• 19. Dezember 2018 · 17:17 Uhr

Montoya: Sohn im Kartsport von allen am schlechtesten vorbereitet

Juan Pablo Montoya spricht über die beginnende Karriere seines Sohnes und sagt, dass man sich schlechter vorbereite als alle anderen

(Motorsport-Total.com) - Obwohl er gerade einmal fünfeinhalb Jahre in der Formel 1 war, hat Juan Pablo Montoya einen bleibenden Eindruck in der Königsklasse hinterlassen. Der draufgängerische Kolumbianer scheute sich auch nicht davor, in seinem erst dritten Formel-1-Rennen den amtierenden Weltmeister Michael Schumacher frech zu überholen. Mit seiner Art eckte er gerne einmal an, bekam so aber auch eine Menge Fans.

Juan Pablo Montoya

Helmut Marko mit den Montoyas beim US-Grand-Prix 2014 in Austin Zoom Download

Schon mehr als zwölf Jahre ist der Name Montoya jetzt nicht mehr in der Formel 1 vertreten, doch womöglich ist es in Zukunft wieder der Fall, denn Sohn Sebastian ist derzeit im Kartsport unterwegs und schlägt sich laut dem Papa sehr gut. Gefragt, ob er denn besser als der Vater sei, antwortet der ehemalige Williams-Pilot lachend: "Das ist nicht schwierig."

Sebastian Montoya ist derzeit 13 Jahre alt und könnte somit demnächst den Weg in den Formelsport finden. Vorher muss er sich im Kartsport aber beweisen und bekommt von Vater Juan Pablo Handicaps der besonderen Art. "Ich mache ihm das Leben echt schwer", erzählt der Kolumbianer im Podcast 'Beyond the Grid'.

"Wenn wir in Europa fahren, dann hat das durchschnittliche Kind rund 30 oder 40 Testtage absolviert - wir acht", so Montoya. Neben der deutlich geringeren Testzeit bereite man sich auch schlechter auf die Rennen vor als alle anderen. "Und das wissen wir", sagt er. "Aber es ist mir egal. Er muss auch so performen."

Montoya orientiert sich dabei am Zeitplan vieler Nachwuchsklassen. Er greift etwa GP3-Pilot Devlin DeFrancesco unter die Arme und nimmt von dessen Karriere eine Menge mit. "Er fährt im Training sieben schnelle Runden, im Qualifying vier - das ist das gesamte Wochenende. Danach folgt schon der Rennstart", meint er mit Blick auf das reduzierte Programm. Wenn man wenig Vorbereitung gewohnt ist, könnte das helfen.

Zwar sagt Montoya, dass die Ergebnisse besser wären, wenn man an den Testfahrten teilnehmen würde, doch auch so würde sich sein Sohn gut schlagen und in Finalläufe einziehen. "Es ist immer eng, und das ist gut", betont er.


Fotostrecke: Wie der Vater, so der Sohn

Der ehemalige Formel-1-Pilot ist kein Vater, der seinen Sohn unter Druck setzt. "Er muss sein eigenes Ding machen", sagt er. Zwar sei er auch mal sauer auf seinen Spross, "aber nicht ohne Grund und ohne gute Erklärung", wie er meint. Und der Weg zahle sich aus: "Er hat sich stark verbessert und bereitet sich nun besser auf die Rennen vor."

Wohin das den Teenager führt, wird sich noch zeigen. Das oberste Ziel ist aber die Formel 1. "Das möchte er", sagt Montoya und sieht seinen Sohn dafür durchaus mit dem nötigen Talent gesegnet: "Er ist sehr gut, vor allem seine Rennstärke. Und auch sein Feedback ist wirklich echt gut", lobt er. "Seine Beschreibungen, was das Auto macht, sind auf einem Top-Niveau. Das ist echt schockierend!"

Gefragt, ob er seinen Sohn vielleicht irgendwann einmal seinem alten Förderer Helmut Marko vorstellen möchte, zuckt Montoya aber nur mit den Schultern: "Ich weiß nicht."

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