• 03. Juni 2019 · 12:24 Uhr

McLaren hinterfragt Fahrzeug-Konzept: Feedback für Entwicklung

McLaren sieht sein Fahrzeug-Konzept nicht in Stein gemeißelt und ist laut Teamchef Andreas Seidl noch längst nicht da, wo man sein möchte - Lob für Renault

(Motorsport-Total.com) - Ferrari scheint sich mit seinem Fahrzeug-Konzept verzockt zu haben. Die Italiener sind zwar auf den Geraden immer pfeilschnell, allerdings verlieren sie in den Kurven so viel Zeit auf Mercedes, dass diese in den ersten sechs Saisonrennen sechs Siege einfahren konnten. Bei McLaren scheint man ein ähnliches Konzept zu verfolgen, allerdings eine Stufe niedriger im Feld.

Andreas Seidl

Andreas Seidl sieht trotz Platz vier noch Luft nach oben Zoom Download

"Wir man an den Topspeed-Messungen sehen kann, haben wir viel darin investiert, ein effizienteres Auto zu gestalten", sagt der neue Teamchef Andreas Seidl. Im Gegensatz zu Ferrari scheint McLaren damit aber gut zu fahren, denn der Rennstall belegt mit 30 Zählern den Spitzenplatz im Mittelfeld.

Fraglich ist jedoch, ob man bei diesem Konzept bleiben möchte. "Wir haben gesehen, dass wir auf bestimmten Strecken stärker sind als auf anderen. Und dieses Feedback fließt in die Entwicklung mit ein", so der Deutsche weiter.

In Barcelona kam McLaren beispielsweise nicht ganz so gut zurecht und verpasste mit beiden Autos den Sprung in Q3. Der spanische Kurs gilt jedoch als wichtiger Gradmesser für die Saison, da er mit seinen unterschiedlichen Anforderungen ein gutes Profil des Jahres darstellt. Von daher muss McLaren überlegen, mit welchem Konzept man weiter verfährt.

Im Gegensatz zu Ferrari weiß man mit dem Renault-Aggregat nicht den leistungsstärksten Motor im Heck. Der Antrieb der Franzosen gilt sogar als schwächster im Feld, auch wenn man sich stark verbessert haben will. Details darüber will Seidl aber nicht kommentieren: "Das liegt an Cyril (Abiteboul) und seinen Jungs." Er sei aber glücklich mit dem Schritt, den Renault gemacht hat.

Zu Beginn des Jahres hatte es noch starke Probleme mit der Zuverlässigkeit - und vor allem der MGU-K - gegeben, mittlerweile scheint man das Problem besser in den Griff zu bekommen, was letzten Endes auch zu einer besseren Leistungsfähigkeit führt. Und es soll noch besser werden: "Der Entwicklungsplan ist sehr ermutigend", sagt Seidl.


Fotostrecke: Designstudie: McLaren MCL34 in Weiß und Rot

"Wir sind sehr glücklich über die Partnerschaft, aber gleichzeitig ist es auch wichtig, uns auf uns selbst zu fokussieren, denn zwischen unserem Anspruch und der Wirklichkeit klafft immer noch eine große Lücke", betont er weiter. McLaren will sich eigentlich nicht mit dem Mittelfeld zufriedengeben und strebt nach mehr.

Doch erst einmal gilt es den Platz an der Spitze des Mittelfeldes zu behaupten, bevor man wieder nach vorne schielen kann. 2018 will man auf keinen Fall außer Acht lassen und weitere Entwicklungen dafür ans Auto bringen. "Wir wissen, dass vier Zehntelsekunden hier schon den Unterschied zwischen Platz acht und 16 oder 17 machen können", so Seidl. "Wir entwickeln das Auto daher mit Vollgas weiter und werden sehen, was passiert."

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