• 14. Juni 2018 · 12:16 Uhr

Renault: Nur umgekehrte Startaufstellung kann Formel 1 retten

Technikchef Bob Bell erklärt, warum aerodynamische Änderungen keine Antwort auf das Überholproblem wären - Keine Verbesserungen durch neue Flügel 2019?

(Motorsport-Total.com) - In den Reihen des Renault-Werksteams ist man überzeugt, dass umgekehrte Startaufstellungen (sogenannte Reverse-Grids) die Formel 1 wieder spannender machen könnten. Wie Technikchef Bob Bell erklärt, wäre nicht die Tatsache, dass ein langsamerer Pilot auf der Pole-Position steht, der entscheidende Faktor. Vielmehr wären die Teams gezwungen, überholtaugliche Autos zu entwerfen.

Stau am Ende der Boxengasse

Es wäre die Revolution: Werden die Letzten eines Tages die Ersten sein? Zoom Download

Bell weiß: "Fakt ist, dass wir unsere Wagen nicht mit dem Hintergrund designen, dass sie in Luftverwirbelungen gut funktionieren, sondern alleine fahrend." Schließlich dreht sich praktisch alles um ein gutes Qualifying, wo es in der Regel freie Runden gibt - besonders gilt das für die drei Topteams, wenn in Q3 nur noch zehn Autos dabei sind. Wer vorne steht, muss nicht mehr überholen.

Wohl aber, wenn es umgekehrte Startaufstellungen gäbe. "Dann wird es plötzlich wichtig, durch das Feld zu pflügen", weiß Bell, "oder mehr Windkanaltests werden interessant, allerdings nur hinter einem anderen Auto. Solange wir nicht so etwas aber machen, haben die Teams aber keinen Anreiz."

Keine Antwort hat Bell auf die Frage, wie sich Reverse-Grids konkret umsetzen ließen. Häufig genannte Optionen sind ein Zeittraining mit WM-Punkten oder zwei Rennen an einem Wochenende.


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

Im Rennen respektive im zweiten Lauf würden das gesamte Feld oder nur die Top 10 in umgekehrter Reihenfolge losfahren. Problem: Wahrscheinlich würden einige Teams vorher mit mindestens einem Auto taktieren und es darauf anlegen, auf Platz zehn - de facto Pole-Position - zu landen.

Aus dem Tourenwagen-Bereich ist diese Praxis bekannt. In Großbritannien ist man ihr Herr geworden, indem man nach dem zweiten Rennen auslost, ab welcher Position (sechs, sieben, acht, neun oder zehn) das Ergebnis für die Startaufstellung für den dritten Lauf umgedreht wird.

Doch das ist in der Formel 1 Zukunftsmusik. Dass schon mit der Aerodynamik-Novelle für 2019 Abhilfe geschaffen wird und sich das Thema von selbst erledigt, glaubt Bell nicht. "Es ist nicht unmöglich, auf isolierte Weise aerodynamische Charakteristika zu entwickeln, die es in der Theorie ermöglichen, näher an den Vordermann heranzufahren", kritisiert er, dass Liberty Media und die FIA die Ideen auf Basis von Windkanal-Versuchen und CFD-Simulationen entwickelt haben.

Das heißt: unter Laborbedingungen. Unklar bleibt, wie sensibel die Autos auf kleine Änderungen in der seitlichen Positionierung oder auf Wetterumschwünge reagieren. Und ob die Piloten gewillt sind, näher an den Vordermann heranzufahren, wenn das Auto dabei nur minimal an Grip einbüßt.

"Daher werden wir erst wissen, ob es eine Verbesserung einstellt, wenn die Autos unter realen Bedingungen getestet werden. Ich persönlich bin nicht überzeugt, dass wir genügend Arbeit investiert hätten, um Gewissheit zu erlangen", moniert Bob Bell. Seine Prognose: Es gibt im kommenden Jahr keine Verschlechterung der Situation, aber es werden viel Arbeit und Kosten für wenig Ertrag investiert.

Formel-1-Gewinnspiel

Anzeige
Anzeige

Aktuelles Top-Video

Verstappen auf Pole: Mercedes nur noch Nummer 2?
Verstappen auf Pole: Mercedes nur noch Nummer 2?

Auch wenn Hamilton nach dem Quali in Le Castellet zufrieden war: Eigentlich...

Fotos & Fotostrecken

F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
Sonntag
F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
Samstag

F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
Freitag

F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
F1: Grand Prix von Frankreich (Le Castellet) 2021
Technik

Formel-1-Technik: Detailfotos beim Frankreich-Grand-Prix 2021
Formel-1-Technik: Detailfotos beim Frankreich-Grand-Prix 2021
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

Wie viele von 20 Fahrern scheiden am Ende des ersten Qualifying-Teils aus?

Top-Motorsport-News

ServusTV sichert sich DTM-Rechte: Wie der Red-Bull-Sender die Serie live zeigt
DTM - ServusTV sichert sich DTM-Rechte: Wie der Red-Bull-Sender die Serie live zeigt

Andreas Mikkelsen: WRC-Comeback mit M-Sport und Ford?
WRC - Andreas Mikkelsen: WRC-Comeback mit M-Sport und Ford?

"Ich bin ein Racer" - Laverty nach 200-km/h-Sturz wieder auf dem Motorrad
WSBK - "Ich bin ein Racer" - Laverty nach 200-km/h-Sturz wieder auf dem Motorrad

BoP 24h Nürburgring 2021: Porsche offenbar vor weiterer Einbremsung
NR24 - BoP 24h Nürburgring 2021: Porsche offenbar vor weiterer Einbremsung
Formel 1 App

Folge Formel1.de