir und zu uns gepasst. Also bin ich guter Dinge", sagt er.


Fotostrecke: Triumphe & Tragödien in Singapur

Die Form spricht jedoch gegen den Deutschen. Seit dem Großen Preis von Kanada konnte Vettel kein einziges Qualifying-Duell mehr gewinnen, sodass er teamintern immer weiter unter Druck gerät, nur noch die zweite Geige zu spielen - auch wenn das bei Ferrari stets dementiert wird.

Ein generelles Qualifying-Problem will Vettel bei sich aber nicht ausmachen. "Zu allererst sollte man festhalten, dass er (Leclerc; Anm.) sehr schnell ist", betont der Ferrari-Pilot. Zudem habe er nicht immer die guten Voraussetzungen gehabt, wie bei seinen Problemen in Spielberg und Hockenheim oder dem Vorfall in Monza. "Von daher denke ich nicht, dass irgendetwas negativ heraussticht", sagt er.

Keine Belastung durch drohende Sperre

Negativ herausstechen tut derzeit aber Vettels Punktekonto - allerdings nicht das in der WM, sondern das bei den Strafen (zur Übersicht der Strafpunkte). Neun Zähler hat er nach Monza gesammelt und darf sich jetzt einen Monat lang keinen groben Schnitzer mehr leisten, will er nicht auf zwölf Punkte kommen und für ein Rennen gesperrt werden. Erst am 19. Oktober verfallen zwei seiner Strafpunkte wieder.

Doch das, so sagt Vettel, belastet ihn nicht. "Wir müssen das Ganze ein bisschen im Hinterkopf haben, aber es heißt jetzt nicht, dass wir mit angezogener Handbremse durch die Gegend fahren müssen", winkt er ab.


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Auch seine derzeitige Gesamtsituation ist für ihn nur eine Phase, die zum Sport dazugehört. Er weiß, dass er selbst auch einige Fehler gemacht hat. "Ich gehe da glaube ich sehr kritisch mit mir selbst um, wenn sowas passiert", sagt er. "Ich glaube, das ist richtig - und hat mir in der Vergangenheit immer geholfen, da wieder rauszukommen."

Und dass das auch bald wieder passieren wird, davon ist er überzeugt: "In der Vergangenheit habe ich mich da immer rausgeboxt. Das werde ich dieses Mal wieder schaffen."

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