• 05. September 2019 · 14:23 Uhr

Pastor Maldonado: Habe erwartet, 2014 zu Ferrari zu wechseln

Ex-Formel-1-Pilot Pastor Maldonado überrascht mit der Aussage, er sei Ende 2013 "knapp" an einem Vertrag mit Ferrari dran gewesen

(Motorsport-Total.com) - Pastor Maldonado, ehemals für Williams und Lotus in der Formel 1 aktiv, behauptet, er wäre "nahe" an einem Vertrag mit Ferrari für die Formel-1-Saison 2014 dran gewesen. Er habe "erwartet", dass dieser Wechsel passieren würde, lässt der Venezolaner aufhorchen.

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Pastor Maldonado behauptet: Wäre 2014 fast Teamkollege von Alonso geworden Zoom Download

Maldonado ist heute noch der bislang letzte Williams-Sieger, mit seinem Gewinn in Spanien 2012 trug er sich in die Geschichtsbücher ein. Allerdings gelang ihm danach kein weiteres Podium mehr, nach fünf Jahren beendete er 2015 als "Crashpilot" verschrien seine Formel-1-Karriere.

Zwei Jahre zuvor sei er mit der Scuderia in Kontakt gestanden und habe um den Sitz neben Fernando Alonso für die Saison 2014 verhandelt. Schlussendlich entschied sich das italienische Traditionsteam aber für Kimi Räikkönen. Maldonado verließ daraufhin Williams und wechselte zu Lotus.

Maldonado selbstbewusst: "War der Kerl der Stunde"

"Ich war der einzige, der neue Kerl in der Formel 1", schildert Maldonado in einer neuen Folge des Formel-1-Podcasts 'Beyond the Grid'. "Das war wie bei Verstappen heute. Wie bei Robert Kubica. Ich war der Kerl der Stunde", behauptet der Grand-Prix-Gewinner.

Der heute 34-Jährige meint, dass es viel Interesse an seiner Person gegeben habe. Der GP2-Meister des Jahres 2010 konnte sich auf finanzielle Unterstützung aus seiner Heimat verlassen. Die staatliche Ölfirma PDVSA trat als Sponsor auf. "Es gab Interessenkonflikte aufgrund meines Sponsors", schildert er.

"Meine Sponsoren waren offen dafür, dass sie nicht auf dem Auto erscheinen, aber zum Beispiel durch eine andere Firma präsent sind. Sie wollten eine Lösung für meine Karriere finden." Und zu jener Zeit, Ende 2013, habe es schließlich auch Kontakt mit Ferrari gegeben.

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Barcelona 2012: Maldonado gewinnt als bislang letzter Pilot für Williams Zoom Download

"Zu einem gewissen Zeitpunkt waren wir sehr nahe dran an Ferrari. Ich habe erwartet, dass ich dorthin wechsle", erzählt er selbstbewusst. "Das war meine Zeit. Es war jener Moment, um eine zweite Chance zu erhalten." Für 2014 bekam er jedoch eine Abfuhr.

Als schließlich Stefano Domenicali als Teamchef und Luca di Montezemolo als Ferrari-Präsident zurücktraten, habe das seine Träume endgültig platzen lassen. "Dadurch haben wir den Kontakt verloren und es fand keine Kommunikation mehr statt. Wir haben uns umorientiert."

In Maranello selbst, dem Hauptsitz des Formel-1-Rennstalls, sei er nie gewesen. Die Treffen hätten an der Rennstrecke stattgefunden. "Ich habe Domenicali getroffen und auch di Montezemolo." Er wollte nach einer durchwachsenen Williams-Saison 2013 Zuflucht anderswo finden, obwohl sein Vertrag ursprünglich bis 2015 Gültigkeit besaß.

Hätte noch "viel mehr" erreichen können

"Wir haben erwartet, das beste Auto in der Geschichte von Williams zu haben", ergänzt er zum Seuchenjahr 2013 - insgesamt schaffte er es nur einmal in die Top 10. "Stattdessen hatten wir das schlechteste Auto aller Zeiten!"

Mit seinem Wechsel zu Lotus verbesserte sich Maldonados Lage nur unwesentlich. Durch die neue V6-Hybrid-Ära standen die Vorzeichen 2014 eher auf Abstieg. Während Williams dank der Mercedes-Motoren von ganz hinten wieder auf das Podium fuhr, schaffte Lotus mit den unterlegenen Renault-Antrieben kaum Top-10-Ergebnisse.


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Nach fünf Jahren Formel 1 kehrte er der Serie den Rücken. Seine Bilanz nach 95 Rennstarts: ein Sieg, eine Pole-Position, 28 Ausfälle (Quote von 29,5 Prozent). Wenn er heute auf seine Zeit in der Königsklasse zurückschaut, dann ist er "glücklich", meint Maldonado. "Nicht nur, weil ich die Chance bekam, sondern auch aufgrund meiner Errungenschaften."

Hätte er noch mehr erreichen können? "Viel mehr", glaubt er. "Wenn du Formel-1-Fahrer siehst, dann denkst du dir: 'Meine Güte, das kann ich aber besser als der'. Auch jetzt noch. Aber vielleicht ist das jetzt nicht mehr meine Zeit."

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